BUNDESWEHREINSATZ IN MALI (ANALYSE) – La mission de la Bundeswehr au Mali est loin d’être en vain

Mission de la Bundeswehr au Mali : un expert explique pourquoi il n’a pas échoué
Une évaluation par le commandant en chef, le colonel Mike Werner
Vous trouvez la traduction du site web en français par google ICI

Bundeswehr-Einsatz in Mali: Experte erklärt, warum er nicht erfolglos ist
web.de/magazin – 18.03.2022, 11:14
Es ist in den Hintergrund gerückt, aber auch an anderen Orten auf der Welt herrscht Krieg: Noch bis Ende Mai läuft das aktuelle Mandat der Bundeswehr im westafrikanischen Mali.
Der deutsche Bundestag muss entscheiden, wie es dort weitergehen soll. Frankreich hat den Abzug seiner Kampftruppen bereits angekündigt.
Hat der Einsatz vor Ort die Situation überhaupt verbessert? Einsatzführer Oberst Mike Werner gibt eine Einschätzung.
Von Marie Illner

Foto (c) Jörg Böthling: Des engins de la Bundeswehr sont stationnés au camp Castor, près de Gao au Mali, dans le cadre de la mission de l’ONU „Minusma“. – Fahrzeuge der Bundeswehr sind im Rahmen der UN-Mission „Minusma“ im Camp Castor in der Nähe von Gao in Mali stationiert.

