IN DER WARTESCHLEIFE VOR EUROPA: DIE GESCHICHTE DER MIGRANTEN, ERZÄHLT VON MIRIAM FASSBENDER UND IHNEN SELBST – "Foreign": un film, et un livre, sur le sort des migrants, raconté par eux-mêmes

Miriam Faßbender (34) ist Kamerafrau und Filmemacherin und jetzt auch Autorin. Im April 2013 kam ihr erster langer Dokumentarfilm „FREMD“ in die deutschen Kinos, der von ihrer 2850 km langen Reise mit Mohamed und Jerry „in der Warteschleife vor Europa“ berichtet, von Mali über Algerien nach Marokko. Sie wollte den Migranten ein Gesicht und eine Stimme geben.
Am 12.Mai ist ihr Tagebuch über diese Reise herausgekommen, als Tagebuch einer Flucht.

Miriam Fassbender, 34 ans, est une cadreuse et réalisatrice, et depuis peu, une auteure. En 2011, son premier long métrage est sorti, le documentaire „Foreign“ („Fremd“ depuis 2013 dans les cinémas d’Allemagne). Le film (et le livre) raconte son voyage de 2850 kms ayant accompagné les deux jeunes migrants Mohamed et Jerry, depuis le Mali vers le Maroc en traversant l’Algérie. Elle voulait leur donner un visage et une voix.
Le 12 mai, son livre, „journal d’une fuite“, est sorti en allemand.

Westendverlag_Fassbender: 2850 Kilometer

Leseprobe der ersten 19 Seiten
=> => HIER

EMPFEHLUNG: Sehen Sie hier ein Interview im Haus der Kulturen der Welt, Berlin, am 01.06.2012 anlässlich des Berlin Documentary Forum 2:
Miriam Faßbender diskutiert mit Harun Farocki und Antje Ehmann
über die Entstehung ihres Films FREMD

Fremd Filmplakat

Statement der Regisseurin
=> aus der website des Films
Je näher ich die jungen Männer und Frauen auf ihrer Odyssee vor Europa kennenlernte, desto dringender verspürte ich den Wunsch, ihnen – die in unsrer politischen Sprache meistens nur als anonyme Masse auftauchen, vor der es sich zu schützen gilt – ein Gesicht zu verleihen. Ich will sie in „Fremd“ als Individuen wahrnehmbar werden lassen und ihnen die Möglichkeit geben für sich selbst zu sprechen.
FILMBESPRECHUNG
kinofenster.de – 24.04.2013
Mohammeds verwitwete Mutter hat ihre Kühe für umgerechnet 1.500 Euro verkauft, um ihren ältesten Sohn nach Europa zu schicken: Dort soll er Arbeit finden, um die daheim gebliebene Familie zu unterstützen. „Eigentlich will ich Mali gar nicht verlassen“, gesteht der 35-Jährige, bevor er aufbricht.

DEUTSCHER TEXT WEITER UNTER DEN FOTOS

Déclaration de la réalisatrice
(traduction aramata)
Le plus je me suis approchée des jeunes hommes et femmes au cours de leur odyssée vers l’Europe , le plus intense je ressentais le besoin de raconter leur histoire et de leur donner une voix – aux personnes qui ont tendance à être rien de plus qu’une masse anonyme dans notre discours politique, une masse contre laquelle il faut se protéger. Dans mon film „Fremd“ je veux qu’ils soient considérés comme des individus, et je veux leur donner l’occasion de parler pour eux-mêmes .
J’ai admiré les migrants que je ne connaissais pas au début pour leur ténacité et leur détermination à vouloir arriver à un continent dont ils n’avaient qu’une connaissance superficielle. Leur préparation et la volonté de rompre avec leurs vies antérieures m’ont rendue curieuse. Quand j’ai pris conscience de la situation désolée et restrictive à laquelle ils ont dû faire face dans leur pays d’origine, j’ai compris que pour eux la vie là-bas, même ayant les plus simples ambitions, n’est pas possible.

En effet, comment est-ce que vous pouvez chercher à vous réaliser, espérer de réaliser vos rêves d’éducation, de l’état de droit et de votre liberté personnelle, alors que tous les jours vous devez lutter pour survivre ? Que vous n’avez pas un sou en poche? Que vous vous sentez comme un étranger dans votre propre pays ?
Quand j’ai rencontré les migrants , harcelés et assoiffés , mais encore restés intacts, dans des lieux provisoires, cachés dans les forêts, j’ai eu l’impression qu’ils étaient perdus et que leur voyage les emmenait plus loin d’eux-mêmes plutôt que de les rapprocher à eux-mêmes.

