„WIR AFRIKANER MÜSSEN UNSEREN EIGENEN WEG IN DIE ZUKUNFT FINDEN“ : INTERVIEW MIT VEYE TATAH

In vielem hat sie so was von Recht:
die Informatikerin, Journalistin und Herausgeberin des Magazins „Africa Positive“ im Interview mit der Deutschen Welle.

„Afrika braucht eine mentale Evolution“
Deutsche Welle – 02.09.2018

Zusammengefasst von Kersten Knipp
Afrika braucht keine Revolution. Wohl aber eine Evolution – und zwar „eine mentale Evolution, eine Entwicklung, die das eigene Selbstbild erneuert“, sagt Veye Tatah, Informatikerin, Journalistin und Herausgeberin des Magazins „Africa Positive“. Eine Entwicklung, „die den Kontinent erlöst von den alten Stereotypen, die ihm Europa aufgezwungen hat und die die Afrikaner anschließend verinnerlichten“. Diese müssen die Afrikaner los werden. „Ansonsten riskieren sie, sich auf lange Zeit keinen Weg in eine würdige Zukunft bahnen zu können“.
Über diese Herausforderung müssten sich die Afrikaner bewusst werden, sagt Tatah im DW- Interview der Woche. „Die Kolonialherren haben immer gesagt: ‚Alles was aus eurem Land kommt ist schlecht, nur wir haben die Lösung über eure Probleme, nur unsere Produkte sind gut'“, resümiert Tatah die Erfahrungen vieler Afrikaner. „Auf diese Weise haben die Menschen ihre Wahrnehmung vor allem auf Europa orientiert – und nicht auf die Situation in ihren eigenen Ländern.“
– Engagement für Afrikas Zukunft –
Veye Tatah, geboren in Kamerun, lebt seit 27 Jahren in Deutschland, genauer: in Dortmund. Kamerun sei zur Zeit ihres Aufbruchs „sehr, sehr schön“ gewesen, sagt sie. „Aber als junges Mädchen hatte man auch immer dieses Bild von Europa und von Amerika vor Augen – ein Paradies.“
Bleiben wollte sie in diesem Paradies ursprünglich nicht – dann aber tat sie es doch. Und engagiert sich seit langem mit ihrem Magazin „Africa Positive“ für die Zukunft Afrikas. Das Titelblatt der jüngsten Ausgabe zeigt eine freudig tanzende Frau – freudig, weil es ein Jubiläum zu feiern gibt: „20 Jahre Africa Positive“ ist dort zu lesen. Die Themen, unter anderem: „Hoffnung auf ein Ende des Grenzkonfliktes zwischen Äthiopien und Eritrea“, oder „Kamerun als Fallbeispiel: Fluchtursachen bekämpfen, nicht die Flüchtlinge“. Eine weitere Geschichte widmet sich den enttäuschten Träumen afrikanischer Fußballfans: Warum schieden die Mannschaften des Kontinents bei der WM in Moskau so früh aus? Braucht auch der Fußball eine „mentale Evolution“? Wenn ja, wäre dies ein Beispiel dafür, wie umfassend die kulturelle Erneuerung sein müsste, betont Tatah.

Psychiatre et essayiste, auteur du livre „Peau noire, masques blancs“ (1952) – Vordenker des Dekolonialismus: der Arzt und Psychoanalytiker Frantz Fanon

– Die koloniale Bürde –
Und darum wird es wohl gehen, ist Tatah überzeugt. Genau 150 Jahre, vom Einmarsch der Franzosen im heutigen Algerien 1830 bis zur endgültigen Unabhängigkeit Zimbabwes 1980, standen Teile Afrikas unter europäischer Herrschaft. Der Kontinent wurde geplündert – und seinen Menschen eine Weltsicht aufgezwungen, die nicht die ihre war. Der ursprünglich aus Martinique stammende, aber lange Zeit in Algerien arbeitende Arzt und Psychoanalytiker Frantz Fanon veröffentlichte 1952 über diesen Prozess ein berühmt gewordenes Buch: „Schwarze Haut, weiße Masken“. Das Werk war revolutionär, denn es umriss in nie dagewesener Schärfe die intellektuelle Entfremdung sehr vieler Afrikaner: „Der schwarze Mensch erscheint aus der Perspektive des Weißen als minderwertig, aber umgekehrt ist der Weiße mit seinen `Errungenschaften‘ Zivilisation, Kultur, kurz Intellekt, nachahmenswert.“
Fast 70 Jahre sind seit der Veröffentlichung des Buches vergangen. Aber die Probleme, sagt Veye Tatah, seien dieselben. „Immer noch heißt es: Alles was aus Europa kommt, ist toll – und alles, was aus Afrika kommt oder schwarz ist, ist schlecht. Das führt dazu, dass wir Afrikaner nicht mehr an uns selbst glauben. Wir nehmen unsere eigenen Sachen nicht mehr in die Hand. Das ist falsch.“

Foto (c) DW: Veye Tatah: „Nous les Africains doivent prendre en main nos problèmes, trouver nos solutions à nous, et faire avancer notre Afrique. – Afrikaner müssen ihren eigenen Weg in die Zukunft finden.

