(c) medico/Christian Gropper

GEHEN ODER BLEIBEN? GESPRÄCH MIT OUSMANE DIARRA VON DER AME; DIE LEISTUNGEN DER MIGRANTEN

Foto oben (c) medico/Christian Gropper: Des Maliens expulsés du Gabon, à Bamako – „Wir haben keine Chance hier, wir wollen sie in Europa nutzen.“ Aus Gabun Abgeschobene in Bamako.

Gespräch mit Ousmane Diarra, Mali

medico international – 14.07.2016

WEITER UNTEN:
Weißes Gold ohne Wert
Warum Mali trotz der großen Nachfrage nach Baumwolle arm ist.
medico-Bericht Juli 2016
UND
Das nächste Mal Europa.
Abgeschobene in Mali.
Film (7′)

Europa fördert die Abschottung in Afrika – um MigrantInnen schon vor dem Mittelmeer aufzuhalten. Aber solange die Ausbeutung Afrikas weitergeht, werden die Menschen Richtung Norden fliehen. Ousmane Diarra von medico-Partner Association Malienne des Expulsés (AME) aus Mali im Gespräch mit medico. Über den Einfluss der EU in Afrika, Freizügigkeit und die Hoffnung auf ein anderes Afrika.

Das Video ist deutsch synchronisiert.

Ramona Lenz: Ich begrüße Ousmane Diarra, den Präsidenten der Abgeschobenen-Selbstorganisation AME in Mali. Guten Tag, Ousmane. Weiterlesen

DAS WEISSE GOLD GLÄNZT WIEDER: BAUMWOLLE IM AUFSCHWUNG – L’or blanc brille de nouveau, le coton du Mali relancé

1. Das weiße Gold glänzt wieder
Journal du Mali – 25/03/2016
„Die Baumwolle aus Mali ist die beste der Welt! „Es ist kein Chauvinismus, der den Generaldirektor der CMDT (Malische Gesellschaft für Textilentwicklung) so reden lässt. Baumwolle ist eins der wichtigsten Reichtümer Malis.
2. Erntekampagne 2016-2017: • 8, 8 Millionen Tonnen Getreide erwartet • Eine Prognose von 650 000 Tonnen Baumwollsaat
Le Républicain – 15. Juni 2016
Für das Erntejahr 2016-2017 ist der Ehrgeiz der malischen Regierung, eine Bruttogetreideproduktion von 8,8 Millionen Tonnen zu erreichen, davon entfallen rund 60% auf Reis und Mais, und eine geschätzte Produktion von Baumwollsamen von 650 000 Tonnen.

DEUTSCH (VON MIR VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITER UNTER DEM FRZ. ORIGINAL

=> MORE Baumwolle / coton in MALI-INFORMATIONEN

Foto (c) Olivier Epron - Olivier Epron, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=250298 Usine de coton CMDT au Mali - Baumwollfabrik in Mali

Foto (c) Olivier Epron – Olivier Epron, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=250298
Usine de coton CMDT au Mali – Baumwollfabrik in Mali

1. L’or blanc brille de nouveau
Journal Du Mali – 25/03/2016
Par Modibo FOFANA
« Le coton du Mali est le meilleur du monde ! » Ce n’est pas par chauvinisme que le PDG de la CMDT (Compagnie Malienne pour le Developpement des Textiles) tient ce langage. Le coton est l’une des principales richesses du Mali. Weiterlesen

Biotech Country Facts and Trends: www.isaaa.org

WARUM GIBT BURKINA FASO DIE MONSANTO-BAUMWOLLE AUF? – Le Burkina Faso, no.1 des cultivateurs OGM en Afrique, entame sa sortie

Wichtiges Thema auch für Mali, denn auch dort gehört Baumwolle zu den Hauptexportgütern, und Mali ist der (zweit?)größte Baumwollproduzent Afrikas. Über den Kampf der Bauern gegen Monsanto berichtet der viel ältere 2. Artikel.
Sujet crucial pour le Mali également, comme le coton y est un des plus gros biens d’exportation, et le Mali est le (2ème?) producteur principal de l’Afrique.
Übrigens stammt die Fair-Trade-Biobaumwolle neben Indien aus Kooperativen in Mali und Burkina Faso. => Fairtrade-Baumwolle aus Burkina Faso. Eine Produzentengeschichte

1. Genmanipulierte Pflanzen sind nicht unbedingt die Zukunft Afrikas, hier ist der Grund
slateafrique – 2016.02.15
Der Fall des Anbaus gentechnisch veränderter Baumwolle in Burkina Faso ist ein gutes Beispiel. Das heikle Thema der gentechnisch veränderten Organismen (GVO) taucht wieder auf. Richtung Wirtschaftsgipfel in Davos sagte Bill Gates vor kurzem, dass gentechnisch veränderte Pflanzen eine entscheidende Waffe im Kampf gegen Hunger und Armut in Afrika seien. Aber Bill Gates hat eine bedeutsame Neuigkeit nicht erwähnt, und zwar, dass Burkina Faso – das größte afrikanische Land in Bezug auf gentechnisch veränderte Pflanzen – vor kurzem seinen Ausstieg aus der BT-Baumwolle begonnen hat. Dies ist der von armen Bauern des Kontinents am häufigsten verwendete transgene Samen.
2. Letzter Feldzug
Die Baumwollbauern von Mali drohen jetzt ihren Kampf gegen die Gentechnik zu verlieren
DIE ZEIT – 3. Januar 2008
Kassoum Bengaly hat seinen besten Boubou angezogen – ein langes, weißes Gewand, verziert mit rosaroten und hellblauen Stickereien. Heute kommt der Gemeinderat in Gongasso zusammen, und Bengaly ist der Bürgermeister des Dorfes hier im Südwesten von Mali. »Wir wollen uns nicht abhängig machen«, sagt der 59-jährige Bengaly, aber er klingt nervöser als sonst.
Wieder einmal geht die Debatte um Baumwolle….
»Die Bt-Baumwolle wäre für Mali zweifellos ein Gewinn«, sagt Monsanto-Sprecher Colin Merritt. Für Malis Baumwollpflanzer ist sie dennoch Teufelszeug.

DEUTSCHE ARTIKEL (#1 VON MIR VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITERLESEN UNTER DEM LETZTEN FOTO

Les cultures OGM ne sont pas forcément le futur de l’Afrique, voici pourquoi
slateafrique – 15.02.2016
Le cas de la culture de coton génétiquement modifié au Burkina Faso est un bon exemple. L’épineuse question des cultures génétiquement modifiées (OGM) refait surface. S’adressant au Sommet économique de Davos, Bill Gates a récemment déclaré que les cultures GM constituaient une arme essentielle pour lutter contre la faim et la pauvreté en Afrique.
Mais Bill Gates n’a pas évoqué une nouvelle d’importance, à savoir que le Burkina Faso – le plus important pays africain en termes de cultures GM – a récemment entamé sa sortie du coton BT. Il s’agit là de la semence transgénique la plus utilisée par les agriculteurs pauvres du continent.

