EIN VIERTEL ALLER MALIERINNEN BENUTZT LAUT WHO HAUTBLEICHMITTEL; DIE ELFENBEINKÜSTE STEUERT DAGEGEN – La Côte d’Ivoire interdit les produits de dépigmentation de la peau

Auch in Mali ist hellere Haut ein Aspekt des Schönheitsideals. Ungeachtet der gesundheitlichen Risiken. Was man dagegen machen kann.
Au Mali, à l’instar de beaucoup d’autres pays africains, la beauté se fait par la dépigmentation de la peau, au mépris des risques de santé. Comment on peut rectifier ce cours.

1. Der gefährliche Wunsch nach heller Haut
STERN – 23.07.2015
Millionen Frauen auf der Welt hängen dem Ideal von heller Haut nach. Dafür nutzen sie billige Cremes zum Bleichen. Mit teils schweren Folgen für ihre Gesundheit.
2. Elfenbeinküste verbietet Produkte zur Hautdepigmentierung
AFP – 06.05.2015 22:00
Die ivorische Regierung hat beschlossen, den Einsatz von Depigmentierungsprodukten, die bei den Frauen auf der Suche nach hellerer Haut beliebt sind, aber die Gesundheit gefährden, zu verbieten, vermeldete Mittwoch das Ministerium für Gesundheit.

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2. La Côte d’Ivoire interdit les produits de dépigmentation de la peau
Abidjan (AFP) – 06.05.2015 à 22:00
Le gouvernement ivoirien a décidé d’interdire l’utilisation des produits de dépigmentation, en vogue parmi les femmes de Côte d’Ivoire, dont la quête d’une peau plus claire met en péril la santé, a-t-on appris mercredi auprès du ministère de la Santé.

Un jeune vendeur devant son étal de produits pharmaceutiques, parmi ces produits figuren
Foto (c) AFP/Archives Desirey Minkoh: Un jeune vendeur devant son étal de produits pharmaceutiques, parmi ces produits figurent ceux ayant trait à la dépigmentation, le 26 juin 1999 à Libreville
Ein junger Anbieter vor seinem Pharma-Stand. Unter diesen Produkten sind solche zur Hautbleichung

Les „produits cosmétiques éclaircissants ou d’hygiène“ qui permettent de „dépigmenter la peau“ sont „désormais interdits“, selon un communiqué de ce ministère transmis mercredi à l’AFP.
Les crèmes et autres lotions dites de dépigmentation, qui comportent notamment du „mercure et ses dérivés“, des „corticoïdes“, de la „vitamine A“ ou encore de „l’hydroquinone au-delà du seuil de 2%“, sont prohibées par un décret adopté fin avril en Conseil des ministres.
L’hydroquinone est un agent éclaircissant interdit en Europe qui, „au-delà de 2%, a un effet décapant“, dangereux, a expliqué à l’AFP Christian Doudouko, un cadre de la direction nationale de la pharmacie, du médicament et des laboratoires, une structure publique.
„La proportion de personnes ayant des effets secondaires du fait de l’utilisation de ces médicaments est vraiment élevée“, a affirmé M. Doudouko, mentionnant notamment des „cancers de la peau“.
Les produits éclaircissants peuvent également entraîner „des maladies internes, dont l’hypertension et le diabète“, a expliqué le professeur Elidjé Ekra, du service de dermatologie du Centre hospitalier universitaire (CHU) de Treichville, un quartier d’Abidjan.
La dépigmentation de la peau rencontre depuis des années le succès auprès des jeunes Africaines, notamment des Ivoiriennes. Mais aucune étude ne permet de savoir quelle part de la population féminine y a recours.
„Dans nos cultures, certains pensent que la plus belle femme est celle qui présente une peau claire. Ce repère de la beauté qui a trait à la couleur de la peau pousse de nombreuses filles à se dépigmenter“, a observé le Pr Ekra.
„Dans les milieux de communication, plus on a une peau claire, plus on passe bien“, a-t-il poursuivi, en référence notamment à certaines publicités.
Cette tendance pousse aussi certains hommes à éclaircir leur peau, a avancé le dermatologue.
Au Sénégal, la société civile s’était mobilisée en 2013 pour lutter contre la dépigmentation, sans toutefois réussir à faire interdire les produits éclaircissants.
© 2015 AFP

Im Namen der Schönheit: Die Textilarbeiterin Bintou Dembele nutzt Bleichcremes zum Aufhel
Foto © Kristin Palitz/DPA: Im Namen der Schönheit: Die Textilarbeiterin Bintou Dembele nutzt Bleichcremes zum Aufhellen ihrer Haut. Sie weiß um die gesundheitlichen Risiken und tut es dennoch.