Es sei ein Irrtum, anzunehmen, man könne die eigene Entwicklung selbst steuern, wenn man nicht an sich selber glaube. „Stattdessen muss man sagen: ‚Wir wollen endlich mal unsere Probleme in die Hand nehmen, unsere Lösungen, lokale Lösungen, suchen und unser Afrika nach vorne bringen.‘ Wir Afrikaner müssen erkennen, dass nur wir selbst unsere Länder steuern können und steuern müssen!“.
– „Verbrechen des Kolonialismus“ –
Die Kolonialverbrechen sind bekannt. Die Belgier etwa waren rund 75 Jahr lang in der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Das Land wurde erst 1960 unabhängig. Von 1885 bis 1908 galt es sogar als Privatbesitz des belgischen Königs Leopold II. Schätzungen zufolge wurden bis zu zehn Millionen Kongolesen ermordet oder starben an den Folgen der brutalen Ausbeutung.
Auch Deutschland hat eine dunkle Kolonialgeschichte. Seit 1884 hatte sich das deutsche Kaiserreich zunächst als „Schutzgebiet“, dann als Kolonie gegriffen. Deutsche Siedler breiteten sich immer weiter aus, was die ursprünglichen Bewohner des Gebiets, die Hereros, 1904 dazu brachte, sich gegen die Besatzer zu erheben. Unter ihrem Kommandanten Lothar von Trotha nahmen die Deutschen den Auftstand zum Anlass, die Hereros möglichst vollständig zu vernichten. Sie trieben sie in die glühend heiße und wasserlose Omaheke-Wüste. Die Wüste, so ein Zeitzeuge, sollte fortsetzen, „was die deutschen Waffen begonnen hatten: die Vernichtung des Hererovolkes.“ Die Deutschen beanspruchten das Gebiet für sich. Entsprechend gingen sie vor. Man müsse „aufräumen, aufhängen, niederknallen bis auf den letzten Mann, kein Pardon (geben)“, empfahl ein deutscher Missionar.
– „Deutschland schuldet Afrika viel“ –
Auch Deutschland schulde Afrika etwas, sagt Veye Tatah – „eigentlich schon sehr, sehr viel“. Denn viele der gegenwärtigen Probleme gründeten in der Vergangenheit. „Die Europäer haben die afrikanischen Länder nicht so verlassen, dass sie danach selbstständig ihre eigene Zukunft in die Hände nehmen konnten. Die haben es vielmehr so gemacht, dass die Länder von Europa abhängig werden.“ So könne Europa diese Länder weiterhin ausbeuten.
Darum brauche es einen grundlegenden Wandel der Beziehungen. „Man muss eine ehrliche Beziehung mit den afrikanischen Ländern angehen.“ Dazu gehöre auch, dass man über das dahinterstehende System spreche. Denn nach wie vor schadeten die europäischen und westlichen Länder dem Kontinent – etwa durch eine teils fragwürdige Entwicklungshilfe, durch unfaire Handelsbeziehungen, durch unfaire Einmischung in die politischen Angelegenheiten. „Man muss das beenden, sonst kann keine richtige Arbeitsbeziehung entstehen.“
Auch politisch müsse sich Afrika erneuern, sagt Tatah. Viele afrikanische Länder hätten weiterhin ein politisches System, das eins zu eins von Europa exportiert worden sei. „Aber wir haben eine andere Kultur bei uns zu Hause. Warum müssen unsere Institutionen eins zu eins die europäischen kopieren?“ Normalerweise müsse jedes Land sich fragen, welche politischen Traditionen am besten zu ihm passten. „Auch wir können die Politik so gestalten, dass sie unsere Gegebenheiten, unsere Leben reflektiert – und nicht weiterhin alles aus Europa übernimmt.“
– „Deutschland bedeutet mir sehr viel“ –
Eine mentale Evolution also. Veye Tatah wird sie von Deutschland aus begleiten. Zwar mache sie tagtäglich rassistische Erfahrungen – ein böser Blick, ein böses Wort, abwehrende Körpersprache. Aber daran habe sie sich gewöhnt. Dennoch identifiziere sie sich mit dem Land. „Deutschland“, sagt Tatah, „bedeutet mir sehr, sehr viel. Denn hier habe ich mir meine Zukunft aufgebaut. Zudem fühle ich mich dem Land verbunden.“
© 2018 dw.com