Kampfhubschrauber, Sturmgewehre, Panzer: Bilder davon gehen in diesen Tagen beinahe nur aus der Ukraine um die Welt. Aber auch in anderen Teilen der Erde herrscht Krieg: im westafrikanischen Mali bereits seit 2012. Deutsche Soldaten sind seit fast neun Jahren vor Ort, der Einsatz gilt als eine der gefährlichsten Missionen, an denen die Bundeswehr beteiligt ist.
Zuletzt rückte das krisengebeutelte Land wieder in den Fokus, weil der wichtigste Truppensteller Frankreich verkündete, seinen Mali-Einsatz zu beenden. Schnell stand fest: Die Franzosen reißen eine Lücke. Und offen bleiben die Fragen, ob auch die Bundeswehr abzieht und ob ein „zweites Afghanistan“ droht.
Deutschland ist in Mali sowohl am Stabilisierungseinsatz der Vereinten Nationen „Minusma“ und an der „Trainingsmission EUTM“ der Europäischen Union beteiligt. Offiziell läuft das Mandat der deutschen Soldaten noch bis Ende Mai. Der Bundestag muss also bald entscheiden, wie es weitergeht.
CDU-Verteidigungspolitiker Henning Otte warnte im Gespräch mit der ARD bereits vor den Folgen eines Abzugs: „Deutschland würde Mali im Kampf gegen den Terror alleine lassen. Die Sahel-Zone würde vom Terror destabilisiert werden, und Deutschland würde den Vereinten Nationen in ihrem Bemühen um die Region in den Rücken fallen.“
Missions-Erfolge in Mali sind umstritten
Doch die Erfolge der Mission in Mali sind äußerst umstritten: Seit vergangenem Jahr wird Mali von Militärs regiert, die sich an die Macht putschten. Bis heute ist die Situation instabil und die politische und soziale Zukunft des Landes ungewiss. Im Norden begehrt die Volksgruppe der Tuareg auf, in der gesamten Sahel-Zone breiten sich islamistische Terroristen aus.
Oberst Mike Werner ist Kontingentführer des deutschen Einsatzkontingentes in der UN-Mission. Vor Ort hat er direkten Kontakt zur malischen Bevölkerung. „Ich bin in den letzten Monaten auf Menschen getroffen, die den internationalen Streitkräften im Allgemeinen und den deutschen Soldaten im Besonderen freundlich, offen aber auch mit ehrlicher Sorge um ihre eigene Sicherheit begegnen“, berichtet er im Gespräch mit unserer Redaktion.
Als deutscher Soldat werde ihm Dankbarkeit entgegengebracht – und das nicht nur, weil Deutschland als erstes Land das souverän gewordene Mali anerkannte. „Auch die zahlreichen kleinen und größeren bilateralen Entwicklungshilfeprojekte werden dankbar und als Investition in die eigene Zukunft angenommen und bewahrt“, betont Werner.
Allerdings sind die Deutschen – anders als die Franzosen – in Mali auch nicht zum Kampfeinsatz, sondern zum „Peacekeeping“. „Der militärische Kernauftrag ist das Aufklären und der Beitrag zum Gesamtlagebild“, erklärt Werner. Aus dem Missionshauptquartier in Bamako bekomme man dabei Fragen zur Beantwortung übermittelt.
Zusammenarbeit mit Anti-Demokraten (intertitre déroutant/ irreführender Zwischentitel, ndlr/Ed.)
Dann mache man sich mit verschiedenen Aufklärungsmitteln an die Arbeit. „Ohne in Details gehen zu können, reicht die Bandbreite von speziell für Gesprächsführung ausgebildete Soldaten über verschiedene technische Sensoren am Boden bis zu Drohnen“, sagt Oberst Werner. Die Deutschen würden so maßgeblich dazu beitragen, dass die zivilen und militärischen Mittel der Vereinten Nationen in Mali „zielgerichtet und proaktiv“ eingesetzt werden können.
Bislang sind allerdings alle Versuche gescheitert, die regierenden Militärs – die zunehmend auf eine militärische Zusammenarbeit mit Russland setzen – dazu zu bringen, die Wahlen in Mali vorzuziehen. Das Dilemma: Als Alternative zur Zusammenarbeit mit Anti-Demokraten erscheint nur ein Abzug mit möglicherweise verheerenden Folgen.
Als erfolglos will Werner den Einsatz dennoch nicht bezeichnen. „Ohne Minusma wäre hier im Nordosten Malis – neben den im Aufbau befindlichen malischen Streitkräften – kein Sicherheitsakteur verfügbar“, sagt er. Die Menschen wären gegenüber den Terrorgruppen auf sich allein gestellt.
Im Nordosten Malis würden global agierende Terrororganisationen aufeinandertreffen. „Sie bekämpfen sich nicht nur gegenseitig, sondern nehmen auf die hier lebenden Menschen keine Rücksicht“, sagt Werner. Die durch diese Gruppen auf Straßen vergrabenen Sprengfallen töteten und verletzten unterschiedslos die gegnerische Gruppe, Sicherheitskräfte und auch Zivilisten.
Verteilungskämpfe um Ressourcen
Hinzukommen Konflikte durch Dürre und Wassermangel. „Der Fluss Niger, der sich hier in einem Bogen durch Ost-Mali zieht, führt jetzt bedeutend weniger Wasser als noch vor fünf Monaten“, hat Werner beobachtet.
Allerorten versuchten die Menschen, das Wasser für den Anbau von Nahrungsmitteln oder für die Viehzucht zu nutzen. „Insbesondere das hohe Bevölkerungswachstum und die Ausbreitung der Sahara führt zu Konkurrenz um wenige natürliche Ressourcen“, sagt er.
Auch für die deutschen Einsatzkräfte ist die Lage vor Ort gefährlich: Sie seien „latent durch Sprengfallen terroristischer Gruppen, den Beschuss der Feldlager in Gao mit Raketen oder Mörser, aber auch durch gesundheitliche Risiken wie Malaria gefährdet“, erklärt Werner.
Die Absprache und Verständigung zwischen den europäischen Hauptstädten darüber, wie es in Mali weitergehen soll, hält Werner deshalb für entscheidend. „Die Stabilisierungsmission wird in weiten Teilen der Bevölkerung anerkannt, gleichwohl wird die Stabilisierung, der Aufbau von Sicherheit und selbsttragenden Strukturen dauern“, sagt er.
Über den Experten: Oberst Mike Werner ist Kontingentführer des deutschen Einsatzkontingentes „Minusma“.
© 2022 web.de

