BÜRGERFORUM IN ABIDJAN VOR DEM EU-AU-GIPFEL BEHINDERT – Sommet UA-UE : une nouvelle ère de coopération? Sommet alternatif avorté par la police

Anders als geplant: Der Alternativgipfel von Abidjan wird massiv von Sicherheitskräften behindert
venro.org -29. November 2017
Eigentlich sollte es am dritten Tag des zivilgesellschaftlichen Gipfels Forum Citoyen um die Fertigstellung der Abschlusserklärung gehen.

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Es geht um Jobs, Bildung, Perspektiven – denn das fehlt Millionen jungen Menschen in Afrika. Viele machen sich deshalb auf die gefährliche Reise nach Europa. Dabei braucht es oft nur ein wenig Hilfe, damit sich Menschen gegen die Flucht entscheiden.
Sehen Sie das Video: Großer EU-Afrika-Gipfel in Abidjan dw – 29.11.2017
„Investitionen in die Jugend“ stehen im Mittelpunkt beim Gipfel in Abdijan. 55 afrikanische Staats- und Regierungschefs sprechen mit ihren Kollegen aus 28 EU-Ländern auch über Migration und Fälle von Sklaverei. (…)
NGO’s ausgesperrt
Aber bringen diese Projekte, von mehr oder minder demokratischen Regierungschefs aus Afrika gemeinsam mit ihren europäischen Kollegen beschlossen, konkreten Nutzen für die Bevölkerung? Kadidia Koné, örtliche Vertreterin der Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ ist gleichermaßen wütend und verängstigt. Schon am Montag hatte die Polizei kurzerhand das alternative Treffen der NGO’s in der Innenstadt von Abidjan geschlossen, ohne das zu begründen. Beim Gipfeltreffen selbst sind, entgegen normaler Praxis, auch keine Vertreter der Zivilgesellschaft zugelassen. Sogar ein Treffen mit Jugendlichen wäre am Morgen fast noch verhindert worden, obwohl der Gipfel sich doch um sie drehen soll.
Das Verbot sei „ein Schlag gegen die Demokratie“, sagt Koné, „solche Gipfel seien völlig nutzlos, wenn die Stimme der Menschen vor Ort nicht gehört werde. „Das ist nur für die Regierenden, ich glaube nicht dass sie die Sorgen der Leute hier ernst nehmen“.
Die NGO-Vertreterin fordert vor allem kleinteilige Förderung ländlicher Kommunen, wo die meisten Menschen in Afrika leben. Sie brauchten Landgeräte, man müsse die Infrastruktur verbessern, dabei helfen ihre Produkte abzusetzen. Den Regierenden aber gehe es vor allem um Prestigeprojekte in den Hauptstädten.
Auch Jean-Baptiste Djeka steht draußen vor der Tür des Gipfeltreffens. Mit einer Gruppe von Künstlern und Studenten bemalt er an der nächsten Straßenkreuzung ein altes Boot mit den Bildern verzweifelter Migranten, die sich in Libyen hinter Gittern wieder finden. „Hier stirbt die Hoffnung“ haben sie geschrieben, und dass sie gegen die Sklaverei protestieren. Jean-Baptiste sieht aber auch die Verantwortung der jungen Afrikaner selbst, und ihrer Regierungen. Man könne nicht immer nur nach Geld aus Europa rufen, „Wir zeigen, dass wir uns alle engagieren müssen und für unsere Anliegen kämpfen“.
© 2017 dw.com

UA-UE Côte-d’Ivoire: La police met fin à un Forum citoyen de 600 participants venus d’Afrique et d’Europe
FACE Abidjan – 29.11.2017
Par Adolphe Angoua
« Loin du faste de l’hôtel Ivoire, un forum citoyen a réuni plus de 600 participants venus d’Europe et d’Afrique pendant trois jours dans l’amphithéâtre de la bourse du travail de Treichville. Mais mardi, la dernière cession de ce sommet « bis » a été mystérieusement interdite par la police. » (Jeune-Afrique)

Foto (c) faceabidjan/archives: Les forces de l’ordre ont dispersé les membres de la société civile qui voulaient tenir une conférence de presse à la Bourse du Travail à Treichville – Ordnungskräfte zerstreuten Mitglieder der Zivilgesellschaft, die am der Gewerkschaftszentrale in Treichville eine Pressekonferenz abhalten wollten