1. Der gefährliche Wunsch nach heller Haut
STERN – 23.07.2015
Millionen Frauen auf der Welt hängen dem Ideal von heller Haut nach. Dafür nutzen sie billige Cremes zum Bleichen. Mit teils schweren Folgen für ihre Gesundheit.
Die erste Creme zum Bleichen ihrer Haut kaufte Anu Julius auf Geheiß ihrer Schwester. Die hatte ihr nahegelegt, etwas gegen ihre dunkle Hautfarbe zu tun. Nur vier Wochen später begannen Julius Arme und Beine zu jucken, die Haut im Gesicht spannte. „Meine Haut verträgt keine Sonne mehr. Es brennt“, sagt die 29-Jährige. „Wenn ich raus gehe, muss ich einen Schirm benutzen“, berichtet die Friseurin in ihrem Salon in der nigerianischen Wirtschaftsmetropole Lagos. Trotzdem zeigt sie sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Meine Haut sieht glatt und schön aus, und meinem Freund gefällt es“, beharrt sie trotz der eindeutigen Warnsignale.
Drei von vier Frauen in Nigeria verwenden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rezeptfreie Mittel, um ihre Haut zu bleichen. Und das, obwohl bekannt ist, dass die billigen Cremes schwere Nebenwirkungen haben können. Auch in Togo nutzen 59 Prozent der Frauen regelmäßig solche Mittel, in Südafrika jede dritte und in Mali laut WHO jede vierte.
– Verbotene und hochgiftige Inhaltsstoffe –
Dabei enthalten die meisten der in Afrika erhältlichen Cremes verbotene und hochgiftige Inhaltsstoffe wie Quecksilber, Hydrochinon und Steroide, die eine Hyperpigmentierung, schwere irreparable Hautschäden und im schlimmsten Fall sogar Krebs verursachen können, warnt die WHO.
Die südafrikanische Hautärztin Nonhlanhla Khumalo wollte etwas tun. Sie hatte bemerkt, dass immer mehr ihrer Patientinnen nach jahrelangem Gebrauch solcher Mittel mit den Folgen zu kämpfen haben. Khumalo setzte sich für ein Labor an der Universität von Kapstadt ein, dass sich auf die Erforschung giftiger Inhaltsstoffe in Hautpflegeprodukten spezialisiert. 
Im Mai öffnete die Einrichtung ihre Türen. Seitdem hat die Hautärztin 29 Bleichmittel aus Kapstädter Geschäften getestet. Ergebnis: Fast alle enthalten verbotene Inhaltsstoffe – nicht selten in großer Menge. „Am Anfang lassen die Mittel die Haut heller aussehen, was den Anreiz für die Käufer erhöht“, erklärt Khumalo. „Doch dann treten bald die ersten Nebenwirkungen auf, und der Schaden ist meist irreparabel.“
Selbst an Kapstadts Bahnhof, nur wenige Kilometer vom Labor entfernt, bieten zahlreiche kleine Läden eine große Auswahl der fragwürdigen Mittel an. Sie tragen Namen wie Fair and White, White Express, Extreme Glo, Carowhite, Black & White, Dynamiclair und Skinlight. Ein 75-Milliliter-Fläschchen ist schon für umgerechnet 2,30 Euro zu haben.
– Wunsch nach heller Haut, ist stärker als jede Warnung –
Ladenbesitzerin Giselle Madioko hat die verschiedenen Behälter, Flaschen und Tuben gut sichtbar platziert. Die Cremes kommen aus der Elfenbeinküste, aus Kamerun und dem Kongo, aber auch aus Indien. „Hautbleichmittel sind mein größtes Geschäft“, sagt Madioko. Sie selbst benutze die Cremes schon seit zehn Jahren und habe noch nie Nebenwirkungen verspürt, behauptet sie. „Mit meinen Cremes passiert ihnen nichts.“ Doch bei näherem Hinschauen wirkt ihr Teint eher fahl und gesprenkelt mit vielen kleinen dunklen Flecken – einem Merkmal von Hyperpigmentierung.
Nicht selten sind die giftigen Inhaltsstoffe auf den Verpackungen deutlich sichtbar aufgeführt, doch die Kunden scheint das nicht abzuschrecken. Das Schönheitsideal, wonach ein hellerer Braunton angeblich schöner ist, ist so stark, dass viele Afrikanerinnen die Warnungen schlicht ignorieren. Einen Teil dazu beigetragen haben auch Magazine und die Werbung. Sie machen die Haut von Berühmtheiten am Computer heller und erhöhen so den Druck auf die Frauen. Zudem unterstützt eine Reihe afrikanischer Stars das Bleichen der Haut.
– „Das gehört hier einfach dazu, wenn man heiratet“ –
Die Sängerin Nomasonto Maswanganyi, in ihrer südafrikanischen Heimat als „Mshoza“ bekannt, sorgte 2011 für Aufruhr. Sie hellte ihre Haut medizinisch um einige Farbtöne auf und gab bekannt, sie fühle sich nun schöner und selbstbewusster. Sich die Haut zu bleichen sei eine persönliche Entscheidung, genauso wie eine Brustvergrößerung oder eine Nasenkorrektur, argumentierte Mshoza.
Als die nigerianisch-kamerunische Musikerin Dencia im vergangenen Jahr eine eigene Kosmetikproduktlinie zur Hautbleichung Namens „Whitenicious“ auf den Markt brachte, rissen ihr die Kundinnen das Mittel förmlich aus den Händen. „Sich die Haut aufzuhellen, ist hier eine echte Aussage, genauso wie Haarverlängerungen und gepflegte Kleidung“, sagt Bintou Dembele, die in der Textilindustrie in der malischen Hauptstadt Bamako arbeitet. Auch sie habe im Vorfeld ihrer Hochzeit im vergangenen Jahr Bleichmittel benutzt, sagt die 33-Jährige. „Das gehört hier einfach dazu, wenn man heiratet. Meine Haut hat gebrannt, und am Ende musste ich aufhören, weil ich einen Ausschlag bekam“, erinnert sie sich.
Der Gebrauch von Bleichungscremes sei mit dem Rauchen vergleichbar, sagt Dembele. Man wisse um die Risiken und tue es dennoch. „Du gehst einfach davon aus, dass es irgendjemand anderen trifft, nur nicht dich selbst.“ Sie glaubt nicht, dass sich an dieser Einstellung so schnell etwas ändern wird: „Sollten die Cremes verboten werden, wäre die Empörung riesig.“
© 2015 stern.de