« Fremd (étranger)» est une histoire sur les personnes en voyage, à la recherche d’une autre vie. Une réflexion sur la perte de temps et sur l’échec. Mais n’est-il pas notre échec ?

FREMD, Filmszene (c) foreign-documentary.com

FREMD, Filmszene (c) Miriam FassbenderFremd-der-Film
Fotos (c) Miriam Faßbender: Scènes du film

Statement der Regisseurin
=> aus der website des Films
Je näher ich die jungen Männer und Frauen auf ihrer Odyssee vor Europa kennenlernte, desto dringender verspürte ich den Wunsch, ihnen – die in unsrer politischen Sprache meistens nur als anonyme Masse auftauchen, vor der es sich zu schützen gilt – ein Gesicht zu verleihen. Ich will sie in „Fremd“ als Individuen wahrnehmbar werden lassen und ihnen die Möglichkeit geben für sich selbst zu sprechen.
Ich bewunderte die mir anfangs fremden Migranten für ihre Konsequenz und ihren unbedingten Willen einen Kontinent erreichen zu wollen, den sie nur schemenhaft kannten. Diese Bereitschaft zu einem kompletten Bruch mit ihrem bisherigen Leben machte mich neugierig. Als mir bewusst wurde, unter welchen Umständen sie in ihren Ländern leben, welcher Trostlosigkeit und Restriktion sie sich häufig gegenübersehen, verstand ich, dass für sie ein Leben, selbst mit den einfachsten Wünschen in ihren Heimatländern unmöglich ist.
Denn wie kann man sich selbst verwirklichen, auf Bildung, Rechtsstaatlichkeit, und persönliche Freiheit hoffen wenn man jeden Tag erneut ums Überleben kämpfen muss? Wenn man keinen Cent in der Tasche hat? Wenn man sich fremd fühlt im eigenen Land?
Die drangsalierten, durstigen aber immer noch ungebrochenen Migranten an provisorischen Orten, in Wäldern versteckt wiederzutreffen, gab mir das Gefühl sie seien verloren und ihre Reise brächte sie eher weiter von sich weg als näher zu sich selbst.
Fremd ist eine Geschichte über Menschen auf Reisen, auf der Suche nach einem anderen Leben. Eine Reflexion über den Verlust von Zeit und das Scheitern. Aber ist es nicht unser Scheitern?
© 2011 foreign-documentary.com

FILMBESPRECHUNG
kinofenster.de – 24.04.2013
Von Kirsten Taylor
Mohammeds verwitwete Mutter hat ihre Kühe für umgerechnet 1.500 Euro verkauft, um ihren ältesten Sohn nach Europa zu schicken: Dort soll er Arbeit finden, um die daheim gebliebene Familie zu unterstützen. „Eigentlich will ich Mali gar nicht verlassen“, gesteht der 35-Jährige, bevor er aufbricht. Sein Weg führt ihn über Algerien nach Marokko an die Mittelmeerküste, von wo aus er sich irgendwie nach Europa und in ein fremdes Land durchschlagen will. Seit zweieinhalb Jahren ist Mohammed mittlerweile unterwegs. Einmal hatte er es bis auf die Kanarischen Inseln geschafft und wurde dann abgeschoben. Nun versucht er es erneut, genau wie Jerry, ein Musiker aus Kamerun, der bereits seit vier Jahren auf dem Weg ins „Paradies Europa“ ist. Die beiden Männer fühlen sich in der Pflicht, denn für ihre Familien sind sie die letzte Hoffnung auf ein besseres Leben.
Der Dokumentarfilm Fremd zeichnet sich durch die große Nähe zu seinen Mitwirkenden aus, deren zermürbenden Alltag er in ruhigen Bildern einfängt. Miriam Faßbender hat Mohammed und Jerry jahrelang auf verschiedenen Stationen ihrer Odyssee begleitet. Ihr Ziel war es, der anonymen Masse der Migranten/innen „ein Gesicht zu verleihen“ und sie für „sich selbst zu sprechen“ zu lassen. So kommen die beiden Männer nicht nur selbst zu Wort, die Regisseurin hat ihnen zeitweilig auch eigenhändig die Kamera überlassen. Die von ihnen gedrehten Passagen wurden im Film zwar nicht als solche kenntlich gemacht, doch konnten Mohammed und Jerry so eigene Akzente setzen und ihr Leben dokumentieren. Dieses ist geprägt von Hunger, Durst, Anfeindungen und Warten. Ihre Reise ins ferne Europa ist eine Bewegung, die ständig zum Stillstand kommt.
In Europa werden Menschen wie Mohammed und Jerry oft als „Armutsflüchtlinge“ bezeichnet. Im Film erfährt man nun, was sie zum Aufbruch in eine ungewisse Zukunft bewegte und welche Hoffnungen sie mit der Migration verbinden. Fremd eröffnet insofern im Politik-, Wirtschafts- oder Geografieunterricht einen guten Einstieg in die afrikanische Flüchtlingsproblematik, zumal es die Filmemacherin vermeidet, einfache Lösungen aufzuzeichnen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Beschäftigung mit der Grenzpolitik der sogenannten Festung Europa und der Frage, inwiefern diese mit dem Schengener Abkommen kollidiert. Wie reagieren vor allem die Anrainerstaaten des Mittelmeers auf die Flüchtlinge? Mit welchen Begründungen werden Migranten/innen aus Afrika wieder in ihre Heimatländer zurückgesandt und welche Rechte haben jene, die versuchen sich als Illegale ein neues Leben aufzubauen?
© 2013 kinofenster.de