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INTERVIEW MIT DEM ABGEORDNETEN AHMADA AG BIBI AUS KIDAL ÜBER DIE ERWARTUNGEN DER BEVÖLKERUNG IM NORDEN, DEN FRIEDENSPROZESS UND DIE KONTROVERSE ÜBER DAS WÄHLERVERZEICHNIS – D’après le député Ahmada Ag Bibi de Kidal, le scrutin est inévitable

Foto oben/en haut (c) Reuters/Penney: Une électrice malienne vote à Bamako, lors du second tour de l’élection présidentielle, le 11 août 2013. – Eine malische Wählerin stimmt in Bamako während des zweiten Wahlgangs der Präsidentschaftswahlen ab, am 11. August 2013.

1. Präsidentschaftswahlen in Mali – Ahmada Ag Bibi (RPM): „Die Wahl ist unvermeidlich, und diejenigen, die nicht wählen gehen, disqualifizieren sich selbst“
Jeune Afrique – 26.07.2018
Ahmada Ag Bibi, Tuaregwürdenträger der Region Kidal und ehemaliger Kader von Ansar Eddine ist heute Abgeordneter für die RPM (Sammlung für Mali, Präsidentenmehrheitspartei). …
Jeune Afrique: Präsident Ibrahim Boubacar Keïta, als Kandidat für seine eigene Nachfolge angetreten, war am 19. Juli in Kidal auf Stimmenfang. Es war das erste Mal seit fünf Jahren. In welchem ​​Klima wurde er empfangen?
Ahmada Ag Bibi: Ibrahim Boubacar Keïta wurde in Kidal gut aufgenommen.

DEUTSCH (VON MIR VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITER UNTER DEM FRZ. ORIGINAL

1. Présidentielle au Mali – Ahmada Ag Bibi (RPM) : « Le scrutin est inévitable et celui qui n’y va pas se disqualifie »
JeuneAfrique – 26.07.2018
Par Aïssatou Diallo – Envoyée spéciale à Bamako
Ahmada Ag Bibi, notable touareg de la région de Kidal et ancien cadre d’Ansar Eddine, est aujourd’hui député Rassemblement pour le Mali (RPM, majorité). Il revient pour Jeune Afrique sur la polémique sur le fichier électoral, les attentes de la population dans le nord et le processus de paix.

Foto (c) REUTERS/Luc Gnago: A Bamako, le mardi 24 juillet 2018, à quelques jours du premier tour de la présidentielle prévu le dimanche 29. – In Bamako, am 24. Juli 2018, einige Tage vor dem ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen

Jeune Afrique : Le président Ibrahim Boubacar Keïta, candidat à sa propre succession, était à Kidal pour faire campagne le 19 juillet. C’était la première fois qu’il s’y rendait en cinq ans. Dans quel climat a-t-il été reçu ? Weiterlesen

IN 3 TAGEN IST PRÄSIDENTENWAHL IN MALI – NUR DIE MIGRANTEN SORGEN FÜR ENTWICKLUNG

Spannendes Audiofeature von Jens Borchers vom ARD-Hörfunkstudio Rabat, der außer der Hauptstadt auch ein abgelegenes Dorf, Bandiogoula im Kreis Kolokani, Region Koulikoro, besuchte und u.a. den Oppositionsführer Soumaïla Cissé sowie den Hoffnungsträger vieler junger Malier, Ras Bath, interviewte .

HIER KLICKEN ZUM HÖREN ! Verfügbar bis 29.01.2019

Foto (c) Jens Borchers: Bandiogoula in Mali: Mit dem Geld, das sie als Migranten verdienten, bauten die Dorfbewohner Schulen, Wasserturm und Gesundheitszentrum.

Mali vor der Präsidentschaftswahl
Nur die Migranten sorgen für Entwicklung
Deutschlandfunk Kultur – 23.07.2018
In Mali in Westafrika geht ohne die Hilfe der Migranten nicht viel: Sie schuften in Europa, bauen mit ihrem Geld in den Dörfern zu Hause die Infrastruktur auf. Der Staat tut nichts. Trotzdem hofft der amtierende Präsident auf eine weitere Amtszeit.
Von Jens Borchers
Bandiogoula liegt etwa 600 Kilometer westlich der malischen Hauptstadt Bamako. Hierher führt keine Straße. Nach Bandiogoula kommt man nur über Sandpisten, quer durch die Savannen-Landschaft. Das Dorf hat etwa 8000 Einwohner, sagt der Dorfälteste Salomou Traoré, als wir uns zur Begrüßung im Hof seines Hauses niederlassen. Links und rechts neben diesem gelb gestrichenen Haus stehen traditionelle Lehmhütten.