2. Elfenbeinküste verbietet Produkte zur Hautdepigmentierung
AFP – 06.05.2015 22:00
Die ivorische Regierung hat beschlossen, den Einsatz von Depigmentierungsprodukten, die bei den Frauen auf der Suche nach hellerer Haut beliebt sind, aber die Gesundheit gefährden, zu verbieten, vermeldete Mittwoch das Ministerium für Gesundheit.
Die „Kosmetika oder Hygieneprodukte“, die „Haut depigmentieren“, sind „jetzt verboten“, sagte eine Erklärung des Ministeriums an AFP.
Cremes und andere Lotionen zur Depigmentierung, die insbesondere „Quecksilber und seine Derivate“ enthalten, „Corticosteroiden“, „Vitamin A“ oder auch „Hydrochinon über der Schwelle von 2%“, sind verboten per Dekret, das Ende April vom Kabinett verabschiedet wurde.
Hydrochinon ist ein in Europa verbotenes Aufhellungsmittel, „über 2% hat es eine gefährliche abschabende Wirkung,“, sagte gegenüber AFP Doudouko Christian, ein Verantwortlicher der ‚Nationalen Direktion Apotheken, Arzneimittel und Labors‘, eine öffentliche Struktur.
„Der Anteil der Menschen mit Nebenwirkungen aufgrund der Verwendung dieser Medikamente ist sehr hoch“, sagte Herr Doudouko, insbesondere mit „Hautkrebs“.
Hautaufhellende Produkte können auch zu „inneren Krankheiten, insbesondere Bluthochdruck und Diabetes“ führen, sagte Professor Elidjé Ekra von der Abteilung Dermatologie des Universitätsklinikums (CHU) in Treichville, einem Stadtteil von Abidjan.
Die Hautdepigmentierung hat seit Jahren Erfolg bei der afrikanischen weiblichen Jugend, vor allem der ivorischen. Jedoch gibt es keine Studie, wie viel von der weiblichen Bevölkerung sie unternimmt.
„In unseren Kulturen glauben einige, dass die schönste Frau die ist, die eine helle Haut präsentiert. Dieses Zeichen der Schönheit über die Farbe der Haut führt viele Mädchen dazu, zu depigmentieren“, beobachtete Professor Ekra.
„In den Kommunikationsmilieus, je mehr Sie helle Haut haben, desto mehr geht es gut“, fuhr er fort, bezogen insbesondere auf bestimmte Werbeanzeigen.
Dieser Trend führt auch einige Männer dazu, ihre Haut aufzuhellen, erweiterte der Dermatologe.
In Senegal hatte die Zivilgesellschaft im Jahr 2013 gegen Hautbleichung mobilisiert, scheiterte aber daran, Aufhellungsprodukte zu verbieten.
© 2015 AFP

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