RETTER DER MANUSKRIPTE AUS DEM ERBE TIMBUKTUS WIRD MIT AFRIKAPREIS GEEHRT – Le sauveur des manuscrits de Tombouctou: „L’Afrique dispose d’une culture écrite“

Der Handschriften-Retter aus Timbuktu erhält den Afrika-Preis
Deutsche Welle – 20.06.2014
Als Islamisten begannen, die Kulturschätze in der nord-malischen Stadt Timbuktu zu zerstören, riskierte Abdel Kader Haïdara sein Leben. Er rettete hunderttausende Manuskripte. Dafür ehrt ihn nun auch Deutschland.

DEUTSCH WEITER UNTER DEN LETZTEN FOTOS; DANACH ENGLISCHE VERSION VON DW

=> Timbuktus verschollenes Erbe – Vom Sande verweht
Der Film, 2008 von Lutz Gregor und der Gruppe 5 Köln im Auftrag von arte gedreht, geht dem Mythos Timbuktus nach, verfolgt die Spuren seiner verschollenen Manuskripte und erzählt von der akuten Gefahr, im Wüstensand zu verschwinden. Über die Arbeit von Abdel Kader Haïdara wird ausführlich berichtet. (45 min)

=> Hier ist er zu sehen.
=> Mehr infos zum Film

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HOFFNUNG FÜR DIE MAUSOLEEN UND MANUSKRIPTE TIMBUKTUS – L’UNESCO et l’UE s’engagent en faveur de la reconstruction du patrimoine de Tombouctou – 20/05/2014

Tombouctou – Les manuscrits sauvés des sables
=> REGARDEZ la version française réalisée en 2008 par Lutz Grégor – documentaire en collaboration avec ARTE.
Vous y retrouverez M. Haïdara!


Foto (c) DW/Stefanie Duckstein: Abdel Kader Haïdara beim internationalen Strategietreffen zum Erhalt der Timbuktu-Handschriften in Berlin, am 18.06.2014
Abdel Kader Haïdara at the meeting in Berlin to help save the manuscripts for posterity, on 18/06/2014

Abdel Kader Haïdara, le sauveur des manuscrits de Tombouctou
Deutsche Welle – 23.06.2014
Par Sandrine Blanchard
Contrairement à une idée largement répandue, l’Afrique dispose de documents écrits témoins de son histoire. Parmi eux, les manuscrits de Tombouctou, classés au patrimoine mondial de l’Humanité. Abdel Kader Haïdara œuvre depuis trente ans à les sauver, des attaques du temps, des insectes, des conditions climatiques et même, en 2012, des jihadistes du Mujao qui mettaient ces trésors en péril.
Abdel Kader Haïdara est le lauréat 2014 du Prix allemand pour l’Afrique, décerné par la Fondation du même nom (Afrikapreis 2014). Modeste, il dit qu’il a eu la chance de naître, il y a 47 ans, dans une famille d’intellectuels de Tombouctou, qui détenait plusieurs dizaines de milliers de manuscrits historiques. Depuis 30 ans maintenant, il dirige la bibliothèque Mamma-Haïdara de Tombouctou. Il a aussi créé l’ONG SAVAMA-DCI pour répertorier, sauvegarder, restaurer ces manuscrits d’une valeur inestimable. La plupart d’entre eux ont été redécouverts dans les années 1960 après avoir été dissimulés par les familles qui les détenaient pendant la colonisation française. Dans cette émission, il nous rappelle la valeur historique de ces manuscrits et nous faisons le point sur la coopération internationale qui s’organise en vue de leur sauvegarde.
=> ECOUTEZ Sandrine Blanchard en conversation avec M. Haïdara et son rapport, 12 min
© 2014 DW.DE


Foto (c) DW/Sandrine Blanchard: Deutsche Forscher helfen bei der Restaurierung der Timbuktu-Handschriften
German experts will help with the digitalization and analysis of the manuscripts

Foto (c) dapd/Archivbild: Une bibliothèque centrale, l’Institut Ahmed Baba à Tombouctou, avant le saccage par des islamistes
Eine zentrale Bibliothek, das Ahmed Baba Institut in Timbuktu, vor der Plünderung durch Islamisten
Jahrhundertealte Manuskripte aus Timbuktu lagern jetzt in Bamako
Foto (c) Jordi Cami/Getty Images: Des manuscits de quelques cents ans sont maintenant sauvegardés à Bamako
Jahrhundertealte Manuskripte aus Timbuktu lagern jetzt in Bamako