2 Gedanken zu „BUNDESWEHREINSATZ IN MALI (ANALYSE) – La mission de la Bundeswehr au Mali est loin d’être en vain

  1. Ein scharfsichtiger Kommentar der Westafrikakorrespondentin der taz, mit Vorgeschichte
    Ein Abzug löst gar nichts
    taz – 23.02.2022
    Die westlichen Streitkräfte in Mali sind nicht gescheitert. Das Problem ist die Abwesenheit des Staates – das kann nur die malische Regierung lösen.
    Von Katrin Gänsler
    Es ist verständlich, dass nun über den Mali-Einsatz debattiert und der Abzug der Streitkräfte gefordert wird. Die Bundeswehr ist schließlich seit 2013 in dem westafrikanischen Land. Die malische Armee sollte zügig wieder aufgebaut und besser für den Anti-Terror-Kampf aufgestellt werden. Der Schritt war bitter nötig nach Aufständen von Teilen der Tuareg-Bevölkerung Ende 2011, einem Staatsstreich im März 2012, der monatelangen Besatzung des Nordens durch die Terrorgruppen Mujao (Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika) und Ansar Dine (Verteidiger des Islam).
    Als die erste französische Mission Serval noch im Land war, wurde zügig EUTM, die Ausbildungsmission der Europäischen Union, 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako in Koulikoro aufgebaut. Wenig später erhielt die Mission der Vereinten Nationen zur Stabilisierung von Mali (Minusma) ihr erstes Mandat. Deutschland kann derzeit bis zu 1.700 Sol­da­t*in­nen in den Sahelstaat entsenden, 1.100 für die Minusa, den Rest für EUTM.
    Gebracht hat das allerdings – so wirkt es – viel zu wenig: Im Norden und Zentrum sind weiterhin der „Islamische Staat in der Größeren Sahara“ (EIGS) sowie die Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime (JNIM) aktiv. Aus der malischen Region Mopti, durch die sich der Fluss Niger zieht, berichten Bewohner*innen, dass Dschihadisten längst ganze Dörfer und den Handel kontrollieren sowie eigene Strukturen aufbauen.
    Der Terror wandert weiter in Richtung Süden. Auch wenn Städte wie Timbuktu und Gao sicherer als noch vor einigen Jahren sind, kommt es in der Umgebung zu Überfällen durch bewaffnete Banden. Außerdem haben Konflikte zwischen verschiedenen Ethnien zugenommen, die eigene Selbstverteidigungsmilizen gegründet haben. Mitunter kommt es zu einer Vermischung mit den Terroristen. Doch auch die malischen Streitkräfte fallen – so kritisieren es mehrere UN-Berichte – durch Menschenrechtsverletzungen auf. Von den Lebensbedingungen vieler ganz zu schweigen: Mehr als 400.000 Personen sind derzeit im eigenen Land auf der Flucht und mehr als 7,5 Millionen Menschen hungern.
    – Probleme sind strukturell begründet –
    Dass die Missionen als gescheitert betrachtet werden, liegt allerdings auch an den von Anfang an völlig überzogenen Erwartungen. Als die ersten französischen Sol­da­t*in­nen Anfang Januar 2013 in Mali ankamen, wurden sie bejubelt, jede „Befreiung“ einer Stadt im Norden beklatscht. Es wirkte so, als würde es nur wenige Monate dauern und radikale Terrorgruppen gehören der Vergangenheit an. Der Höhepunkt sollten die Wahlen Ende Juli darstellen, die viele als übereilt empfanden und tatsächlich nur der alten Elite Auftrieb gaben.
    Die Probleme gehen jedoch tiefer und sind strukturell begründet: Die Regierung in Bamako ist für die meisten weit weg und wird als ein importiertes koloniales Konstrukt empfunden. Der Staat ist, von den großen Städten abgesehen, kaum präsent. Dabei geht es nicht nur um Sicherheit, sondern vor allem um Infrastruktur: Straßen, Schulen, Gesundheitszentren. Zahlreiche Dezentralisierungsprogramme haben das nicht verbessert.
    Druck übt zudem der hohe Bevölkerungsanstieg aus, der jährlich bei etwa 3 Prozent liegt. Laut Weltbank leben knapp 42 Prozent unterhalb der Armutsgrenze, tatsächlich dürften es noch mehr sein. Eine ganze Generation wächst ohne nennenswerte Perspektiven auf, da auch der Klimawandel durch das Ausbleiben von Regen oder unberechenbaren Starkregen in Teilen des Landes große Probleme bringt. Auch diese existenziellen Sorgen machen anfällig dafür, von Terrorgruppen geschaffene Strukturen zu akzeptieren.
    Genau da liegt das Problem. Die Missionen sind nicht dafür verantwortlich, Strukturen zu ändern. Reformen sind Aufgabe des malischen Staates, der dieser nicht nachgekommen ist. Die letzte gewählte Regierung von Ibrahim Boubacar Keïta stürzte auch deshalb, weil die Korruption weiter zugenommen hatte, Wahlen nicht korrekt durchgeführt wurden und sich Politiker wie Keïtas Sohn Karim nicht für die Alltagsprobleme interessierten, sondern Geld im Ausland verprassten.
    – Dialog ist die einzige Lösung –
    Ziehen sich immer mehr Länder aus den Missionen zurück, würde das nicht zu einer Verbesserung führen, im Gegenteil. Es ist nicht klar, wie viele russische Söldner durch die Wagner-Kooperation im Land sind. Ihre Zahl dürfte im mittleren dreistelligen Bereich liegen. Ihre von der Militärregierung gerne zitierten Erfolge werden zwar bejubelt. Trotzdem wird ihr Einfluss sehr viel geringer sein als mitunter angenommen.
    Ein Abzug schafft stattdessen erneut Rückzugsräume für Dschihadisten sowie das organisierte Verbrechen, führen doch Schmuggelrouten durch den Norden Malis. Das symbolisiert: Sie haben gewonnen. Vergessen werden darf auch nicht, dass unklar ist, was in Mali ohne die Missionen passiert wäre. Möglicherweise hätten sich Gruppierungen weitaus schneller gen Süden ausbreiten können und vielleicht würde es in Timbuktu und Gao einen Alltag geben, wie ihn die Bevölkerung 2012 erlebt hat. Damals legten Islamisten die Scharia besonders radikal aus, sorgten für Angst und Unsicherheit.
    Klar ist allerdings, dass es nicht so weitergehen kann. Seit Jahren kritisieren Ex­per­t*in­nen im Land den militärischen Ansatz im Kampf gegen den Terrorismus, eine viel zu wenig nachhaltige Ausbildung durch EUTM, mangelndes Interesse an einer Zusammenarbeit. Die Liste ist lang. Spekulationen über Gespräche mit JNIM wurden von Regierungsseiten immer wieder dementiert.
    Dabei ist ein Dialog letztendlich die einzige Lösung, egal wie unbequem er ist und wie aussichtslos er scheint. Das gilt auch für die Übergangsregierung von Assimi Goïta und seinem Premier Choguel Maïga. Man mag sich andere Ansprechpartner wünschen. Lässt man aber eine Zusammenarbeit immer weiter abbrechen, hilft das der Bevölkerung nicht. Es stärkt eher den aufkeimenden Nationalismus im Land und sorgt für eine weitere Spaltung.
    © 2022 taz.de