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2 Gedanken zu “IN DER WARTESCHLEIFE VOR EUROPA: DIE GESCHICHTE DER MIGRANTEN, ERZÄHLT VON MIRIAM FASSBENDER UND IHNEN SELBST – "Foreign": un film, et un livre, sur le sort des migrants, raconté par eux-mêmes

  1. Interview mit der Regisseurin nach dem Kinostart in Deutschland:

    „In der Warteschleife vor Europa“
    taz – 25.04.2013
    taz: Frau Faßbender, Sie zeigen in Ihrem Dokumentarfilm „Fremd“ Menschen, die sich in Mali auf den Weg machen, um nach Europa zu kommen. Der Film ist, wie diese Bewegung auch, ein Langzeitprojekt geworden. Wie weit reicht es zurück?

    Miriam Faßbender: 2005 war ich in Marokko, weil ich bei einem Filmprojekt von Shirin Neshat als Kamersassistentin gearbeitet habe. Das war gerade die Zeit, als es diese Anstürme auf die Zäune der spanischen nordafrikanischen Exklaven Ceuta und Melilla gab. Dabei wurden auch Menschen erschossen. In Casablanca habe ich drei Migranten kennengelernt, und da ist in mir der Wunsch entstanden, ihnen eine Stimme zu geben. Die Medien haben damals größtenteils von anonymen Massen berichtet, wenn es um Migranten ging, die, damals noch, wenn aus Afrika kommend, vor allem über den Arm von Gibraltar und die Kanaren versuchten, nach Europa zu kommen.

    Wie haben Sie Ihre Protagonisten gefunden?

    Ursprünglich wollte ich vier Leute zeigen, darunter auch jemanden, der umgedreht ist und wieder zurückkommt, und auf jeden Fall auch eine Frau. Da musste ich aber zuerst einmal die Schlepper loswerden, die mir jede Menge Kontakte aufdrängten. Mohamed, der mich drei Wochen lang ständig versetzt hat, ist schließlich deswegen ins Zentrum gerückt, weil er eine zwiespältige Position eingenommen hat. Er wäre im Grunde lieber dageblieben, wenn er eine Chance gesehen hätte. Aber er musste im Auftrag der Familie aufbrechen. Und so hat sich auch mein Konzept verändert, denn ursprünglich wollte ich nur in Mali drehen. Dann bot sich aber die Möglichkeit, Mohamed in Algerien wiederzutreffen. Für die Strecke dazwischen habe ich ihm und seinen Begleitern Kameras mitgegeben. Damit haben sie selbst gedreht.
    Später habe ich pro Transitland einen Migranten gesucht, dessen Schicksal stellvertretend die Situation der Migranten im jeweiligen Land beschreiben würde.
    Die Stadt Gao im Norden von Mali, in der Sie damals drehten, wurde danach von Islamisten besetzt, inzwischen ist sie wieder befreit worden. Wie stellte sich für Sie die Situation dar?
    Wir waren im Dezember 2006 dort, das ist eine ganze Weile her. Als ich die Drehgenehmigung beantragte, hat die Botschafterin persönlich mit mir gesprochen: Sie wollte sicherstellen, dass ich Mali nicht als ein armes Land darstelle. Als wir dann dort waren, war es vor allem wichtig, nicht deutlich zu machen, dass wir uns vor allem für die Migranten interessierten. Die Leute wollten nicht, dass Gao als Transitort erscheint.