Der Handschriften-Retter aus Timbuktu erhält den Afrika-Preis
Deutsche Welle – 20.06.2014
Von Sandrine Blanchard
Als Islamisten begannen, die Kulturschätze in der nord-malischen Stadt Timbuktu zu zerstören, riskierte Abdel Kader Haidara sein Leben. Er rettete hunderttausende Manuskripte. Dafür ehrt ihn nun auch Deutschland.
Abdel Kader Haidara lächelt freundlich. In seinem grünen traditionellen Gewand strahlt dieser Mann Ruhe aus. Doch der Leiter der privaten „Bibliothèque Mama-Haidara“ in Timbuktu ist zu allem bereit, um die wertvollen Manuskripte seiner Region zu retten – selbst unter Lebensgefahr. „Dabei geht es gar nicht um mich persönlich“, sagt Haidara. „Ich habe bloß meine Rolle gespielt. Wir wissen, wie wichtig dieses Kulturerbe ist, und wie zerbrechlich. Ist ein Manuskript erst einmal zerstört, ist es weg.“ Ein Gebäude könne man wieder aufbauen, meint Haidara, eine Handschrift und ihr Wissen seien hingegen für immer verloren. „Deshalb habe ich mich aufgeopfert. Nicht für mich Haidara, nicht nur für Mali, sondern für die gesamte Menschheit.“
In den vergangenen anderthalb Jahren hat Haidara knapp 500.000 Manuskripte vor der Zerstörungswut der Islamisten gerettet. Dafür zeichnet ihn die Deutsche Afrika Stiftung in diesem Jahr mit dem Afrika-Preis aus. „Das ist eine große Ehre, nicht nur für mich“, reagiert Haidara bescheiden auf die Anerkennung. „Sondern auch für alle Leute, die mit mir gearbeitet haben. Es ist eine große Ehre für das Land Mali. Und das macht mich sehr stolz.“
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier ließ sich am Mittwoch (18.06.2014) in Berlin einige der Original-Handschriften erklären. „Ich habe großen Respekt vor dem, was Sie getan haben“ ist Steinmeier beeindruck. „Deshalb bin ich sehr froh mit vielen Menschen in ihrem Land, dass Sie dieses Erbe für die Zukunft in Ihrem Lande gerettet haben.“ Das sei eine große Leistung von Haidara und seinen Helfern, die den Mut gehabt hätten, in dieser schwierigen Situation diese Literatur zu retten, so Steinmeier weiter.
„Afrika hat eine Schriftkultur“
Die ältesten Manuskripte sind aus dem 11. und 12. Jahrhundert, aus einer Zeit, als Timbuktu eine wichtige Metropole an der Kreuzung vieler Handelsrouten war. Eine Stadt regen kulturellen Austauschs, wo sich die größten Intellektuellen der arabischen und muslimischen Welt trafen – und ihre Schriften hinterließen. Die jüngsten Manuskripte stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert, als Mali französische Kolonie war. In dieser Zeit hatten die Inhaber der Handschriften ihre Schätze vor den europäischen Besatzern versteckt. So waren die Schriften in Vergessenheit geraten. Erst als Mali 1960 unabhängig wurde, entdeckte die Welt mit Hilfe der UNESCO diese historischen Zeugnisse wieder. „Viele Leute waren überrascht, denn sogar in den Schulen wurde erzählt, dass es in Afrika keine schriftlichen historischen Zeugnisse gibt“, erklärt Abdel Kader Haidara. „Doch haben wir hunderttausende von diesen Handschriften – auf Arabisch, aber auch in afrikanischen Sprachen.“
Die Zeit, Insekten und Islamisten
Bis 2012 konnte Haidara hunderttausende Manuskripte registrieren. Über seine Nichtregierungsorganisation SAVAMA-DCI bemühte er sich, die alten Dokumente vor Verfall und Insekten zu schützen. Doch ab 2012 lauerte eine noch größere Gefahr: Islamistische Rebellen der Mujao besetzten Timbuktu und verbreiteten Angst und Schrecken in der Stadt. Als die bewaffneten Islamisten anfingen, historische Mausoleen zu zerstören, verstand Haidara sofort: die Handschriften sind bedroht. Er kontaktierte die Familien, die Manuskripte in ihrem Besitz hatten, und internationale Partner – darunter die deutsche Botschaft in Mali – um die Manuskripte in der Hauptstadt Bamako in Sicherheit zu bringen. Diese Aktion war lebensgefährlich, denn die Manuskripte sollten über tausend Kilometer gen Süden bis zur Hauptstadt Bamako transportiert werden, ohne den Islamisten in die Hände zu fallen.
„Wir holten die Manuskripte in der Nacht. Wir versteckten sie in gewöhnlichen Metallkisten, die wir unter Handelswaren auf Pirogen und in Bussen versteckten“, erinnert sich Sane Chirfi Alpha. Als Mitgründer von SAVAMA-DCI war auch er an der abenteuerlichen Evakuierung von etwa 491.000 Manuskripten beteiligt. Die Details dieser Erfolgsgeschichte wird nicht einmal Außenminister Frank-Walter Steinmeier von Abdel Kader Haidara erfahren. „Es gibt Sachen, die ich erzählen kann, andere müssen geheim bleiben.“ Der Malier hat 2012 auch in der Schweiz Rat von Experten geholt, die mit ähnlichen Situationen in Afghanistan oder dem Irak vertraut waren. Sie rieten ihm, nicht alle Einzelheiten der Operation zu verraten, damit künftige hochriskante Rettungsaktionen auch gelingen können.
Eine neue Bibliothek in Bamako?
Die geretteten Handschriften werden nun in Bamako aufbewahrt. Doch nach den Islamisten sind die historischen Manuskripte jetzt einer anderen Bedrohung ausgesetzt: der Luftfeuchte der Hauptstadt Bamako. Die Art der jetzigen Aufbewahrung – in Metallkisten aufeinander gestapelt – würde die alten Papiere auf Dauer beschädigen. Deshalb brauchen die Malier die internationale Unterstützung mehr denn je.
Mit Hilfe der Düsseldorfer Gerda-Henkel-Stiftung organisierte die deutsche Bundesregierung ein Strategietreffen (18.-19.0614) zum Erhalt der Handschriften aus Timbuktu. Nach der physischen Rettung der Manuskripte werden auch deutsche Experten bei deren Digitalisierung und Auswertung mithelfen. Die anstehenden Restaurierungsmaßnahmen auch finanziell zu unterstützen, haben die internationalen Teilnehmer des Treffens, unter anderem aus Dubai oder der Schweiz, zugesagt. Auswärtiges Amt und Gerda-Henkel-Stiftung versprachen bereits eine Beteiligung mit jeweils 500.000 Euro.
© 2014 DW.DE