    Gefällt mir

  2. Bereits am 09.02.22 schickte Afrique-europe-interact einen ausführlichen offenen Brief an die Bundesregierung und Bundestagsabgeordnete, um aus der eigenen Erfahrung mit ihren Kooperationspartner*innen in Mali viele z.Zt. anstehende Fragen kurz und soweit möglich zu beantworten und „einen Beitrag zum Umdenken [zu] leisten: Mali befindet sich in einer extrem schwierigen Lage, gleichzeitig gibt es vielversprechende Lösungsansätze.“
    „Konkret haben wir uns mit folgenden Fragen- bzw. Problemstellungen beschäftigt: (1) Weshalb es irreführend ist, von einer Militärregierung oder Junta zu sprechen, die den demokratischen Prozess in Mali sabotieren würde. /// (2) Weshalb die Verschiebung der Wahlen nötig ist, um die institutionellen Voraussetzungen für einen demokratischen Neuanfang zu schaffen. /// (3) Weshalb die malische Bevölkerung die Verschiebung der Wahlen mehrheitlich gutheißt. /// (4) Weshalb der Staat und die (bisherige) politische Klasse in Mali das Vertrauen der Bevölkerung verloren haben. /// (5) Weshalb Frankreich eine maßgebliche Mitverantwortung an der diplomatischen Eskalation mit der malischen Regierung trägt. /// (6) Weshalb der Konflikt mit Dänemark nicht überbewertet werden sollte. /// (7) Weshalb MINUSMA und EUTM Mali weiterhin eine wichtige Rolle spielen sollten – ob mit oder ohne Deutschland. /// (8) Weshalb sich die malische Übergangsregierung gezwungen sah, militärische Unterstützung bei Russland anzufragen. /// (9) Weshalb der Konflikt in Mali langfristig nicht militärisch gelöst werden kann. “ …READ MORE

