ZWEI DÖRFER DER REGION SEGOU IN MALI KÄMPFEN GEGEN LANDRAUB: Solidaritätskundgebung in Berlin: 21. August, 11-14 Uhr – Lutte contre les accaparements de terres au Mali (vidéo)

Sanamadougou und Sahou müssen bleiben: Landraub stoppen – in Mali und überall sonst!
Von: afrique europe interact – 14.08.2014
Die BewohnerInnen der beiden Dörfer Sanamadougou und Saou in Mali sind dringend auf politische und praktische Unterstützung angewiesen – und das sofort. Seit 2009 wurden ihre Flächen Stück für Stück von einem Großinvestor geraubt, jetzt sehen sich die BewohnerInnen mit der für sie völlig neuen Erfahrung von Hunger konfrontiert.
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Lutte contre l’accaparement de terres au Mali (version doublée en français), vidéo produite par l’association La Via Campesina

Hier das Video von Via Campesina auf englisch:
struggle against landgrabbing in mali

La Via Campesina est une organisation à but non lucratif, le mouvement international qui rassemble des millions de paysannes et de paysans, de petits et de moyens producteurs, de sans terre, de femmes et de jeunes du monde rural, d’indigènes, de migrants et de travailleurs agricoles… Elle défend l’agriculture durable de petite échelle comme moyen de promouvoir la justice sociale et la dignité.
Cette vidéo a été produite lors de la première conférence internationale paysanne contre les accaparements, organisée par La Via Campesina du 17 au 19 novembre 2011 à Sélingué au Mali. Elle a regroupé les représentants de plus de 40 pays dont 15 pays africains partageant leurs expériences sur l’insécurité alimentaire qui menace leurs vies.

Déclaration de la Conférence de Nyéléni (2011)

Nous, paysannes et paysans, pastoralistes, peuples autochtones ainsi que nos alliés, réunis pour la première fois à Nyéléni du 17 au 19 Novembre 2011, sommes venus des quatre coins du monde pour partager nos expériences et nos luttes contre l’accaparement des terres. Il y a un an, nous avons soutenu l’appel de Kolongo lancé par des organisations paysannes au Mali, qui sont aux avant-postes de la résistance locale contre l’accaparement des terres agricoles et les aliénations de la terre des paysans en Afrique.

Nous nous sommes rassemblés à Nyéléni en réponse à l’Appel de Dakar, qui invite les peuples à former une alliance mondiale contre l’accaparement des terres. Car nous sommes déterminés à défendre la souveraineté alimentaire, les biens communs et les droits d’accès des petits producteurs d’aliments aux ressources naturelles.

Au Mali, le gouvernement, dans sa politique de promouvoir les investissements privés dans l’Agriculture, à céder près de 800 000 hectares de terres à des investisseurs privés. Ces terres appartiennent à des communautés qui y vivent depuis des générations, voire depuis des siècles, alors que l’Etat malien n’a été créé que dans les années 1960. Cette situation se retrouve dans de nombreux autres pays dans lesquels les droits coutumiers ne sont pas reconnus. Déposséder les communautés de leurs terres est une violation tant de leurs droits coutumiers que de leurs droits historiques.

Le fait de pouvoir bénéficier d’un accès sécurisé à la terre et d’avoir le contrôle du foncier et des ressources naturelles sont des droits liés de manière inextricable à ceux consacrés par la Déclaration universelle des droits de l’Homme ainsi que par de nombreuses autres conventions régionales et internationales sur les droits humains, comme par exemple le droit à l’autodétermination, le droit à un niveau de vie adéquat ou encore le droit au logement, à l’alimentation, à la nourriture, à la santé, à la culture, à la propriété et à la participation. ….Lire Plus