Foto (c) ISSOUF SANOGO / AFP: Une culture de coton transgénique au Burkina Faso en 2004.– Eine Plantage transgener Baumwolle in Burkina Faso im Jahr 2004 Weiterlesen

NEIN IN BURKINA FASO ZU GENMODIFIZIERTER BAUMWOLLE, WIE SCHON VOR 9 JAHREN IN MALI – Les Burkinabés marchent contre Monsanto à l’instar du Mali, vers l’agroécologie

Die Burkiner marschieren gegen Monsanto
Ouagadougou (Libération) – 24. Mai 2015 um 12:44
Sie wollen „Monsanto abfeuern“, wie sie „Blaise abgefeuert“ haben. Zwischen 1.000 und 1.500 Personen, je nach Veranstalter, Bauern, Agronomen und Mitglieder der Zivilgesellschaft versammelten sich zu einem Marsch in Ouagadougou am Samstagmorgen, im Rahmen des Welttages für den Widerstand gegen GVO (gentechnisch veränderte Organismen).

DEUTSCH (VON MIR ETWAS VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITER UNTER DEM ZWEITEN FOTO

Aus dem Archiv / Des archives:


Bauernjury in Sikasso
Le Monde diplomatique – 13.04.2006
In Mali wehren sich die Baumwollbauern
gegen die Einführung transgener Sorten
LESEN
von Roger Gaillard
Der große, schlanke Mann im türkisfarbenen Gewand sprang auf, ergriff das Mikrofon, deutete mit dem Zeigefinger in die Luft, in Richtung der Ventilatoren, die die Mittagshitze umwühlten, und wandte sich in der Regionalsprache Bambara an die Versammelten: „Warum sollen wir armen Bauern die Genpflanzen akzeptieren, wenn die reichen Bauern des Nordens sie ablehnen?“ Zustimmendes Gemurmel aus dem Publikum. Das Saalmikro wanderte weiter zu einer jungen Landwirtin, die mit ihrem Baby gekommen war: „Wozu soll das gut sein, wenn wir durch die Genpflanzen eine größere Ernte haben, wo wir doch schon für unsere jetzige Ernte keinen anständigen Preis bekommen?“
Die Szene spielte in Sikasso, einem Ort im Süden Malis, das zu den ärmsten Ländern Afrikas gehört. In dieser Region werden zwei Drittel der wichtigsten Deviseneinnahmequelle Malis produziert: der Baumwolle. Fünf Tage lang, vom 25. bis 29. Januar 2006, gaben 43 Kleinbauern und -bäuerinnen eine beeindruckende Vorstellung in Sachen partizipativer Demokratie. Die aus der gesamten Region angereisten Baumwollbauern hatten vom Regionalparlament von Sikasso den Auftrag bekommen, eine Bauernjury zu bilden, um die Vor- und Nachteile einer eventuellen Einführung genetisch veränderter Organismen (GVO) für die Landwirtschaft zu bewerten. Die Jury, die in Anlehnung an andere, in Mali bereits wohl etablierte Diskussionsforen „Bürgerforum für demokratische Mitwirkung“ (Ecid) getauft wurde, war für Afrika eine Premiere. Unterstützung erhielt sie von europäischen Partnern, die sich für partizipative Methoden bei der Bewertung neuer Technologien und entwicklungspolitischer Maßnahmen einsetzen.*1
Das Forum in Sikasso entstand aufgrund des starken Drucks, dem sich die Länder Afrikas seitens der Agrarmultis ausgesetzt sehen, allen voran des US-Konzerns Monsanto und der Schweizer Syngenta Agro AG, die eine Industrialisierung des Agrarsektors und die Öffnung der Märkte für transgene Varietäten fordern.*2 Bt-Baumwollpflanzen sind genetisch verändert und produzieren zum Beispiel ein Gift gegen bestimmte Schädlinge. Dies ermöglicht zumindest theoretisch eine Verringerung des Pestizideinsatzes sowie höhere Ernteerträge.
Da Westafrika weltweit der drittgrößte Baumwollerzeuger ist, steht für die Agrarmultis einiges auf dem Spiel. Kein Wunder daher, dass die mit einem Jahresbudget von 100 Millionen Dollar ausgestattete US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID) die Einführung von Biotechnologien in den südlichen Ländern tatkräftig unterstützt.
Die Antwort des Schwarzen Kontinents auf den Druck von außen fällt recht unterschiedlich aus. Sambia lehnte Hilfslieferungen des Welternährungsprogramms, die bekanntlich mit genetisch verändertem US-Mais durchsetzt sind, trotz drohender Hungersnot ab. Benin hingegen nahm die zweifelhafte Hilfe an, obwohl das Land 2002 ein fünfjähriges GVO-Moratorium beschlossen hatte. In Südafrika, dem Brückenkopf der Agrarindustrie in Afrika, werden transgener Mais und transgene Baumwolle seit knapp zehn Jahren angebaut – die Ergebnisse sind umstritten. In Burkina Faso wiederum, das an Mali angrenzt, werden seit 2003 gegen vielfältigen Widerstand Freilandversuche mit transgener Baumwolle durchgeführt.
Höchst interessiert und aufmerksam befragte die Bürgerjury in Sikasso während ihres Treffens ein gutes Dutzend Experten aus Westafrika, Südafrika, Indien und Europa. Die Molekularbiologen, Agraringenieure, NGO-Vertreter und Delegierten der Bauernbewegungen beantworteten diverse Fragen zu Vor- und Nachteilen von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen: zu den Risiken für Umwelt und Gesundheit, zum tatsächlichen Produktivitätszuwachs, zu sozioökonomischen Faktoren, zu ethischen und juristischen Fragen; auch die kulturellen Implikationen waren ein Thema.
GVO heißt auf Bambara „Baieereemaschi“ (veränderte Nährmutter). Da die animistische Weltsicht im überwiegend muslimischen Mali noch sehr präsent ist, sorgte allein schon der schiere Vorgang, ein Gen von einem Organismus in einen anderen zu übertragen, bei nicht wenigen Zuhörern für Beunruhigung.
Debattiert wurde auch die überaus wichtige Problematik der geistigen Eigentumsrechte und der Patentierung. Jeanne Joudjuhekpon, Genetikerin bei der Organisation Grain, kam auf das Thema zu sprechen: „Die Bt-Saat ist patentrechtlich geschützt, was den Firmen absolute Macht über die Landwirte gibt. Die Kleinbauern haben nicht mehr das Recht, einen Teil der eigenen Ernte im nächsten Jahr auszusäen, wie sie es immer getan haben. Tun sie es dennoch, drohen ihnen juristische Sanktionen.“
Das Argument traf ins Schwarze, zumal der westafrikanische Baumwollsektor in der Krise steckt, woran Mamadou Goïta, Leiter der „Koalition gegen GVOs und für den Schutz des genetischen Erbes in Mali“ noch einmal erinnerte. Die Textilgesellschaft von Mali (CMDT), die zu 60 Prozent dem Staat, zu 40 Prozent dem französischen Unternehmen Dagris gehört, schreibt seit der Abwertung des CFA-Franc und dem Einbruch der Weltmarktpreise rote Zahlen, obwohl die jährliche Erzeugung zwischen 1994 und 2005 von 320 000 auf 600 000 Tonnen angewachsen ist.
Biobaumwolle für die europäischen Verbraucher