Foto (c)Jens Borchers: Im Hof seines Hauses: Interview mit dem Dorfältesten von Bandiogoula, Traoré Salomou

Salomou Traoré hat ein Haus aus Stein gebaut. Gut ausgestattet, gepflegt, fast wohlhabend wirkt es. Traoré hat es mit dem Geld gebaut, das er in Frankreich verdient hat:
„Ich war 19 als ich weggegangen bin. Und ich war 43 Jahre in Frankreich, weil es hier im Dorf so viele Probleme gab.“
Das war in den 1960er Jahren. Keine Schule im Dorf, kaum Arbeit, wenig Chancen, Geld zu verdienen. Also wanderte Salomou Traoré aus.
Ohne Migration gäbe es keinen Fortschritt
Am nächsten Tag treffe ich den jungen Moussa im Dorf: 23 Jahre alt, er hat die Schule abgeschlossen, hat aber kein Geld, um in einer großen Stadt zu studieren. Er träumt von der Migration nach Europa:
„Ich könnte nach Marokko gehen und dann versuchen auf eines der Boote zu kommen, die übers Meer nach Europa fahren. Aber viele Boote gehen unter, mir ist das zu gefährlich. Ich kann es mit einem Visum versuchen. Aber das ist schwierig.“
Moussa weiß, dass Visa kaum zu bekommen sind. Er weiß auch, dass er eventuell einen Asylantrag stellen könnte – aber auch da stehen die Erfolgschancen schlecht. Also bleibt er in Bandiogoula. Nur: Eine Idee, was hier aus ihm werden soll, hat er nicht.
Dabei hat sich einiges verbessert im Dorf. Und jeder hier sagt: Diese Fortschritte hätte es ohne die Migration nie gegeben. Denn Migranten aus Bandiogoula überweisen nicht nur Geld an ihre eigenen Familien. Sie haben sich obendrein zusammengeschlossen und investieren in die Infrastruktur von Bandiogoula: Zwei Schulen sind so entstanden, ein Wasserturm, die Moschee wurde renoviert und eine Gesundheitsstation gebaut.
Ein Geburtszimmer – Migranten haben es finanziert
Im Dorf angekommen, werde ich zu einer feierlichen Eröffnungszeremonie eingeladen. In der kleinen Gesundheitsstation ist jetzt ein Zimmer für Geburten eingerichtet worden. Das wird jetzt eingeweiht.

Foto (c) Jens Borchers: Die Menschen im Dorf feiern ein Fest zur Einweihung des Geburtszimmers im Gesundheitszentrum.

Das ganze Dorf kommt dafür zusammen, es werden Reden gehalten, es wird getanzt. Die Dorfbewohner sind stolz. Es sind ihre Familienangehörigen, die in Europa schuften und das Geld für solche Investitionen nach Hause schicken. Salomou Traoré, der Dorfälteste, betont das gleich ein paar Mal:
„Alles, was es in unserem Dorf gibt, haben wir selbst aufgebaut. Der malische Staat hat hier nichts gemacht.“
„Wir leben von der Diaspora“
Es gibt keinen Strom, kein fließendes Wasser. Aber das Dorf hat trotzdem mehr als viele andere Dörfer vorweisen können, dank der Migranten. Lebt der Traum von der Migration also weiter? Ein alter Herr, auch er hat lange Jahre in Europa gearbeitet, beantwortet die Frage so:
„Wir haben doch keine Wahl – wir leben von der Diaspora. Wenn es hier mal wieder nicht regnet, so wie im vergangenen Jahr, als es keinen Tropfen Wasser gab, dann leben wir vom Geld der Migranten in Frankreich, in den USA, in Spanien oder in Deutschland.“
Die jungen Leute im Dorf sehen keine Zukunft in der Landwirtschaft, die wegen des Wassermangels und des extremen Klimas schon immer schwierig war. Der Viehhandel bringe auch nicht genug ein, sagen sie.
Moussa, der junge Mann, der davon träumt nach Frankreich zu gehen, zuckt mit den Schultern.
„Ich weiß nicht, wie die Zukunft sein wird. Ich habe niemanden in Frankreich, in Europa. Ich bin alleine.“
Aber er träumt weiter von einem Visum für Europa. Von einer Zukunft als Migrant, als einer der es schafft, im Ausland Geld zu verdienen, damit es seiner Familie im Dorf Bandiogoula, in Mali, besser geht.
Niemand hier erwartet, dass der malische Staat, dass die Regierung etwas für die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in der Region unternimmt. Oder dass die anstehende Präsidentschaftswahl Ende Juli etwas entscheidend verändern könnte. Wahlkampf? – Das beschäftigt in Bandiogoula kaum jemanden.