Sanamadougou und Sahou müssen bleiben: Landraub stoppen – in Mali und überall sonst!
Von: afrique europe interact – 14.08.2014
Die BewohnerInnen der beiden Dörfer Sanamadougou und Saou in Mali sind dringend auf politische und praktische Unterstützung angewiesen – und das sofort. Seit 2009 wurden ihre Flächen Stück für Stück von einem Großinvestor geraubt, jetzt sehen sich die BewohnerInnen mit der für sie völlig neuen Erfahrung von Hunger konfrontiert. Vor diesem Hintergrund hat das transnationale Netzwerk Afrique-Europe-Interact in einem ersten Schritt den Kauf von 10 Tonnen Hirse im Wert von 2.500 Euro als direkte Soli-Unterstützung ermöglicht – eine Menge, die allerdings nur drei bis vier Wochen reichen dürfte. Darüber hinaus rufen wir zu einer Protestaktion vor der malischen Botschaft und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf – in Verbindung mit einer demnächst beginnenden Faxkampagne:

Donnerstag, 21. August 2014, 11-14 Uhr

Kundgebung vor der malischen Botschaft: Kurfürstendamm 72, U-Bahnhof Adenauerplatz
Im Anschluss Kundgebung vor dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Stresemannstr. 94

Sanamadougou und Sahou haben in den letzten Jahren weit über Mali hinaus Bekanntheit erlangt. Sie stehen stellvertretend für das knallharte Geschäft mit Acker-, Weide- und Waldflächen, das auch in dem westafrikanischen Sahelland boomt. Sie sind zudem Ausdruck davon, dass bäuerlicher Widerstand selbst in vergleichsweise liberal regierten Ländern wie Mali oftmals brutal unterdrückt wird.
Begonnen hat es im Juni 2010, damals hat der malische Großinvestor Modibo Keita im Rahmen eines insgesamt 27.400 Hektar-Deals die für die Agroforstwirtschaft von Sanamadougou und Saou unverzichtbaren Karitébäume abgeholzt – und das obwohl die Flächen der beiden Dörfer noch nicht einmal zu seinem per Geheimvertrag erstandenen Landimperium gehörten. Im weiteren Verlauf ließ er zwei große Kanäle bauen und hinderte die Bauern und Bäuerinnen zunehmend daran, ihre eigenen Felder zu bestellen. Im Gegenzug hat er selber begonnen (wenn auch mit äußerst mäßigem Erfolg), Kartoffeln und andere Kulturen im agroindustriellen Stil anzubauen, was im Übrigen bei der lokalen Bevölkerung zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch den massenhaften Einsatz von Pesitziden geführt hat.
Die BewohnerInnen von Sanamadougou und Sahou haben sich von Anfang an auf sämtlichen Ebenen zur Wehr gesetzt – inklusive Demonstrationen, Sit-Ins, öffentlichen Appellen und juristischen Klagen. Doch die Konsequenzen waren dramatisch: Ungesetzliche Inhaftierungen, nächtliche Überfälle durch staatliche Sicherheitsorgane, Vergewaltigungen, Zerstörungen von Häusern, verschleppte Gerichtsprozesse etc. Im Zuge hiervon ist eine ältere Frau ums Leben gekommen, zahlreiche Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, hinzu kommen Fehlgeburten, ungewollte Schwangerschaften im Zuge von Vergewaltigungen und ähnliche traumatisierende Gewalterfahrungen.

Heute ist die Situation zugespitzter denn je – vor allem durch den Hunger, welcher mittlerweile das gesamte Dorf fest im Griff hält und somit abhängig von der Unterstützung durch Nachbardörfer oder einzelne Familienmitglieder in Bamako bzw. in der Migration macht. Die Alternative ist insofern klar: Entweder es gelingt, die politisch Verantwortlichen noch stärker unter Druck zu setzen als bislang, oder die Menschen müssen gehen, wobei zur Verdeutlichung hinzugefügt sei, dass allein seit vergangenem Mai 23 Haushalte Sanamadougou verlassen haben.