Bis 2008 muss die CMDT privatisiert werden, sonst blockiert die Weltbank jede weitere Hilfe. Wegen des Bilanzdefizits sank der Kilopreis, den die CMDT den Landwirten zahlt, von 210 CFA-Franc 2004 auf 160 CFA-Franc 2006 (dies entspricht 0,25 Euro), während die Kosten für chemische Hilfsmittel weiter anstiegen. Unter solchen Bedingungen ist der Baumwollanbau nicht mehr rentabel. Viele Bauern, die über Jahre nur Baumwolle angebaut haben, denken darüber nach, auf Hirse und Mais umzustellen. Mamadou Goïta hat einen anderen Vorschlag: „Wir sollten umsatteln und biologische Baumwolle anbauen, um Zugang zu EU-Märkten zu erhalten, wo die öffentliche Meinung die Genmanipulation ablehnt. In jedem Fall sind die Kräfteverhältnisse sehr ungünstig, vor allem wegen der Dumpingpolitik der Vereinigten Staaten, die ihre 25 000 Baumwollfarmer alljährlich mit 4 Milliarden Dollar subventionieren, während in Mali über 3 Millionen Menschen vom Baumwollanbau leben.“
Die multinationalen Konzerne folgten der Einladung der Bauernjury nicht. „Wir haben die Syngenta-Stiftung und Monsanto mehrfach angeschrieben“, sagt Barabara Bordogna, Biologin beim Interdisziplinären Netz für Biosicherheit in Genf (RIBios) und Mitglied des Ecid-Lenkungsausschusses, „aber die Firmen schrecken vor einer Beteiligung an einem offenen und transparenten Diskussionsprozess, den sie nicht kontrollieren können, offenbar zurück.“
Monsanto empfahl immerhin einige Landwirte, die von positiven Erfahrungen mit GVOs berichten konnten. So reiste aus Südafrika der Zulu-Bauer T. J. Buthelezi an, der seit 1996 Bt-Baumwolle anbaut, und versicherte, das Ergebnis lasse nichts zu wünschen übrig. Er berichtete, dass bei einer Überschwemmung die mit transgener Baumwolle angesäten Anbauflächen intakt geblieben, während die herkömmlichen Pflanzen eingegangen seien. Seither baue er nur noch GVOs an, auch genveränderten Mais, den er selbst esse, ohne dass gesundheitliche Beschwerden aufgetreten seien. „Macht es wie ich, bereichert euch“, rief er den Bauern Malis zu.
Zu einem ganz anderen Schluss gelangte P. V. Satheesh aus dem zentralindischen Bundesstaat Andhra Pradesh in ihrer Dreijahresstudie. Die Ernteerträge bei herkömmlichen Baumwollsorten seien durchweg höher gewesen als die Erträge auf den transgenen Versuchsfeldern, wobei die Bt-Varietät kaum weniger Pestizide benötigt habe als die herkömmlichen Sorten. Der hohe Bt-Saatgutpreis in Verbindung mit enttäuschenden Erträgen habe viele Kleinbauern ruiniert. Da Monsanto alle Entschädigungsforderungen kategorisch ablehnte, habe die Regierung von Andhra Pradesh dem Unternehmen jede weitere Aktivität in ihrem Hoheitsgebiet untersagt.
Außer diesen diametral entgegengesetzten Positionen waren auf dem Bürgerforum auch Zwischentöne zu hören. So auch die von Ouola Traoré, Agronom und Leiter des Baumwollprogramms am Nationalen Institut für Umweltfragen und agronomische Forschung (Inera) in Burkina Faso, wo Bt-Baumwolle seit 2003 getestet wird – mit der Perspektive, die transgene Varietät nach 2010 einzusetzen: „Nur durch gründliche Forschungen über die an unser Klima angepassten lokalen Varietäten lässt sich bestimmen, ob die GVOs für Westafrika eine Zukunftslösung darstellen“, erklärte Traoré. Sein Plädoyer für unabhängige afrikanische Forschungen im Rahmen staatlicher Institutionen kam bei der misstrauischen Zuhörerschaft jedoch schlecht an. Auch ihr war bekannt, dass die wissenschaftlichen Institute des Kontinents von finanziellen Zuschüssen der internationalen Biotechlobby abhängen.
Die Jury bildete mehrere Arbeitsgruppen – in einer saßen ausschließlich Frauen. Nach eintägiger Beratung gaben sie ihre Empfehlung bekannt: Nein.*3 Einstimmig lehnten die in Sikasso versammelten Bauern die Einführung von GVOs in Mali ab und befürworteten stattdessen den Erhalt und den Ausbau der lokalen Saattechniken, um nicht in Abhängigkeit von den Multis zu geraten: „Wir wollen die Herren unserer Felder bleiben, wir wollen keine Sklaven werden“, bekräftigte Brahim Sidebe, einer der Bauernsprecher.
Birama Kone legte den Akzent auf den Erhalt der konvivialen Lebensweise: „Unsere Bauern sind es gewohnt, sich gegenseitig zu helfen. Es besteht die Befürchtung, dass durch die GVOs der Sinn für Freundschaft und Solidarität zerstört wird. Wenn ich ein GVO-Feld habe, mein Nachbar aber nicht, wird es wegen der Gefahr der Kontaminierung früher oder später Konflikte zwischen uns geben.“
Die Frauendelegierte Basri Lidigoita empfahl eine Neuausrichtung der Forschung, um die lokalen Saaten mit klassischen agronomischen Verfahrensweisen zu verbessern und die Kleinbauern besser auszubilden – insbesondere in den Methoden der biologischen Landwirtschaft.
Am 29. Januar übergab die Bürgerjury ihre Empfehlungen dem Regionalparlament von Sikasso. Die Lokalradios hatten täglich über die Debatten berichtet und veröffentlichten nun ebenso wie das malische Fernsehen die Schlussfolgerungen, zu denen die Jury gelangt war. Die Empfehlungen haben zwar keine zwingende Wirkung, doch da Mali das Cartagena-Protokoll über Biodiversität*4 unterzeichnet hat, steht einer Umsetzung der Empfehlungen eigentlich nichts im Wege.
Der Gesetzentwurf, der sich an das Protokoll anlehnt, sieht vor, dass die Bürger landesweit ein Mitspracherecht haben, bevor es zu einer Einführung von GVOs kommen kann. „Wir wollen keine GVOs“, rief Lidigoita den Zuhörern zu, „und wir verlangen von der Regierung, dass sie die Einführung in unserem Land verhindert. Wenn es Bauern geben sollte, die rechtswidrig GVOs anbauen, werden wir ihre Felder abbrennen!“
Fußnoten:
1 Hier ist vor allem das Interdisziplinäre Biosicherheits-Netzwerk (RIBios) zu nennen, das an den Universitäten Genf und Lausanne sowie in Kürze auch in Bamako Fortbildung in Biosicherheit anbietet (www.ribios.ch).
2 Dazu Tom Amadou Seck, „Subventionen gegen Afrika“, Le Monde diplomatique, Dezember 2005.
3 www.iied.org/NR/agbioliv/documents/Recom mendationsEng.pdf.
4 Das „Protokoll von Cartagena über die biologische Sicherheit“, das dem „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ angegliedert ist, zielt laut Art. 1 darauf, zur „Sicherstellung eines angemessenen Schutzniveaus bei der sicheren Weitergabe, Handhabung und Verwendung der durch moderne Biotechnologie hervorgebrachten lebenden veränderten Organismen, die nachteilige Auswirkungen auf die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt haben können, beizutragen, wobei auch Risiken für die menschliche Gesundheit zu berücksichtigen sind und ein Schwerpunkt auf der grenzüberschreitenden Verbringung liegt“.