Abenteuerliche Fahrt in die Hauptstadt Bamako
Wir fahren zurück in die Hauptstadt Bamako. Durch Dörfer, die deutlich ärmer dran sind als Bandiogoula mit all seinen Migranten, die Geld nach Hause schicken. Durch Gassen und über Dorfplätze, zugemüllt mit Abfällen, Verpackungen und Plastiktüten. Vorbei an Ziegenherden und mageren Rindern. Vorbei an sandfarbenen Lehmhütten und halbfertigen Ziegelbauten. Aus dem Radio schallt die Musik der malischen Band Bogoly.
Die Nationalstraße nach Bamako ist streckenweise in einem abenteuerlichen Zustand. Tiefe Schlaglöcher lauern massenweise, manchmal hilft nur ein Ausweichmanöver in die Savanne. Die Lastwagen kommen auf dieser Straße nur mühsam voran. Erst kurz vor Bamako erreichen wir einen neu asphaltierten Streckenabschnitt. Er soll noch kurz vor der Wahl offiziell eingeweiht werden.
Denn in Bamako wird schon Wahlkampf gemacht. Und wie: Soumaila Cissé, Chef der Opposition im malischen Parlament, schaffte es bereits im Mai, etwa 40.000 Menschen ins große Fußballstadion der Hauptstadt zu locken.
Der Kandidat der Opposition hat wenig konkrete Ideen
Vuvuzelas dröhnen, Sirenen heulen – Soumaila Cissé wird empfangen wie ein Triumphator. Der 68-Jährige hatte die Wahlen vor fünf Jahren verloren. Er sagt, weil die Stimmenauszählung damals manipuliert wurde.…Weiterlesen
(…)
Korruption und Misswirtschaft sind ein Dauerthema der malischen Politik. Präsident Ibrahim Boubacar Keita hatte zu Beginn seiner Amtszeit versprochen, massiv gegen Bestechung, Bestechlichkeit und Vetternwirtschaft vorzugehen. Tatsächlich aber gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Korruptionsaffären.
Die hat ein Mann besonders laut angeprangert, der sich nicht als Politiker versteht, der aber die malische Politik ordentlich aufgemischt hat. Ras Bath nennt er sich, wir treffen ihn in einem winzigen Büro, das er in einem Jugendzentrum in Bamako hat.