    Mohamed ist Muslim, wirkt aber nicht sehr religiös.

    Er ist gläubig, aber er nimmt das nicht so ernst. In Algerien und Marokko ist es von Nutzen für ihn, Muslim zu sein. Leute aus Mali haben dort einen besseren Stand als Leute aus Kongo oder Zentralafrika, weil es eben das Bindeglied des Islam gibt. Muslime kennen ja eine ausgeprägtere Nächstenhilfe. Die Migranten werden dadurch zum Teil unterstützt. Größtenteils herrscht in Nordafrika aber doch enormer Rassismus, was wohl vor allem damit zu tun hat, dass auch diese Länder sehr arm sind, und damit, dass die Geschichte der arabischen Kolonisation Afrikas ebenso grausam ist wie die der Europäer und diese sich in Verhaltensweisen der Nordafrikaner gegenüber den subsaharischen Afrikanern immer noch widerspiegelt.

    Was an „Fremd“ besonders überrascht, ist die Dauer dieser Bewegung nach Norden. Immer wieder müssen die Migranten auf eine improvisierte Weise fast „sesshaft“ werden.

    Die große Erkenntnis für mich in Mali war die Tatsache, dass die Leute dort anders planen als wir. Sie sind jahrelang unterwegs und hängen wie in Warteschleifen vor Europa fest. Sie fahren nicht erst los, wenn die Reise ausfinanziert ist, wie wir das wohl machen würden. Sie haben von mir aus 100 Euro, kommen damit gerade einmal über die Grenze, müssen ja auch die Grenzposten schmieren, und hängen dann in Südalgerien fest. Wenn sie das Geld und die Bemühungen in ihrem Land investieren würden, wer weiß, was daraus würde? Aber es ist schwierig, diesen Vergleich zu machen.

    War es schwierig, als Frau in diesen Gegenden zu arbeiten? Sie waren ja phasenweise allein.

    Dass ich allein war, nachdem mein Tonmann ausfiel, erwies sich schließlich eher als ein Vorteil. Es kam mir auch entgegen, dass ich nicht sofort als Europäerin zu erkennen bin. Nach Adrar in Südalgerien bin ich geflogen, weil ich auf dem Landweg nicht durchkam. In dem Viertel, in dem Mohamed war, gab es eine Autowerkstatt, an der ich abgeholt werden sollte. Der Taxifahrer war ziemlich entsetzt, als ich ihm diese Adresse nannte. Es kam dann aber tatsächlich ein „Foyer-Chef“, wie das dort genannt wird, und brachte mich zu den Migranten. Es wurde ein Zimmer geräumt, und ich bin dageblieben. Dadurch, dass ich schon drei Wochen in Gao gewesen war und jetzt wie angekündigt wiedergekommen war, stieg meine Glaubwürdigkeit. Ich habe auch für sie gekocht, das hat Vertrauen geschaffen. Die Männer sind zum Teil nachts vor die Tür gegangen, ich konnte gar nicht raus. Einmal kam die Polizei, da musste ich abhauen und über die Dächer klettern. Dort musste ich darauf vertrauen, dass jemand anderer die Kamera nachbringen würde, das war dann auch so.

    Die lange Dauer der Dreharbeiten (über drei Jahre hinweg) hat enorm geholfen, Vertrauen zu bekommen. Ohne Mohamed wäre ich auch nie an diese Un-Orte an der algerisch-marokkanischen und der europäischen Grenze gekommen. Zudem habe ich immer wieder einen aktuellen Rohschnitt an die jeweiligen Drehorte mitgebracht.

    Vermutlich waren Sie häufig in Sorge um das gedrehte Material?

    Wo es ging, habe ich das Material abends immer an einem neutralen und sicheren Ort hinterlassen, in Algerien war das beim Goethe-Institut, in Marokko bei einer NGO. Aber im Süden Algeriens ging das nicht. Da hatte ich zehn Stunden Material dabei. Einmal wurde ich in einem Bus von der Polizei rausgezogen. In dieser Situation habe ich beim Durchspulen der Kassetten versucht, das so zu manipulieren, dass sie nichts Problematisches sehen. Drei Kassetten habe ich trotzdem verloren. In Mali und im Süden Algeriens habe ich die Kassetten zum Teil in Kühltaschen verpackt unter der Erde im Sand vergraben, weil es häufig keine andere Möglichkeit gab, sie vor eventueller Polizei oder Schleppern und auch vor der Hitze zu schützen.

    Haben Sie jetzt noch Kontakt zu Mohamed?