Aus dem Französischen von Bodo Schulze
Roger Gaillard ist Journalist bei der Agentur InfoSud und lebt in Genf.

© 2006 Monde-diplomatique.de
Testgelände für Monsanto
Burkina Faso hat gegen den Willen der Baumwollproduzenten genmanipuliertes Saatgut bestellt
Le Monde diplomatique – 13.02.2009
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Von Françoise Gérard
Seit dem Jahr 2001 werden in Burkina Faso Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Organismen gemacht, der sogenannten Bt-Baumwolle.*1 Doch erst zwei Jahre später wurde bei einem Workshop des Verbraucherschutzbunds zur Biosicherheit öffentlich bekannt, dass die Regierung in Ouagadougou mit dem berüchtigten US-amerikanischen Saatguthersteller Monsanto vertraglich eine Partnerschaft zum Anbau genetisch veränderter Organismen (GVO) eingegangen war. Monsanto behauptete zwar, die GVO-Versuche seien auf „gesonderten Feldern“ durchgeführt worden, tatsächlich waren es aber nur Parzellen, über die man ein paar zerfledderte Netze geworfen hatte.
Diese Nachricht löste bei den burkinischen Bauern wie zu erwarten heftige Proteste aus. Burkina Faso hatte außerdem gegen zwei internationale Abkommen verstoßen, die es selbst unterzeichnet hat: das Biodiversitätsabkommen (Convention on Biological Diversity/CBD), das 1992 in Rio de Janeiro ausgehandelt wurde, und das Cartagena-Protokoll, ein völkerrechtlich bindendes internationales Abkommen, das am 11. September 2003 in Kraft getreten war und den grenzüberschreitenden Transport und die Handhabung von gentechnisch veränderten Organismen regelt.
Mit ihrer Unterschrift unter diese beiden Verträge hatten sich alle Mitgliedstaaten – nur die USA, Somalia und der Irak haben das Cartagena-Protokoll von vornherein nicht unterzeichnet – dazu verpflichtet, dessen Vorgaben in ihrer jeweiligen nationalen Gesetzgebung umzusetzen und äußerste Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, bevor mit dem Anbau genetisch veränderter Organismen begonnen würde. Die Bevölkerung sollte über mögliche Gefahren aufgeklärt und keine Entscheidung sollte ohne eine breitestmögliche Bürgerbeteiligung getroffen werden.
Burkina Faso verabschiedete sein nationales Biosicherheitsgesetz erst im April 2006. Eigentlich hätte das Gesetz mit seinen 75 Artikeln die GVO-Gegner beruhigen können. In Artikel 22 wurde festgeschrieben, dass „die Sicherheit von Menschen, Tieren und Pflanzen und der Schutz von biologischer Vielfalt und Umwelt zu gewährleisten“ und eine Nationale Biosicherheitsbehörde (ANB ) zur GVO-Risikobewertung zu schaffen sei. Es sind ja gerade die unkontrollierbaren Risiken, die den GVO-Gegnern Sorgen machen.
Man fragt sich, warum die Regierung von Burkina Faso sich ausgerechnet mit dem Chemiekonzern Monsanto, dem Hersteller von Agent Orange und Roundup*2, zusammengetan hat. Burkina Faso ist eines der sieben ärmsten Länder der Welt. Langfristig, so hofft die Regierung, wird die gentechnisch veränderte Baumwolle die burkinische Landwirtschaft ankurbeln und damit der vielbeschworenen Armutsbekämpfung dienen. Für Monsanto war Burkina Faso als Testgebiet für die Verbreitung von GVO in ganz Westafrika besonders attraktiv, weil das Land der größte Baumwollproduzent in der Region ist, noch vor Mali, Benin und der Elfenbeinküste.
Aufgrund seiner geografischen Mittellage spielt es für die Verbreitung von Biotechnologien für Monsanto gewissermaßen die Rolle eines Trojanischen Pferds. Denn über die Baumwollentkernungsfabriken in den Grenzgebieten kommt es „unbeabsichtigt“ zur GVO-Kontaminierung benachbarter Baumwollplantagen. Und eine einmal kontaminierte Pflanze, die man mit bloßem Auge sowieso nicht als solche erkennen kann, lässt sich nicht mehr in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Und weil sich die ländlichen Gemeinden technisch aufwendige Kontrollen nicht leisten können, setzen sich die gentechnisch veränderten Pflanzen allmählich immer mehr durch, ohne dass die Bevölkerung etwas davon mitbekommt. Benin will den Anbau von GVO noch weitere fünf Jahre aufschieben. Mali dagegen hat dem Druck nachgegeben und Feldversuchen mit Bt-Baumwolle zugestimmt.
– Der diskreditierte Präsident als Musterschüler –
Burkina Faso ist das schwächste Glied in der Kette: Sein langjähriger Staatspräsident Blaise Compaoré war zudem bemüht, seinen internationalen Ruf wiederherzustellen, der durch die Unterstützung des 2003 gestürzten liberianischen Präsidenten Charles Taylor gelitten hatte.*3 So wurde Burkina Faso binnen weniger Jahre zum Musterschüler der Welthandelsorganisation (WTO). Der Abschluss mit Monsanto ist auch als politische Geste gegenüber den USA zu verstehen, und seit 2003 steht die Förderung von Bt-Baumwolle ganz oben auf der Agenda von Landwirtschaftsminister Salif Diallo.
Die Nationale Union der Baumwollproduzenten (UNPCB ) war zunächst skeptisch, gab diese Haltung jedoch alsbald wieder auf, nachdem die Union mit 30 Prozent an der Firma Sofitex beteiligt wurde, der größten burkinischen Gesellschaft zu Baumwollverarbeitung. GVO-kritische Baumwollbauern gründeten daraufhin im Jahr 2003 die Nationale Gewerkschaft für Landwirtschaft und Viehhaltung (Syntap). „Wir haben nichts anderes als die Landwirtschaft“, sagt Ousmane Tiendrébéogo, einer ihrer Sprecher. „Niemand hat das Recht, russisches Roulette mit unserer Zukunft zu spielen.“