– La police fait échouer une activité de la Société civile à Treichville –
La conférence de presse prévue, le mardi 28 novembre 2017, par des responsables de la société civile à la Bourse du Travail de Treichville a mal tourné. La police a fait une descente sur les lieux pour disperser les organisateurs.
L’on a assisté à une chasse à l’homme, le mardi 28 novembre 2017, dans les rues de Treichville. … Selon l’AIP qui rapporte les faits, un membre de la Société civile contacté a indiqué que les forces de l’ordre disent avoir reçu l’ordre de leur supérieur hiérarchique pour empêcher la tenue de cette conférence de presse.
Il s’agissait pour ces organisations de la société civile de recueillir auprès des populations les plaintes et les suggestions relatives au sommet Union africaine (UA) Union européenne (UE) qui se tient du 29 au 30 novembre 2017, au Sofitel Abidjan Ivoire, en vue de faire des recommandations aux autorités politiques.
Ces organisations de la société civile ont prévu qu’elles organiseraient des manifestations, le mercredi 29 novembre 2017 devant l’ambassade de la Libye pour protester contre l’esclavage des migrants africains qui a cours dans ce pays.
© 2017 Infodrome.com

Anders als geplant: Der Alternativgipfel von Abidjan wird massiv von Sicherheitskräften behindert
venro.org -29. November 2017
Par Dr. Boniface Mabanza Bambu
Eigentlich sollte es am dritten Tag des zivilgesellschaftlichen Gipfels Forum Citoyen um die Fertigstellung der Abschlusserklärung gehen. Doch dann verhinderte die ivorische Polizei eine friedliche Konferenz – ohne Angaben von Gründen und ausgerechnet mithilfe von EU-gesponsorten Einsatzwagen. Ein Augenzeugenbericht aus Abidjan.
Am dritten und letzten Tag des Bürgerforums von Abidjan wurde alles anders als geplant. Die ersten Teilnehmenden, die an der Arbeitsbörse von Abidjan im Stadtteil Treichville ankamen, waren überrascht, eine massive Polizeipräsenz vorzufinden. Die bereits gereizt wirkenden Einsatzkräfte teilten mit, dass die Konferenz der Zivilgesellschaften Afrikas und Europas annulliert worden sei und das sie „von oben“ den Befehl erhalten hätten, jede Ansammlung von Menschen zu verhindern. Dies würde auch konsequent durchgeführt werden.
Interessanterweise waren unter den Teilnehmenden viele Menschen aus anderen Ländern und nur wenige, die direkt aus der Elfenbeinküste kamen. Es gelang nur bedingt, einen Dialog mit den Polizist_innen zu initiieren. Spätestens als immer mehr Einsatzwagen zum Veranstaltungsort kamen und die Polizei damit begann, nicht nur den Eingang des Geländes, sondern auch die komplette Straße zu räumen, wurde klar: An einen schönen Abschluss der dreitägigen Konferenz an diesem für die schwachen ivorischen Gewerkschaften so wichtigen Ort war nicht mehr zu denken.
Ironie dieser Geschichte: Auf allen Polizeiautos, die genutzt wurden, um die Meinungsfreiheit der Teilnehmenden zu unterdrücken, fand sich ein interessanter Hinweis auf die Kooperation der EU mit der Elfenbeinküste wieder – Ivorische Polizei: Geschenk der Europäischen Union. Die Ivor_innen haben sich geschämt, dass ihr Land sogar Polizeiautos von der EU bekommen muss. Was aber viele Menschen interessanter fanden, war der Umstand, dass im Vorfeld eines AU-EU-Gipfels zum Thema Investitionen in die Jugend für eine nachhaltige Zukunft europäische Autogeschenke benutzt werden, um die Meinungsfreiheit junger Afrikaner_innen zu unterdrücken, die an diesem Tag zahlreich vertreten waren. Wenn die EU denkt, mit dieser Art von „Hilfe“ Fluchtursachenbekämpfung zu betreiben, lebt sie in einer Scheinwelt – denn es ist genau diese Art von Aufrüstung der Sicherheitskräfte, welche für Unterdrückung eingesetzt wird, die wiederum junge Menschen in die Flucht treibt.
– „Kirchenasyl“ bei den Katholiken –
Ein Alternativplan musste also her, um die Konferenz noch zu Ende bringen zu können. Kurzerhand wurde beschlossen, in das katholische Pastoralzentrum CERAO auszuweichen – das sich quasi am anderen Ende von Abidjan befindet. Trotz der Schwierigkeit, in dem entstandenen Chaos alle Interessierten zu informieren und Transportmöglichkeiten zu organisieren, fanden sich am Nachmittag etwas mehr als 100 Menschen am neuen Veranstaltungsort ein.
Hier ging es nur noch darum, die Abschlusserklärung, die in den zwei vergangenen Tagen von einem ausgewählten Team progressiv redigiert wurde, vorzulegen und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Nach einem kurzem Austausch wurde die Abschlusserklärung schließlich von allen Delegierten angenommen. Die Erklärung thematisiert alle wichtigen Themen, die die Beziehungen zwischen afrikanischen und europäischen Staaten prägen: Migration, Handel, Rohstoffpolitik, Investitionen – aber auch die Belastung durch die Kolonialgeschichte. Sie endet mit Empfehlungen, die nicht nur an die afrikanischen Länder und die EU adressiert sind, sondern auch die Zivilgesellschaften selbst in ihren jeweiligen Kontexten in die Pflicht nehmen.
© 2017 venro.org