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Hoffnungsträger für die Jugend: ein Radiomoderator
Der 45-Jährige ist vor allem bei jungen Leuten beliebt. Er hat Radioshows moderiert. Eine davon, „Karten auf den Tisch“, wurde berühmt für einen sehr unverblümten Umgang mit den Mächtigen in Mali. Ras Rath hat Korruptionsfälle dokumentiert und klagt darüber, wie wenig Präsident Keita und seine Regierung dagegen unternommen haben. Sein Lieblingsbeispiel für das, was er „Verantwortungslosigkeit“ nennt, ist der Fall des ehemaligen Landwirtschaftsministers, der in einen Skandal um Kunstdünger verwickelt war und nach langem Hin und Her schließlich seinen Posten räumen musste. Eine rein kosmetische Maßnahme, kritisiert der malische Aktivist:
„Die Sanktion gegen den Landwirtschaftsminister bestand darin, dass er nach seiner Entlassung zum Aufsichtsratschef der größten Bank des Landes ernannt wurde. Er ist übrigens aktuell Vorsitzender der Partei des Präsidenten. Das ist natürlich eine der schönsten Strafen, die man sich vorstellen kann.“
Ras Bath hat einen Riesenwirbel ausgelöst, als er öffentlich machte, dass bei der Armee Geld unterschlagen wird. In einem Land, in dem die Soldaten schlecht ausgerüstet und miserabel bezahlt gegen Extremisten kämpfen müssen, sorgte die Nachricht für böses Blut. Viele junge Menschen sehen in Ras Bath deshalb einen Anführer. Jemanden, der die etablierte Polit-Elite zur Verantwortung ziehen will. Und er gefällt sich offensichtlich in dieser Rolle.
(…)
Ras Bath selbst möchte nicht in die Politik. Aber jetzt, vor der Präsidentschaftswahl, tritt er gemeinsam mit dem Oppositionsführer Soumaila Cissé auf. Dem Politiker Cissé soll das wohl Sympathien insbesondere bei vielen jungen Wählern verschaffen. Der Aktivist Ras Bath seinerseits hofft anscheinend darauf, bei einem Wahlerfolg Cissés zumindest einen Teil seiner Vorstellungen von Transparenz und Reformen politisch einklagen zu können.
Ob sich Soumaila Cissé wirklich gegen den amtierenden Präsidenten Keita durchsetzen kann – viele glauben nicht daran. Unter den Vertretern der internationalen Gemeinschaft in der malischen Hauptstadt Bamako scheint das auch gar nicht die entscheidende Frage zu sein. Cissés vage Vorschläge zur Lösung der komplexen Probleme Malis überzeugen sie nicht. Mit Präsident Keita haben sie vor allem eine Erfahrung gemacht: Da wird viel angekündigt und wenig umgesetzt.
Die Diplomaten treibt aber eine viel akutere Sorge um: Dass nämlich die Partei der Präsidenten versuchen könnte, auf Biegen und Brechen einen Sieg Keitas bereits im ersten Wahlgang durchzusetzen. Mit allen erlaubten, aber teilweise auch mit unerlaubten Mitteln wie Stimmenkauf. Natürlich redet darüber niemand offiziell, das verbietet die Diplomatie.
Aber einer wie Ras Bath spricht das ganz offen an. Er sagt, die Regierung habe kaum etwas dafür getan, dass junge Erstwähler tatsächlich auch an der Wahl teilnehmen können. Sie hätten sich registrieren lassen müssen, um eine Wahlkarte zu bekommen. Viele junge Menschen wissen das gar nicht und könnten im Wahllokal dann abgewiesen werden.
(…)
Der geopolitische Blick auf ihr Land ist vielen Maliern fremd. Im Dorf Bandiogoula werden kleine Fortschritte mit dem Geld der malischen Migranten in Europa finanziert – hier denkt man nicht über Sahel-Region nach. Im Norden von Mali wollen die Menschen vor allem Schutz vor Extremisten und vor der zunehmenden Kriminalität. Die große internationale Politik spielt da keine Rolle.
Die Mehrheit der Menschen hat ganz andere Probleme. Die Analphabetenquote liegt in Mali über 50 Prozent. Die meisten Dörfer haben weder Strom noch fließendes Wasser. Und fast die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Sicherheit. Bildung. Strom. Wasser. Und vor allem Arbeitsplätze – Jobs, Jobs, Jobs – das erwarten die Menschen von ihrem Staat und von ihrer Regierung.
„Der malische Staat hat hier nichts gemacht“
Im Dorf Bandiogoula, 600 Kilometer weit weg von den politischen und geopolitischen Gefechten der Hauptstadt, sind das die wichtigsten Themen. Nicht die malische Regierung hat im Dorf für Schulen, einen Wasserturm und ein Gesundheitszentrum gesorgt. Das haben die Dorfbewohner selbst gemacht. Mit dem Geld, das sie als Migranten im Ausland verdient haben. Wie hatte der Dorfälteste Salomou Traoré es noch ausgedrückt?
„Alles was es in unserem Dorf gibt, haben wir selbst aufgebaut. Der malische Staat hat hier nichts gemacht.“
Wahrscheinlich beschreibt der Dorfälteste von Bandiogoula damit ziemlich genau die Ursache der vielen Probleme, mit denen Mali schon so lange kämpft.
© 2018 deutschlandfunkkultur.de

Foto (c) Baba Ahmed: 16.07.2018, Mali, Yanfolila (Süden): Soumaila Cisse, Präsidentschaftskandidat der Union für die Republik und die Demokratie (URD), gestikuliert während einer Wahlkampfveranstaltung aus einem Auto in Richtung seiner Anhänger.

Unter etwas anderen Vorzeichen auch vom Bayerischen Rundfunk gesendet:
Eine Präsidentschaftswahl und ihre Risiken
Pulverfass Mali
Bayerischer Rundfunk 21.07.2018
Den westafrikanischen Staat Mali kennen viele Deutsche vermutlich nur deshalb, weil dort Bundeswehrsoldaten stationiert sind. (…)
Am 29. Juli finden Präsidentschaftswahlen statt. Die Kandidaten stehen Schlange, um Staatsoberhaupt Ibrahim Boubacar Keita aus seinem Amt zu verdrängen. Die Frage ist nur: Würde Keitas Niederlage an Malis fataler Situation irgendetwas ändern? Sind seine Gegenkandidaten tatsächlich Hoffnungsträger? Und wie leben Malis Bürger in einem Staat, der ihnen eigentlich nur sehr wenig bietet?
Jens Borchers über ein Land, in dem ungefähr die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Ein Land, in dem Terroristen den grausamen Alltag bestimmen. Ein Land, das viele daher auch für ein Pulverfass halten.
© 2018 br.de

MOBILISIERUNG DER BÜRGER MIT DEM ZIEL, AUS MALI EIN LAND ZU MACHEN, AUF DAS DIE MALIER STOLZ SEIN KÖNNEN (INTERVIEW MIT MME SY KADIATOU SOW)

Dieses Interview mit Sy Kadiatou Sow ist während einer Vor-Ort-Recherche der Journalistin Charlotte Wiedemann bereits im Dezember 2017 entstanden, hat aber im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen kaum etwas von seiner Aktualität verloren.