Es gibt in Burkina Faso drei baumwollverarbeitende Gesellschaften: die Sofitex im Westen, die Socoma im Osten und Faso Coton in der Landesmitte. Zu dritt bilden sie ein Monopol, das gemeinsam mit der UNPCB jedes Jahr den Baumwollpreis festlegt. Im Jahr 2008 lag der Kilopreis für Baumwolle erster Güteklasse bei 165 Francs CFA, das entspricht 0,25 Euro. Sie beliefern die Bauern auf Kredit mit Düngemitteln, Insektiziden und Herbiziden und holen die geerntete Baumwolle zur Verarbeitung in die Entkernungsfabrik ab.
Dieses aus der Kolonialzeit übernommene Betreuungssystem ist eine zweischneidige Sache, denn es lässt den Erzeugern kaum Entscheidungsfreiheit. Den Bauern gehören zwar die Parzellen, sie könnten also ohne Weiteres, wenn es sich nicht lohnt, den Anbau von Baumwolle zugunsten einer anderen Exportpflanze, zum Beispiel von Sesam*4, aufgeben. Tatsächlich aber sind sie Abhängige – weil sie sich verschulden müssen und weil sie von den Baumwollgesellschaften direkt beliefert werden.
Yezuma Do ist Baumwollproduzent: „Sie sind mit Leuten von den Behörden gekommen. Polizisten waren auch dabei. Und sie haben uns erzählt, dass wir nächstes Jahr alle Bt anbauen müssten. Das soll angeblich besser für uns sein. Was das Saatgut kosten wird, haben sie aber nicht gesagt. Die UNPCB hat klargemacht, dass wir unsere normale Baumwolle nirgends mehr in der Gegend entkernen lassen können, wenn wir nicht mitmachen.“ Yezuma Do ist das Kämpfen leid, und wie viele seiner Nachbarn überlegt er jetzt, den Baumwollanbau ganz aufzugeben.
Die UNPCB und die Baumwollgesellschaften haben sich inzwischen zu einem großen Berufsverband zusammengeschlossen (Association interprofessionnelle du coton au Burkina/AICB ). In Kooperation mit den Wissenschaftlern überwacht der Verband die Ausbildung der Facharbeiter und Produzenten. Und er wird den Saatgutpreis für Bt-Baumwolle festlegen. Damit schließt sich der Kreis. Im Jahr 2008 wurde Bt-Baumwolle vom Typ Bollgard II auf einer Fläche von 12 000 Hektar angebaut. Nachdem die Nationale Biosicherheitsbehörde ANB deren kommerzielle Erzeugung für 2009 genehmigt hat, wurde daraus das Saatgut für 300 000 bis 400 000 Hektar Baumwolle gewonnen.
Die Produzenten bezahlten für das konventionelle Saatgut nur 900 Francs CFA (1,37 Euro) pro Hektar. Die Saatgut-Lizenzgebühren dagegen, die sie an Monsanto abführen müssen, werden vermutlich mehr als 30 000 Francs CFA (45 Euro) pro Hektar kosten.*5 Doch ihnen wird versichert, dass der Saatgutpreis auch in Zukunft erschwinglich bleiben wird.
Inzwischen haben sich einige Erzeugerverbände zu einem Anti-GVO-Bündnis zusammengeschlossen, der Vereinigung zum Schutz des genetischen Erbes Afrikas (Copagen). Auch Initiativen aus den Nachbarländern Benin, Mali, Elfenbeinküste, Niger, Togo und Senegal gehören dem Bündnis an. Trotz ihrer begrenzten Finanzmittel hat die Copagen im Februar 2007 eine Informationskampagne in der Region organisiert, um die Bevölkerung über die Risiken der GVOs aufzuklären. Die Aktion endete in einer Protestdemonstration gegen die Partnerschaftsabkommen mit der EU (WPA)*6 und den Anbau transgener Pflanzen in Ouagadougou: „Nein zum Diktat der Multis“, „Nur Bio-Anbau ist echter Umweltschutz“.
„Die da oben arbeiten offensichtlich nicht in unserem Interesse“, brachte ein Teilnehmer sein Anliegen auf den Punkt: „Wir brauchen sofort und überall Aufklärung über die GVO-Risiken. In Afrika darf es keine GVO geben.“
Die GVO-Befürworter finanzieren mit Unterstützung der Regierung Studien, Vor-Ort-Besuche und sogenannte Aufklärungsfilme. In den Hochglanzbroschüren von Monsanto wird zudem eine tolle Zukunft in Aussicht gestellt: Das transgene Bollgard-II-Saatgut soll eine durchschnittliche Ertragssteigerung um 45 Prozent, eine Verringerung der Pestizideinsätze von sechs auf zwei pro Saison und eine Kostenreduzierung um 62 Prozent bringen. Das würde, nach den Zahlen des burkinischen Instituts für Umwelt und landwirtschaftliche Forschung, eine Einsparung um 12 525 Francs CFA (20 Euro) pro Hektar und einen verbesserten Schutz von Gesundheit und Umwelt bedeuten.
– Pestizide in rauen Mengen –
Nun ist aber nichts so ungewiss wie der „durchschnittliche Ertrag“ in einem Land mit äußerst wechselhaften Niederschlägen. Wenn es nicht regnet, müssen die Bauern bis zu zwei- oder dreimal hintereinander aussäen. Solange das Saatgut billig ist, bedeutet das nur mehr Arbeit. Wenn aber die GVO-Saatgutlizenzen hinzukommen, wird es wesentlich teurer. Außerdem hat sich gezeigt, dass die genmanipulierte Wunderpflanze besonders empfindlich auf Dürre reagiert und während des Wachstums eingehen kann. Bei einem von EU-Vertretern moderierten Workshop legte man den Baumwollproduzenten nahe, sich „für alle Fälle“ mit ausreichend Schädlingsbekämpfungsmitteln zu bevorraten. Demnach scheint es alles andere als sicher zu sein, dass am Ende weniger Chemie gebraucht wird.