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2 Gedanken zu „BÜRGERFORUM IN ABIDJAN VOR DEM EU-AU-GIPFEL BEHINDERT – Sommet UA-UE : une nouvelle ère de coopération? Sommet alternatif avorté par la police

  1. s i e haben angst vor den jeweiligen VÖLKERN
    U N D
    gleichzeitig erachten sie die VÖLKER als minderwertig …

    das ist alles vorbei, wenn die kabale aufgelöst ist,,, zur VERANTWORTUNG GEZOGEN WURDE

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  2. EU-Afrika-Gipfel will Migranten aus Libyen zurückbringen
    Deutsche Welle – 30.11.2017
    Am Rande des EU-Afrika-Gipfels in Abidjan beschlossen Vertreter von UN, EU und mehreren afrikanischen Staaten in Libyen versklavte Migranten zurückzubringen. Die afrikanische Union soll die Führung übernehmen.
    (…)
    Zur Zukunft Afrikas und seiner Jugend keine Ergebnisse
    Die Schlusserklärung des Gipfeltreffens ist voller diplomatischer Formulierungen über Wünsche, Ziele und gemeinsame Erkenntnisse zu den Herausforderungen der Zukunft auf dem afrikanischen Kontinent. Mehr aber haben Vertreter aus 55 afrikanischen und 28 europäischen Ländern in ihren äußerst kurzen Arbeitssitzungen nicht zustande gebracht. Es gibt keine Investitionszusagen, Beschlüsse für eine neue Wirtschaftsstrategie, die Zusammenarbeit zwischen EU und Afrika oder zu den Ursachen der Flüchtlingskrise. Das Treffen endete mit einer Zustandsbeschreibung.
    „Hier wurde eine wichtige Gelegenheit verpasst“, sagt Friederike Röder von der französischen Entwicklungsorganisaton „One“. EU-Afrika-Gipfel finden nur alle vier Jahre statt, und zu den zentralen Themen dieses Treffens, „Jugend, Bildung, Beschäftigung“ habe es keine konkreten Beschlüsse gegeben. „Alle Regierungschefs waren sich einig über die Herausforderungen durch die Bevölkerungsentwicklung in Afrika“, aber es gebe keine neuen Initiativen, auch nicht den von der EU im vorab beschworenen „Marshallplan“.
    Röder nennt den Gipfel eine Enttäuschung: „Man hätte eine neue Strategie für die Zukunft Afrikas beschließen müssen“, aber dafür fehle jetzt jede Grundlage. Auch die Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ kritisiert: „Der Gipfel hat sein selbst gestecktes Ziel verfehlt“. Bei den beiden großen Problemen für bessere Beziehungen zwischen Afrika und Europa, den Abkommen über Migration und über Wirtschafts-partnerschaft, hat er keine Fortschritte gebracht.
    © 2017 dw.com

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