    Zum Thema des obigen Eintrags:
    (7) Weshalb MINUSMA und EUTM Mali weiterhin eine wichtige Rolle spielen sollten – ob mit oder ohne Deutschland.
    Die weitere Beteiligung der Bundeswehr an der UN-Friedensmission MINUSMA sowie der EU-Ausbildungsmission EUTM wird derzeit massiv in Frage gestellt. Als Begründung wird meist auf den Umstand der verschobenen Wahlen hingewiesen – ein Argument das den demokratischen Charakter der Übergangsregierung verkennt, wie bereits in den Punkten a), b) und c) ausgeführt wurde. Hinzu kommen weitere Kritikpunkte, die schwerwiegender sind. Beispielsweise, dass die MINUSMA-Truppen überproportional stark mit Selbstschutz befasst sind und daher eine fragwürdige Kosten-Nutzen-Relation aufweisen. Oder dass sich MINUSMA immer wieder – zum Teil auch mandatswidrig – von der französischen Antiterroroperation Barkhane instrumentalisieren lässt, mit dem Effekt, dass MINUSMA in den letzten Jahren immer stärker in den Strudel der durchaus berechtigten Kritik an Barkhane geraten ist.

    Dennoch sollten die Erfolge von MINUSMA nicht unterschätzt werden. Denn die UN-Friedensmission ist innerhalb einer extrem destabilisierten Gesellschaft ein tendenziell stabilisierender Faktor. Einerseits, indem sie – jedenfalls dort, wo sie zum Einsatz kommt – eine Schutzwirkung gegenüber der Zivilbevölkerung entfaltet, was seinerseits Voraussetzung für die Umsetzung entwicklungspolitischer Maßnahmen ist. Andererseits, indem sie auf unterschiedlichen Ebenen an den prinzipiellen (leider widersprüchlich gewobenen) Zielsetzungen des Friedensabkommens von Algier festhält und somit wertvolle Beiträge zum Zustandekommen lokaler Friedensverträge leistet. So wird im aktuellen MINUSMA-Report der UN in Absatz 28 näher auf den von MINUSMA unterstützten Friedensprozess in dem Dorf Ogossagou im Zentrum Malis eingegangen. Ogossagou ist 2019 in die weltweiten Schlagzeilen geraten, nachdem die von der damaligen Regierung unter Präsident Ibrahim Boubacar Keita geförderte Miliz Dan Na Ambassagou 172 Menschen ermordet hat, überwiegend Angehörige der Fulbe. Dass es in Ogossagou gelungen ist, einen halbwegs stabilen Frieden zu erzielen, ist ein beeindruckender Erfolg aller Beteiligten, also auch von MINUSMA, die zwischenzeitlich in dem Dorf stationiert war. Denn Ogossagou liegt just in jener Region, in der in den letzten Jahren die meisten Opfer in Mali zu beklagen waren. Kurzum – ein Rückzug Deutschlands wäre sorgfältig abzuwägen. Denn Fakt ist, dass Deutschland innerhalb von MINUSMA eine politisch und logistisch bedeutsame Rolle spielt, und das mit der Konsequenz, dass ein Rückzug aus MINUSMA die gesamte Friedensmission in Schwierigkeiten bringen könnte.

    Ganz ähnlich bei der EU-Ausbildungsmission EUTM. Auch hier gilt, dass die malische Armee weiterhin auf externe Unterstützung bei Ausbildung und Ausstattung angewiesen ist und dass daher eine Verkleinerung von EUTM ihre Fähigkeit schwächen würde, effektiv gegen bewaffnete Gruppen vorzugehen (ein Umstand, der umso bedauerlicher wäre, als die malische Armee in den letzten Wochen erstmalig seit langem größere Gebiete befreit konnte – unter anderem in dem für die Ernährungssicherung Malis so wichtigen Bewässerungsgebiet des Office du Niger).

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s