Demokratie in Mali: „Wir sind gefallen und versuchen aufzustehen“
Heinrich-Böll-Stiftung – 31. Januar 2018
Von Charlotte Wiedemann
Aus der Erbitterung über die herrschende politische Klasse und die gefühlte Besatzung durch Militärinterventionen erwächst in Mali eine gestärkte Opposition. Die ehemalige Außenministerin Sy Kadiatou Sow ruft die Jugend auf, sich zu erheben.

Foto (c) Charlotte Wiedemann

Foto (c) Charlotte Wiedemann: Madame Sy Kadiatou Sow ist Mitbegründerin von „Antè a Banna“ (zu deutsch etwa: es reicht!), einem breiten oppositionellen Bündnis in Bamako. Die 62jährige ist gleichfalls Präsidentin der Vereinigung „Alliance pour la Democratie“ (Adema). Diese brachte 1991 nach dem Sturz der Militärdiktatur nicht nur die gleichnamige Partei Adema hervor, heute noch die größte des Landes, sondern auch alle anderen politischen Parteien der jungen Demokratie. Madame Sy war u.a. Außenministerin und die erste weibliche Gouverneurin ihres Landes.

Madame Sy, Sie sind eine etablierte langjährige Politikerin – und doch sitzen Sie nun in einem Oppositionsbündnis mit radikalen Jugendlichen, die vom politischen System Malis völlig frustriert sind. Was hat Sie an deren Seite gebracht? Weiterlesen

DSCHIHADISTEN AN DEN RUNDEN TISCH ? – Il faut négocier avec les djihadistes?

1. Mit Dschihadisten verhandeln?

Le Monde Diplomatique – 12.04.2018
Von Charlotte Wiedemann
Neutralisieren, unschädlich machen. Für das Töten muslimischer Terroristen werden Worte verwandt, die aus der Insektenvernichtung stammen. Es scheint sich um Täter jenseits aller gemeinhin geltenden Maßstäbe zu handeln, bei deren Bekämpfung folglich das Völkerrecht keine Anwendung zu finden braucht. Der War on Terror, psychologisch und rechtlich derart entgrenzt geführt, ist auf den meisten Schauplätzen militärisch gescheitert. Damit verliert auch die westliche Definition vom totalen Feind an Deutungsmacht.
2. Mit Dschihadisten verhandeln? Eine radikale Idee, die in Mali immer populärer wird
IRIN – 19.04.2018
Analyse von Aliou Hasseye, Freelance-Journalist in Bamako
Keine deutsche Übersetzung, aber hier geht es => zur englischen Version
3a. Frieden und Sicherheit in Mali: IBK hatte versucht, mit Iyad Ag Ghaly zu verhandeln
Bamako (La Sirène) – 21. Februar 2018
Viele Male von der malischen Zivilgesellschaft aufgefordert, einen Prozess des Dialogs mit den im Norden agierenden Terrorgruppen zu beginnen, hat sich Präsident IBK zu diesem Thema öffentlich schon immer kompromisslos gezeigt.
3b. Terroristen: sortiert sie, bevor ihr verhandelt!
maliweb – 27. März 2018
Verhandeln mit Iyad Ag Ghaly? Dies wäre nach Ansicht einiger Malier die Wunderlösung für die Probleme Malis. Aber was sagen die Terroristen? Haben sie sich jemals dafür ausgesprochen?

DEUTSCHE ARTIKEL (VON MIR VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG von #3) WEITER UNTER DEN FRANZÖSISCHEN

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DIE MISSION BLEIBT ZWEIFELHAFT: NEUE STUDIE ZUR AKTUELLEN SITUATION IN MALI – 5 ans après le debut de l’intervention, il reste des doutes (Analyse), MALI-INFOS 26/04/2018

2. Négocier avec les djihadistes ? Une idée radicale qui gagne en popularité au Mali
BAMAKO (IRIN) – 19 avril 2018
Par Aliou Hasseye, journaliste freelance
Au Mali, pays en proie à la violence où les attentats mortels perpétrés par des djihadistes sont monnaie courante, les observateurs posent une question auparavant impensable : le temps est-il venu de négocier avec les extrémistes ? Weiterlesen

DIE MISSION BLEIBT ZWEIFELHAFT: NEUE STUDIE ZUR AKTUELLEN SITUATION IN MALI – 5 ans après le debut de l’intervention, il reste des doutes (Analyse)

Foto oben (c) AP/Jerome Delay: A French soldier waits for a French Puma transport helicopter to land on the soccer stadium to test the field in the center of Niono, some 400 kms (300 miles) North of the capital Bamako Sunday Jan. 20, 2013.