Abdel Kader Haidara awarded Germany’s 2014 Africa Prize for rescuing Timbuktu manuscripts
Deutsche Welle – 24.06.2014
When Islamists began wrecking Timbuktu’s cultural heritage Abdel Kader Haidara put his own life at risk to save hundreds of thousands of manuscripts. Germany has honored him with its Africa Prize.
Abdel Kader Haidara is smiling. Dressed in green, traditional garments, there is an air of tranquility about him. Yet the head of the privately funded Mamma Haidara Memorial Library in Timbuktu was capable of going to extremes, including putting his own life at risk, in order to help save the region’s ancient manuscripts.
„It isn’t about me personally“, Haidara said. „I only played my role. We know how important and how fragile cultural heritage is. Once a manuscript has been destroyed it is lost forever“. A building, for example, could be rebuilt, Haidara believes, but a document with the knowledge it contains could never be recovered. „That is why I devoted myself to this cause. Not for myself, not only for Mali, but for all of humanity,“ he said.
Haidara saved close to 500,000 manuscripts from destruction by Islamists over a period of 18 months. The German Africa Foundation has now honored him with the 2014 German Africa Prize. Haidara’s response is modest. „This is a huge honor, not only for me, but for the all people who worked with me as well. It is a big honor for our country Mali. It makes me very proud,“ he said.
German foreign minister Frank-Walter Steinmeier announced the name of the prize winner at an international meeting on Wednesday (18.06.2014) which had been called to discuss further plans for the Timbuktu manuscripts‘ preservation.
On being shown some of the documents, Steinmeier said he had a lot of respect for what Haidara had done. (…)
„Africa has a written culture“
The oldest of the manuscripts Haidara salvaged date back to the 11th and 12th centuries when Timbuktu was a thriving trading post. This was a city where a great amount of cultural exchange took place, where the greatest intellectuals from the Arab and Muslim world would meet and keep written records of their discourses. The most recent manuscripts were drawn up in the 20th century when Mali was a French colony. The older manuscripts were hidden from the European occupiers and were then largely forgotten. Only when Mali became independent did the world rediscover these historic documents. They were added to UNESCO World Heritage list in 1988. „A lot of people were surprised because they had been told – even at school – that there were no written African historical records“, Abdel Kader Haidara explained. „But we have hundreds of thousands of these documents in Arabic and in African languages.“
Foto (c) DW/S.Blanchard: Mali needs financial support in order to preserve the documents for posterity(…)
A new library for Bamako?
The manuscripts are now being stored in Bamako, where they are exposed to a different kind of danger, the high level of humidity in the Malian capital. The manner in which they are being preserved at the moment – stacked on top of each other in metal boxes – will eventually lead to the papers being damaged with the passage of time. This is why the Malians need help from abroad. (…)
© 2014 DW.DE

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