Zwei weitere Szenarien sind denkbar: das Heranwachsen genresistenter Raupenstämme innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre und das vermehrte Auftreten nicht zu bekämpfender sekundärer Schädlinge – Probleme, die in den USA und Indien bereits aufgetreten sind. Und als der Internationale Beratende Baumwollausschuss (CCIC)*7 vom 17. bis 21. November 2008 in Ouagadougou tagte, wurde interessanterweise zwar über den spektakulären Erfolg der Bt-Baumwolle in Indien berichtet – regelmäßige Ertragssteigerungen in den letzten sechs Jahren –, doch kein Wort über die Selbstmordwelle unter den Kleinerzeugern verloren. Ihnen hatte man hohe Ertragschancen vorgegaukelt; die wesentlich geringer ausfallenden Ernten hatten tatsächlich viele in den Ruin getrieben.*8
Über eine mögliche Kostenreduzierung lässt sich nur spekulieren, solange sich Monsanto über die Höhe der Saatgutlizenzen ausschweigt, die künftig neben Düngemitteln und Herbiziden bezahlt werden müssen. Selbst wenn man von höheren Erträgen ausgeht,*9 wird die Gewinnsteigerung kaum die Mehrkosten ausgleichen können.
Das Argument, das für die Baumwollproduzenten am meisten zählt, bleibt die von Monsanto in Aussicht gestellte Verminderung des Einsatzes von Pestiziden. Das ist nachvollziehbar, denn während der Ausbringung von Pestiziden übernachten die Bauern oft mit ihrer ganzen Familie auf dem Feld und sind daher den Giftstoffen unmittelbar ausgesetzt.
Dabei gäbe es eine gesunde Alternative: ein natürliches Insektizid, das aus dem in Westafrika weit verbreiteten Neembaum gewonnen werden kann. Um den Wirkstoff zu isolieren, ist lediglich ein einfaches technisches Verfahren erforderlich, wie Versuche der Malischen Gesellschaft für Textilentwicklung auf Baumwollfeldern in Mali gezeigt haben.
Auch die Welternährungsorganisation FAO hat 2001 ein Projekt im Rahmen der „Förderung des Integrierten Pflanzenschutzes“ (IPM) gestartet, das den Einsatz von Pestiziden deutlich vermindern oder gänzlich vermeiden helfen sollte. Dieses IPM-Projekt ist allerdings über das Stadium von Pilotversuchen nie hinausgekommen. Außerdem, das erzählt der Baumwollproduzent Yezuma Do, führe sich die Nationale Union der Baumwollproduzenten bei den Bauern auf wie eine Miliz. „Sie steht auf der Seite der Sofitex, die uns die Düngemittel und Insektizide aufzwingt. Wir haben keine Chance, uns dagegen zu wehren.“
Eine Alternative zum GVO-Anbau ist zum Beispiel die biologische und fair gehandelte Baumwolle der privaten Entwicklungsorganisation Helvetas. In Mali hat Helvetas im Jahr 2002, in Burkina Faso 2004 mit dem Anbau begonnen. Kein Chemieeinsatz, kostenlose organische Düngung, beste Erntequalität. Der Boden wird nicht ausgelaugt, sondern kann sich regenerieren. Die Erzeuger erhalten 328 Francs CFA (0,50 Euro) pro Kilogramm Baumwolle gegenüber 165 Francs CFA (0,25 Euro) beim konventionellen Anbau.
Rund 5 000 burkinische Kleinproduzenten auf 7 000 Hektar Fläche in den drei Regionen West, Mitte und Ost gehören bereits zum Helvetas-Netzwerk. Doch Monsanto und die hinter dem Konzern stehenden internationalen Finanzinstitutionen behindern das Projekt mit allen Mitteln. Und dann gibt es noch ein sehr banales Transportproblem: Für die Ausbringung des organischen Düngers werden Esel und Karren benötigt. Die wenigsten Bauern besitzen diese Hilfsmittel.
Abdoulaye Ouedraogo, bei Helvetas-Burkina zuständig für den Bereich Baumwolle, erklärt: „Hier hat der GVO-Anbau keine Zukunft. Erstens wegen des Klimas. Und zweitens, weil die Kleinbauern die Auflagen niemals erfüllen können. Sie müssen zunächst einmal ihre Familien satt kriegen. Dann erst kommt die Baumwolle. Das ist nicht wie in den USA mit ihren Monokulturen, so weit das Auge reicht.“
Dass der GVO-Anbau so massiv vorangetrieben wird, kann allerdings nicht allein den multinationalen Konzernen in die Schuhe geschoben werden, sondern hat auch mit der Gier einer privilegierten Klasse zu tun, die in Kauf nimmt, dass ihr eigenes Land ruiniert wird.
Fußnoten:
1 Bt-Baumwolle ist durch ein Gen für das Gift der Bakterienart Bacillus thuringiensis (Bt) gegen verschiedene Schädlinge resistent.
2 Agent Orange ist ein dioxinhaltiges Herbizid, das die US-Armee im Vietnamkrieg zur Entlaubung einsetzte; Roundup ist eine Serienbezeichnung bei Monsanto für hochtoxische Totalherbizide.
3 Charles Taylor, Expräsident von Liberia, steht seit Juni 2007 in Den Haag wegen Kriegsverbrechen vor Gericht. Compaoré soll Taylor während des Bürgerkriegs mit Waffen- und Diamantenschmuggel unterstützt haben.
4 Eine italienische Firma hatte ein für die Erzeuger sehr günstiges Exportprogramm aufgelegt. Aus Angst vor der Konkurrenz sorgten die Behörden dafür, dass das Programm scheiterte.
5 Vgl. die Website der NGO Grain: http://www.grain.org.
6 Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, mit denen die EU versucht, den Freihandel mit den Ländern des Südens weiterzuentwickeln. Wegen heftiger Proteste von Bürgerinitiativen und Verbänden wurden die im Jahr 2000 begonnenen Verhandlungen nicht in allen Ländern weitergeführt. Vgl. http://www.stopepa.de.
7 Jährliches Treffen der größten Baumwollproduzenten und ihrer Partner. Ihre Prognose für 2009 ist pessimistisch.
8 Siehe Palagummi Sainath, „Böse Saat in Andra Pradesh“, Le Monde diplomatique, Januar 2008.
9 Salif Diallo versprach Erträge von 3 bis 3,5 Tonnen pro Hektar. Die erfolgreichsten Versuche mit GVO-Baumwolle erbrachten im Schnitt nur 1,3 Tonnen.

