BITTE KEINEN TRUMP MEHR FÜR GAO!! – Chers électeurs et électrices de Gao, évitez votre Trump!

Foto (c) aramata: Affiche électorale à Kati – Wahlwerbung in Kati

Während die Wahlwerber mit ihren Lautsprecherwagen hier in Kati volltönig auf dem Plateau herumfahren und Flyer verteilen – sogar einen mit Programm, sonst eher unüblich -, habe ich einen Bericht über die Bürgermeister*innenwahl in Gao gefunden, und außerdem einen sehr viel älteren (leider ohne Übersetzung) über die zweifelhaften Aktivitäten des Kandidaten Diallo, der sich als Trump-Fan outet.

1. Wahl nach Monaten der Unterdrückung | DW Nachrichten


Published on Nov 18, 2016
Wer wird Bürgermeister im malischen Gao? Vielleicht sogar eine Frau? Nach sieben Monaten islamistischer Unterdrückung findet jetzt die Wahl eines Stadtoberhaupts statt. Und zwei der elf Kandidaten sind Frauen.
2. Malis Trump auf Wahlkampftour
deutsche Welle – 18.11.2016
Am Sonntag werden in Mali neue Bürgermeister gewählt. In der Stadt Gao will ein bekennender Trump-Fan wiedergewählt werden.

DEUTSCHER ARTIKEL #2 WEITER UNTER DEM FRANZÖSISCHEN

Foto (c) DW/A.Kriesch/J.-P.Scholz: Affiches électorales au centre de Gao – Wahlwerbung im Zentrum von Gao

3. Au Mali, le parcours étonnant de Sadou Diallo, maire de Gao et businessman
Le maire de Gao est à la fois élu et homme d’affaires. Au Mali, il gère hôtels et boites de nuit, au grand dam des islamistes.
Radio France – 09/05/2014
Par Jean Leymarie
Publié sur maliactu le 08/05/2013: Sadou Diallo: Le maire qui transforma Gao en une géante boite de nuit
Sadou Diallo a retrouvé sa ville il y a deux mois exactement, grace à l’armée française qui en a chassé les islamistes. Il a retrouvé une commune en ruine. Il y a perdu six établissements, des hôtels et des boîtes de nuit qui lui appartenaient et que les djihadistes ont détruits. Car pour eux, Sadou Diallo est le diable, une incarnation du vice. Selon un imam de la ville, „même les chiens le détestent“.
Dans Libération, ce matin, Jean-Louis Le Touzet dresse son portrait. Vous le verrez aussi en photo, un chapeau de cow-boy, une cigarette à la bouche. Le maire n’est pas modeste : „ma vie est un roman“, dit-il. A 56 ans, il a tout fait : „boucher“ à Ouagadougou, puis „tailleur pour dames“ ; „charcutier“ à Abidjan – à l’époque, il travaille pour un Italien qu’il finit par accompagner en Europe. Il se retrouve à Toulouse, où il est embauché dans une „casse automobile“. Il a seulement 22 ans quand il décide de tout quitter pour retourner en Afrique. Il s’engage chez Kadhafi. Il rejoint la légion islamique du guide libyen. „Rien que pour l’argent“, dit-il. Il montre sur son abdomen le trou que lui aurait laissé une balle.
Cette vie n’est pas pour lui. Il a envie de faire des affaires. En 1982, il rentre chez lui, au Mali. A Gao, il ouvre son premier hôtel. D’autres établissements suivent rapidement. Sadou Diallo bâtit une petite fortune. En 2006, il loue ses chambres aux forces
américaines chargées de former l’armée malienne : „j’ai fait un fric fou avec les Américains. Je leur facturais tout au prix fort“.
Sadou Diallo est un businessman. Il l’assume : „Je sais bien ce qu’on dit de moi en ville : que j’ai trempé dans la drogue et que c’est de là que je tiens mon argent. Mais mon pognon, je le tiens de mon boulot dans le tourisme. Il n’y a pas une famille dans Gao à qui je n’ai pas rendu service „. Il se penche vers l’envoyé spécial de Libération : „Si tu as besoin de quelque chose, demande à mon bras droit. Il est très disponible. C’est un truand, mais attention, un truand de confiance“.
Voilà pourquoi les islamistes détestent Sadou Diallo, hommme d’affaires truculent et sulfureux, qui se présente comme un „musulman à la foi chrétienne“, qui boit de la bière, et qui ne veut pas rester maire de Gao toute sa vie : „encore deux ans à tirer, dit-il. Maire, c’est chiant comme tout. Il faut vraiment être con pour être maire dans un pays pauvre comme le Mali“. Sadou Diallo n’a peur des contradictions. Dans Libération, il ajoute : „Je ne peux pas laisser Gao dans cet état. Nous allons rebâtir.“
© 2016

2. Malis Trump auf Wahlkampftour
deutsche Welle – 18.11.2016
Von Adrian Kriesch, Jan-Philipp Scholz
Am Sonntag werden in Mali neue Bürgermeister gewählt. In der Stadt Gao will ein bekennender Trump-Fan wiedergewählt werden. Es sind die ersten Kommunalwahlen seitdem die Stadt in der Gewalt von Islamisten war.