Afrique-Europe-Interact steht schon seit längerem im Kontakt mit Sanamadougou und Sahou, unter anderem haben in diesem Jahr zwei Delegationsreisen in die 280 Kilometer nordöstlich der Hautpstadt Bamako gelegenen Dörfer stattgefunden (zuletzt in einer aus malischen und europäischen AktivistInnen gemischt zusammengesetzten Gruppe). Das ist der Grund, weshalb wir nunmehr als transnationales Netzwerk aktiv werden möchten. Denn es reicht nicht, wie in den letzten Jahren oftmals geschehen, vor allem Besuche in betroffenen Dörfern abzustatten, Studien zu erstellen oder medial zu informieren (so unentbehrlich die hierbei gewonnenen Kenntnisse sind). Denn von derartiger Öffentlichkeitsarbeit lassen sich nationale und internationale Großinvestoren allenfalls ansatzweise beeindrucken, gerade in einem Land wie Mali, wo der Staat seit 2003 mindestens 540.000 Hektar Boden verkauft und über weitere 379.000 Hektar Vorverträge abgeschlossen hat (Stand: Mai 2011). Gefragt ist stattdessen praktische Unterstützung: Dazu gehören im Falle von Sanamadougou und Sahou in einem ersten Schritt Nahrungsmittel – weshalb hiermit auch ausdrücklich um Spenden für die bereits auf Schuldenbasis erstandenen 10 Tonnen Hirse gebeten sei (Konto: siehe unten). Zum anderen ist es erforderlich, den politischen Druck zu erhöhen. Denn es gibt – wie schon gesagt – massiven Widerstand seitens der BewohnerInnen. Doch dieser muss von außen gestärkt werden, vor allem muss alles dafür getan werden, dass es nicht erneut zu Übergriffen durch die Gendarmerie oder Nationalgarde kommt.
Mit der Kundgebung möchten wir daher die malische Botschaft auffordern, entsprechend aktiv zu werden, nicht zuletzt mit Blick darauf, dass es im Jahr 2013 bereits einen Beschluss der damaligen Übergangsregierung in Mali gegeben hat, wonach Modibo Keita die entsprechenden Flächen zurückzugeben habe (ein Akt, dessen Umsetzung wiederum in den Verantwortungsbereich des Gouverneurs von Segou fällt). Demgegenüber möchten wir die deutsche Bundesregierung nicht nur auffordern, ihren Einfluss geltend zu machen und sich im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit für eine Rückgabe des geraubten Landes an Sanamadougou und Sahou einzusetzen. Vielmehr sollte Deutschland auch sämtliche Maßnahmen einstellen, die Landgrabbing ermöglichen bzw. begünstigen – wie zum Beispiel die im Rahmen der europäischen Biodieselrichtlinie vorgesehenen Beimischungsquoten von Agrotreibstoffen.

Nachtrag:

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Foto (c) afrique-europe-interact: Kundgebung vor der malischen Botschaft in Berlin am 21. August 2014

Weitere Informationen zu Landgrabbing – mit Schwerpunkt Afrika und Mali – finden sich auf unserer Webseite:
http://www.afrique-europe-interact.net

Spenden an Afrique-Europe-Interact sind steuerlich absetzbar, sie können online über unsere Webseite oder auf folgendes Konto getätigt werden. Als Dankeschön schicken wir (sofern uns die Postadresse gemailt wird) das im Mai 2014 erschienene Buch des an Afrique-Europe-Interact beteiligten Flüchtlingsaktivisten Emmanuel Mbolela zu: Mein Weg vom Kongo nach Europa. Zwischen Widerstand, Flucht und Exil. Mandelbaum Verlag 2014, 196 Seiten (mit einem Vorworf von Jean Ziegler)

Konto:

Name: Globale Gerechtigkeit e.V.
Kontonummer: 2032 237 300
Bank: GLS Gemeinschaftsbank
BLZ: 430 609 67
IBAN: DE67 4306 0967 2032 2373 00*
BIC: GENODEM1GLS

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