Aus dem Französischen von Veronika Kabis
Françoise Gérard ist Journalistin in Ouagadougou.

© 2009 monde-diplomatique.de
Introduction de semences OGM au Mali: Après mûre réflexion, des producteurs sikassois de coton disent non
Bamako (L’Indépendant) – 29 juin 2006
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Par Ramata DIAOURE
Le 27 juin 2006 s’est tenu au Centre Djoliba, à Bamako, un atelier de restitution des résultats de “ L’espace citoyen d’interpellation démocratique (ECID) sur les OGM en relation avec l’avenir de l’agriculture “ qui avait eu lieu à Sikasso, du 25 au 29 janvier dernier.
Organisé par l’Assemblée Régionale de Sikasso, avec l’appui conceptuel et méthodologique du Réseau interdisciplinaire de biosécurité (RIBios) et de l’Institut international pour l’environnement et le développement (IIED), sur financement des coopérations suisse et néerlandaise, l’espace citoyen d’interpellation avait pour objectifs de permettre aux productrices et producteurs de la 3ème Région administrative du Mali de mieux comprendre ce que sont exactement les Organismes génétiquement modifiés (OGM), ainsi que les risques et avantages qu’ils présentent ; de confronter les points de vue et argumentaires de témoins experts pro et anti OGM et de les interpeller librement et de formuler des recommandations sur les dispositions à adopter par nos autorités par rapport aux OGM, en relation avec l’avenir de l’agriculture au Mali.
Trente et un producteurs et quatorze productrices ont participé à l’exercice citoyen, grâce aux exposés de quatorze témoins experts et à la présence de nombreux facilitateurs. La nomenclature de la CMDT en matière de classification des exploitations avait été adoptée pour une meilleure représentativité des cotonculteurs et un comité d’observateurs indépendants a veillé à l’éthique des travaux.
Les producteurs du groupe A (15% du total) disposant d’engins motorisés (tracteurs) ou de charrues et d’attelages en nombre, ceux du groupe B (35%) disposant d’un attelage simple, ceux du groupe C (20%) disposant d’un attelage bœuf-charrue incomplet et ceux du groupe D (30% du total) ne pouvant compter que sur la force de leurs bras pour produire se sont tous déclarés unanimement, à l’issue de leurs concertations, contre l’introduction des semences OGM, plus particulièrement celle de coton BT, dans notre pays.
Cela avec des arguments frappés au bon coin du bon sens paysan. Tout d’abord, ils ont fait remarquer que les deux multinationales spécialisées dans la production des semences OGM, bien que conviées à l’atelier, n’ont pas daigné y envoyer un quelconque représentant, ce qui a paru suspect à nos producteurs.
Ensuite, le fait de devoir acheter chaque année un nouveau lot de semences, au tarif prohibitif pour nombre de cotonculteurs de 33 000 F CFA à l’hectare n’a pas été du tout apprécié, d’autant plus que les producteurs tiennent à leur patrimoine semencier.
Les volets sociaux et religieux n’ont pas non plus été oubliés dans cet argumentaire.
Ainsi, on redoute de ne plus pouvoir échanger de semences entre agriculteurs, à défaut de pouvoir conserver les siennes propres et de consommer, in fine, des aliments réprouvés par la religion, puisque l’on ne saura pas d’où provient le gène ajouté à la semence de la plante.
Par exemple, l’un des groupes a parlé de la possible utilisation de gènes de porc dans le processus, ce qui heurterait les convictions de tout Musulman.
De fortes craintes par rapport à la préservation de l’environnement, à la contamination des sols et des nappes phréatiques, ainsi que des mutations génétiques sur la progéniture des hommes et des animaux se sont aussi faites jour.
En définitive, c’est un niet catégorique aux OGM qui a clos les travaux. En témoignent ces quelques recommandations. „Considérant que le nombre de petits producteurs est de 98% et que la technique des plantes OGM n’est viable qu’avec les grand producteurs, qui ne sont que 2%, cette technologie ne doit pas être introduite (Groupe A).“Développer des stratégies de promotion d’une agriculture biologique centrée sur la valorisation des produits locaux et l’abandon de l’utilisation des intrants chimiques“ (Groupe B ). « Ne mener aucune recherche scientifique sur les OGM au nom des producteurs maliens car nous, paysans maliens, sommes contre les OGM“(Groupes C et D).
„Conserver les semences locales afin qu’elles ne disparaissent pas“ et, stratégie extrême, „brûler les semis OGM des producteurs récalcitrants et sanctionner la culture et la distribution illicites d’OGM“ (Les femmes, tous groupes confondus).
Signalons que tous les débats se sont déroulés avec une traduction simultanée en bamanan, langue dans laquelle, les rapporteurs ont effectué la restitution des travaux, mardi dernier.
© 2006 L’Indépendant
Au Mali, les producteurs de coton disent « non »
Le Monde Diplomatique – avril 2006
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Par Roger Gaillard
Grand, maigre, l’homme en boubou turquoise s’est levé d’un bond, et a saisi le micro. Voix vibrante, barbiche guillerette, index tendu vers les ventilateurs qui peinent à brasser la chaleur de midi, il interpelle l’assemblée en bambara, la langue régionale : « Pourquoi nous demander à nous, paysans pauvres, d’accepter des OGM dont ne veulent pas les riches paysans du Nord ? » Murmures d’assentiment dans l’assistance, puis le micro baladeur passe à une jeune agricultrice venue avec son bébé : « A quoi bon nous pousser à produire davantage grâce aux OGM, alors que nous n’arrivons déjà pas à écouler notre production à un prix correct ? »
La scène se déroule à Sikasso, paisible bourgade du sud du Mali, au cœur d’une province rurale qui produit les deux tiers de la principale source de devises du pays, l’un des plus pauvres d’Afrique et du monde : le coton. Pendant cinq jours, du 25 au 29 janvier 2006, un étonnant exercice de démocratie participative y a rassemblé quarante-trois petits paysans, dont de nombreuses femmes. A la demande de l’Assemblée régionale de Sikasso (le Parlement provincial), ces cotonculteurs, venus de toute la région, avaient pour mission de constituer un jury citoyen chargé d’évaluer les avantages et les inconvénients d’une éventuelle introduction d’organismes génétiquement modifiés (OGM) dans l’agriculture de leur pays. Baptisé « Espace citoyen d’interpellation démocratique » (ECID), en référence à des dispositifs de débats publics déjà bien établis au Mali, ce jury – une première en Afrique de l’Ouest – était soutenu par des partenaires européens actifs dans la promotion des méthodes participatives pour l’évaluation des choix technologiques et des politiques de développement.
Le forum de Sikasso est à replacer dans le contexte des fortes pressions exercées sur les pays d’Afrique par les multinationales agroalimentaires, en premier lieu l’américaine Monsanto et la suissesse Syngenta, qui prônent l’industrialisation du secteur agricole et l’ouverture des marchés aux cultures transgéniques. (…)
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=> http://www.ired.org/modules/infodoc/cache/files/french/doc_f1531.pdf
Fotogalerien von CNOP, dem nationalen Verband der Bauernorganisationen Malis, über Mobilisierung und Protestaktionen ANSCHAUEN / REGARDER
KLICK aufs Bild vergrößert / CLIQUEZ pour agrandir
MOBILISATION CONTRE LE VOTE DE LA LOI INTRODUISANT LES OGM
à Bamako, le 13 novembre 2008

Mobilisation devant l'AN (1) Mobilisation devant l'AN (2)
Fotos (c) CNOP:
Slogans pour attirer l’attention des élus, devant l’Assemblée Nationale
Mobilisierung vor der Nationalversammlung gegen die Verabschiedung des Gesetzes zur Einführung von GVO, am 13.November 2008

=> Voir l’album

FORUM PAYSAN DE KOLONGO
dans le cercle de Macina, région de Ségou, le 20 novembre 2010

BandéroleLes participants du Forum
Fotos (c) CNOP: Landraub = Ausverkauf der nationalen Souveränität…Mali ist nicht zu verkaufen!
Teilnehmer des Forums der Bäuerinnen und Bauern

=> Voir l’album

In English:
=> Mali: not on my farm

Le Monde diplomatique – April 2006
By Roger Gaillard

=> Deliberative democracy: Citizens‘ Juries
IIED – …As indicated by its name, this Citizens‘ Jury is a space to share knowledge, dialogue and inform decisions on genetically modified organisms (GMOs) in relation to the future of farming in Mali. This event involved farmers, -men and women-, from all districts of the Sikasso region in Mali. The Citizens‘ Jury on GMOs took place in Sikasso between 25 and 29 January 2006. …Continue (with lots of links and documents)

Und was ist aus diesem Widerstand geworden?
Est-ce que les producteurs du coton malien ont eu raison de Monsanto??