Seit mehr als einer Stunde schon lässt er auf sich warten. Endlich ist ein Fahrzeug auf der staubigen Sandpiste zu sehen, die zur Residenz des Bürgermeisters von Gao führt. Aber die Rückbank des schicken Geländewagens ist unbesetzt. Am Steuer nur ein Mann im Jogginganzug, der lässig an seiner Zigarette im Mundwinkel zieht.
Auf den zweiten Blick hat er gewisse Ähnlichkeiten mit dem älteren Herrn, der seit Wochen mit Hut und strengem Gesichtsausdruck auf Wahlplakaten überall in Gao zu sehen ist. Er ist es nämlich.
Sadou Diallo ist stolz auf sein unkonventionelles Auftreten. Niemals sei er auch nur einen Tag zur Schule gegangen, erzählt er selbstbewusst. Trotzdem habe er als Geschäftsmann und Bauunternehmer ein Vermögen verdient. Seit sieben Jahren ist er nun Bürgermeister von Gao – und Anführer einer der größten Oppositionsparteien Malis, der Partei für wirtschaftliche Entwicklung und Solidarität PDES.
– Islamisten verjagen Bürgermeister –
In Diallos Amtszeit fiel auch das dunkelste Kapitel der Geschichte Gaos. Anfang 2012 eroberten islamistische Milizen zusammen mit Tuareg-Rebellen weite Teile Nord-Malis. Im März gaben sich die malischen Regierungstruppen auch in Gao geschlagen. Doch das Bündnis aus Dschihadisten und Unabhängigkeitskämpfern hielt nur kurz. Die Islamisten übernahmen schnell die Kontrolle.
Acht Monate später eroberten schließlich französische und malische Truppen Gao zurück. Seit April 2013 soll die UN-Friedensmission MINUSMA helfen, für Sicherheit in Nord-Mali zu sorgen. Mehr als 3000 zivile und militärische UN-Mitarbeiter sind in der Region stationiert. Seit diesem Jahr werden sie von mehr als 500 Soldaten der deutschen Bundeswehr unterstützt.
In vielen ländlichen Regionen hat sich die Sicherheitslage jedoch in den letzten Monaten wieder zugespitzt. Erst vor zwei Wochen wurden ein togolesischer UN-Soldat und zwei Zivilisten bei einem Angriff auf einen UN-Konvoi getötet. In einigen Städten wie dem nordmalischen Kidal werden deshalb keine Kommunalwahlen stattfinden. In Gao hingegen ist die Lage vergleichsweise stabil. So stabil, dass die Regierung entschieden hat, am Sonntag die Abstimmung zuzulassen.
Bürgermeister Diallo gibt sich siegessicher. Dabei ist die Konkurrenz beachtlich: Elf Kandidaten haben sich zur Wahl aufstellen lassen, unter ihnen auch zwei Frauen. Houleymatou Maiga ist in Gao aufgewachsen, hat hier jahrelang als Schuldirektorin gearbeitet – und sie hat große Sympathien in der Bevölkerung. Denn während der Bürgermeister beim Angriff der Islamisten aus der Stadt floh, entschied sich Maiga trotz Lebensgefahr in Gao zu bleiben. „Ich habe meine Familie hier und mein Mann ist ein traditioneller Führer. Wir konnten doch nicht einfach der Stadt den Rücken kehren“, erklärt sie.
– Wahlkampf gegen die UN –
Gaos Zeit unter islamistischer Herrschaft ist der wunde Punkt des amtierenden Bürgermeisters. „Ich wollte damals eigentlich auch bleiben“, beteuert Diallo. „Aber nach ein paar Tagen kamen die Araber von MUJAO [Islamistische Terrorgruppe, Anmerk. d. Red.] zu mir und sagten: Wenn Du nicht sofort verschwindest, hängen wir dich öffentlich auf.“ Er habe zuvor jahrelang eng mit Amerikanern zusammengearbeitet. Die Islamisten hätten ihn daher für einen möglichen Spion gehalten. „Aber ich habe Gaos Bevölkerung nie im Stich gelassen. Stattdessen bin ich um die Welt gereist und habe nach Unterstützung gesucht – auf eigene Kosten.“
– Bürgermeister Diallo kritisiert die UN-Truppen im Wahlkampf –
Diallo hat für seinen Wahlkampf einen anderen Sündenbock ausgemacht: die Vereinten Nationen. „MINUSMA gibt hier doch jeden Tag Millionen aus. Sie reden viel, sie senden viel Militär, aber sie finanzieren letztendlich nur sich selbst“, so Gaos Bürgermeister. Sein Lösungsvorschlag: Man solle ein Jahresbudget von MINUSMA einfach direkt in den Norden Malis investieren und die Ausrüstung dem lokalen Militär spenden. „Dann gibt es hier keinen Krieg, keine Rebellion mehr“, ist sich der Bürgermeister sicher.
– Trumps Erfolg gibt Zuversicht –
Im UN-Lager in Gao geht man gelassen mit der Kritik des Bürgermeisters um. Wenn er zu uns kommt, dann ist er immer ganz freundlich und kooperativ, so ein Mitarbeiter. Und den Flugdienst der UN nehme er ebenfalls gerne in Anspruch.

Auch die Bevölkerung Gaos, die am Sonntag zur Wahl aufgerufen ist, sieht die Präsenz der UN in ihrer Stadt differenzierter. „Ich bin ehrlich gesagt etwas verwirrt“, so ein älterer Herr auf dem Markt von Gao. „Sie sagen, sie wollen uns helfen – aber trotzdem gibt es noch immer Angriffe. Sie fahren mit ihren gepanzerten Wagen durch unsere Stadt und die Menschen leiden.“ Er könne doch nicht erwarten, dass es totale Sicherheit in Nordmali gebe, mischt sich ein jüngerer Mann ein. „MINUSMA versucht hier ihr Bestes.“
Bürgermeister Diallo ist sich hingegen sicher, dass er mit seinen markigen Sprüchen am Wahltag bei der Bevölkerung wieder punkten wird. Eines seiner großen Vorbilder sei Donald Trump, so der malische Politiker. Und der habe schließlich auch gewonnen.
© 2016 dw.com

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