Charlotte Wiedemann hat wieder eine „treffende“ Analyse auf Grundlage zahlreicher (ca. 40) Gespräche während ihrer letzten Recherchereise nach Mali im Dezember 2017 geliefert. Eine Analyse aus deutscher Nicht-Regierungs-Sicht, aber eben auch aus malischer Sicht.

In diesem Zusammenhang ist ihr Beitrag in der taz vom 21.01.2013, 10 Tage nach der damaligen Intervention, immer noch sehr aufschlussreich: In zweifelhafter Mission.

Charlotte Wiedemann, une journaliste freelance, a fait des recherches et a mené une quarantaine d’entretiens au Mali avec différents interlocuteurs parmi lesquels des représentants locaux de la société civile, des acteurs politiques, des religieux, des scientifiques, des agents des forces de sécurité, des membres des Nations unies, des diplomates et des représentants allemands de la coopération au développement, en décembre 2017.
Une journaliste que j’apprécie beaucoup … pendant quelques années elle avait aussi vécu au Mali mariée á un syndicaliste – donc une femme de terrain, on pourrait dire.

Cette étude vient juste d’être traduite en français (VOIR en bas de l’article).

Viel Militär, weniger Sicherheit

Mali – fünf Jahre nach Beginn der Interventionen

,

Zusammenfassung

– Fünf Jahre internationaler Militärintervention haben für Malis Bevölkerung keine Sicherheit gebracht. Vielmehr breiten sich die Zonen der Unsicherheit im Land immer weiter aus. Weiterlesen

UNTERRICHT IN AFRIKA: DIE NATIONALSPRACHEN MALIS HABEN IM BILINGUALEN SYSTEM IHREN PLATZ – Les langues nationales occupent leur place dans l’enseignement primaire

Im Curriculum der malischen Grundschulen ist schon lange die « pédagogie convergeante » verankert, ein bilinguales System gegenüber der « pédagogie classique », die aus der Kolonialzeit übernommen wurde. Nur sind die Schwierigkeiten unübersehbar: die Lehrerausbildung hinkt immer noch hinterher. Und so kann es manchmal sogar an Schulen, wo die konvergente Pädagogik eingeführt war, eine Rückentwicklung zur klassischen Pädagogik geben.

Dans le curriculum de l’Ecole Fondamentale au Mali, la « pédagogie convergeante », un système bilingue, est ancrée depuis les années 70. En raison de déficiences que connaît la formation des maîtres, elle n’est pas assurée. Dans la plupart des écoles on enseigne en « pédagogie classique », un système assumé depuis l’ère coloniale.

Bamanankan, Songhaï, Tamashek … die Nationalsprachen setzen sich nur langsam in den malischen Schulen durch
LE MONDE – 16.02.2018
Unterricht in Afrika (26). Der Staat hat sich entschieden, mehrere Sprachen in der Grundschule zu verwenden, aber die Zahl der Anhänger des (klassischen) Französischunterrichts bleibt hoch.
In der Mamadou-Kounta-Grundschule von Kalabancoro, einer Gemeinde von Bamako. I-Männchen Sekou, 7, schreibt einen Satz an die Tafel: « Karamɔgɔ nana an lajɛ » ( „Der Lehrer ist gekommen, um uns zu besuchen“) Das ist Bamanankan (Bambara), eine der Nationalsprachen von Mali.

DEUTSCH (VON MIR VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITER UNTER DEM FRZ. ORIGINAL

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Face à la déscolarisation, le Niger mise sur l’enseignement en langues locales
LE MONDE – 07.02.2018
La classe africaine (14). Dans un pays où un habitant sur deux a moins de 15 ans, très peu d’élèves vont au-delà du cycle primaire. Et les autorités manquent de moyens face à la croissance démographique.
Angesichts der geringen Einschulungsrate setzt Niger auf den Unterricht in den Nationalsprachen.
Über die Schulsituation im Nachbarland Niger, die mit der in Mali durchaus vergleichbar ist

Bamanakan, songhaï, tamashek… les langues nationales peinent à s’imposer dans les écoles maliennes
Le Monde – 16.02.2018
La classe africaine (26). L’Etat a fait le choix d’utiliser plusieurs langues dans l’enseignement primaire, mais les partisans du français restent nombreux.
Par Bokar Sangaré (contributeur Le Monde Afrique, Bamako)

Foto (c) mali7.net: Dans une école primaire – In einer Grundschule

Ecole fondamentale Mamadou-Kounta de Kalabancoro, une commune de Bamako. Elève de première année, Sekou, 7 ans, écrit une phrase au tableau : « Karamɔgɔ nana an lajɛ » (« le maître est venu nous rendre visite »). C’est du bamanakan (bambara), l’une des langues nationales du Mali. Weiterlesen