La situation actuelle:

CONSTRUIRE SUR LE PASSÉ ET SE TOURNER VERS L’AVENIR

VOIR tous les articles sur le site de la CNOP – la COORDINATION NATIONALE DES ORGANISATIONS PAYSANNES au Mali,
dont le plus récent:
DECLARATION DU FORUM INTERNATIONAL SUR L´AGRO ECOLOGIE PAYSANNE
Sélingué du 24 au 27 février 2015
Nyéléni, Mali – 27 février 2015
Du 24 au 27 février 2015, nous nous sommes réuni(e)s dans le Centre Nyéléni, à Sélingué (Mali), pour développer une compréhension commune et partagée de l’agro écologie comme élément clé de la construction de la Souveraineté Alimentaire, ainsi que pour développer des stratégies conjointes visant à promouvoir l’agro écologie et éviter sa récupération par d’autres acteurs.
…En lire plus

Les Burkinabés marchent contre Monsanto
Ouagadougou (Libération) – 24 mai 2015 à 12:44
By Isabelle Hanne, Envoyée Spéciale à Burkina Faso
Ils veulent «virer Monsanto» comme ils ont «viré Blaise». Entre 1 000 et 1 500 personnes, selon les organisateurs, paysans, agronomes ou membres de la société civile, se sont rassemblées pour une marche samedi matin à Ouagadougou, dans le cadre de la journée mondiale de résistance aux OGM (organismes génétiquement modifiés), qui coordonnait plus de 400 marches dans le monde. Depuis 2008, le Burkina Faso est le seul pays de la région à cultiver du coton transgénique en plein champ.

Marche anti-Monsanto à Ouagadougou
Foto © Sophie Garcia : Marche anti-Monsanto à Ouagadougou, le 25 mai 2015.
Anti-Monsanto-Marsch in Ouagadougou, Burkina Faso, am 25. Mai 2015

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BIO UND FAIRTRADE IM BAUMWOLLSEKTOR DER REGION? – Le coton bio-équitable en mire

LANDWIRTSCHAFT: Die Fairtrade-Biobaumwolle im Visier
Bamako (Les Echos) – 13/12/2013
Um Forschungsaktivitäten für die Entwicklung der fair gehandelten Bio-Baumwolle in West- und Zentralafrika umzusetzen, trafen sich Techniker und Akteure des Baumwollsektors von Mali, Benin, Burkina Faso und Senegal in Bamako.

DEUTSCH (VON MIR ETWAS VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITER UNTER DEM GELBEN KASTEN MIT WEITERFÜHRENDEN LINKS

AGRICULTURE : Le coton bio-équitable en mire
Bamako (Les échos) – 13.12.2013
Par Sidiki Doumbia
Afin de mettre  en œuvre des activités de recherche pour le développement du coton équitable et bio équitable en Afrique de l’Ouest et du Centre, des techniciens et acteurs de la filière coton du Mali, du Bénin, du Burkina Faso et du Sénégal, sont réunis à Bamako. Weiterlesen

BAUMWOLLE IN MALI: INNENANSICHT UND HINTERGRÜNDE – Le coton: des photos sur le terrain et un rapport sur le contexte

Während einer Projektreise im Januar hatte ich Gelegenheit, die beeindruckende Baumwollernte von Welenguéna und Bélesso, zwei Dörfern in der Nähe der Kreisstadt Koutiala, zu bestaunen.
Pendant un voyage au mois de janvier j’avais l’occasion d’admirer la récolte cotonnière de deux villages dans le cercle de Koutiala.
LA VERSION FRANÇAISE DU RAPPORT SE TROUVE EN BAS SOUS LA DERNIÈRE PHOTO.

La récolte de Welenguéna (Koutiala)- Die Ernte von WelenguénaCLIQUEZ pour agrandir! – Pointez souris pour légendes
ZOOM durch Klick aufs Bild! – Die Maus zeigt auch die Bildunterschriften an.

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HOFFNUNG FÜR DIE BAUMWOLLBAUERN – Une campagne cotonnière satisfaisante

=> SEHEN SIE AUCH / VOIR AUSSI
Andrew Mitchell MP: Cotton in Mali (2008, engl.)
4minütiges Video über Baumwollanbau in Beleco, im Bezirk Fana (Region Koulikoro) – zweitgrößtes Baumwollanbaugebiet Malis nach Koutiala,
mit Musik „Dunya Salam“ von Baaba Maal

Der Wirtschaftszweig Baumwolle: ein bisschen Geschichte aus „Agribusiness for Africa’s Prosperity“
Mali war in den 90er Jahren der größte Baumwollproduzent in Westafrika Weiterlesen

HOFFNUNG FÜR DIE BAUMWOLLBAUERN IN MALI – Une campagne cotonnière satisfaisante au Mali

Koutiala (MALI): Baumwollernte mehr als zufriedenstellend
Bamako (L’Essor) – 24. Januar 2012
Die Halbzeitbilanz der Vermarktungs-und Entkörnungskampagne stand im Mittelpunkt eines Treffens zwischen dem Generaldirektor der Nord-Ost-Abteilung der CMDT (Malische Gesellschaft für die Textilentwicklung, Ed) in Koutiala, Cheick Oumar Tidiane Doucouré, und Partnern des Baumwollsektors letzte Woche im Versammlungsraum der CMDT. Dabei wurde festgestellt, dass die Kampagne 2011/2012 eine Produktion von 150.000 Tonnen Rohbaumwolle trotz der schlechten Wetterbedingungen erbrachte.

DEUTSCH (VON MIR ETWAS VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITER UNTER DEN FOTOS

Koutiala (MALI) : UNE CAMPAGNE COTONNIERE PLUS QUE SATISFAISANTE
Bamako (L’Essor) – 24 janvier 2012
Le bilan à mi-parcours se chiffre à 149.982 tonnes sur une prévision de 140.000 tonnes de coton-graine Weiterlesen