    Im Moment habe ich mit Mohamed keinen Kontakt. Er lebt jetzt in Mopti, südwestlich von Gao, arbeitet als Busfahrer und schickt Geld nach Hause. Er lebt nicht in seinem Heimatort Markala, weil ihm das immer noch unangenehm ist, dass er es nicht geschafft hat. Mein Protagonist aus Kamerun ist in Frankreich, ihm geht es schlecht. Er hat zwar jetzt die Möglichkeit, eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, aber er hat keine Arbeit. Er sagt zwar, er hätte das gewusst, dass es schwierig ist. Aber er hat es schon unterschätzt. Viele Migranten hören eben doch vor allem auf die Geschichten von Leuten, die ein bisschen was geschafft haben. Und es sind auch viele falsche Informationen im Umlauf. Annahmen über die sozialen Systeme machen die Runde, die nicht zutreffend sind.

    Vor dem Gesetz gelten Ihre Protagonisten als Wirtschaftsflüchtlinge. Sie haben also keinerlei Chance auf eine legale Aufnahme. Sollte man die Grenzen öffnen?

    Ich finde schon. Wenn man die Grenzen aufmachen würde, würde sich das meiner Meinung nach von selber regeln. Natürlich würden mehr Menschen wandern als bisher, aber ich halte es für wahrscheinlich, dass langfristig die Leute sich auch wieder in ihre Länder begeben würden. Grundsätzlich finde ich, dass selbst Asylwerber zu stark außen vor gehalten werden. Ich finde nicht, dass Europa es sich leisten kann, sich so abzuschotten, schon gar nicht angesichts unserer ausbeuterischen Vergangenheit.
    © 2013 taz.de

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  2. Miriam Faßbender veröffentlichte auf der website zum Film FOREIGN / FREMD http://www.foreign-documentary.com/ im Februar bzw. Oktober 2015 folgende Nachworte:

    POSTSCRIPT — BERLIN, FEBRUARY 2015
    10 years later, in February 2015, the drama of 2005 was repeated. At the same spot. Again, people were dying during their attempt to find refuge on our continent. This time the people shooting at them with blank guns and rubber bullets were officers of FRONTEX, the European Border Control, which is backed by the EU. Today I am sitting in Berlin. What has happened since my pivotal moment in 2005 at Ceuta is well known and I don’t need to list it here. But just for memory sake, here are a few events of the last two years:

    In October 2013, 500 “boat people” died within two consecutive weeks at Lampedusa; people who were refused help in the form of sea rescue by Europe. Over 1500 dead “boat people” in the Mediterranean in the end of April 2014. Illegal push back actions in the Aegean and in the Strait of Gibraltar in the summer of 2014.

    Let alone the walls and fences that have been extended and built at Europe’s borders; the readmission agreement concluded between Europe and authoritarian dictators with whom Europe loves to make deals with in order to defend its neocolonial economic interests. These kind of politics force people to flee their home countries, be it the Central African Republic, Mali, Syria or Libya, and they do not have any legal means to find refuge in Europe.

    Thankfully the media response in the last years has become more differentiated. Mostly due to refugee protests and the increasingly active voices of people of color have their been multi-facetted realizations about and other perceptions of Europe betraying its own values.

    We need an immigration act. The borders must become more porous: Work and education visas must be issued. Not only because of demographic reasons. The people, the few that make it here full of enthusiasm, are thwarted by our bureaucracy and our institutional racism. They are once again doomed to wait. And that, even though they would love nothing more than to work and finally be able to live. Without torment, without torture or corruption, simply taking their life into their own hands. We have to respect the diversity of life stories, because a humanistic idea also consists of the well being of everyone — beyond our borders.

    ANNOTATION — BERLIN, OCTOBER 2015
    A summer of considerable developments: Syrians, Afghans, Iraqis are beaten up in Budapest and shortly thereafter board trains to Vienna and Munich. The horrific news from the Mediterranean (Libya-Italy) have morphed into horrific news from the Aegean (Turkey-Greece) and the Black Sea/Bulgaria. Europe watches the dying in silence.

    Germany suspends the Dublin III agreement temporarily for Syrian refugees – but there are still no legal entry possibilities in order to stop the mass deaths in the transit countries and at our borders.

    A fierce nationalism arises. Borders in the Schengen area are starting to be controlled again. The refugees move on to Croatia, Serbia and Slovenia, where they are being treated unimaginably inhumanely. In the middle of Europe, in Berlin, Paris and Rome, they are forced to sleep on the street with their children for months in freezing temperatures, waiting for their registration. But one thing is also confirmed – European politics ignore the empathy and solidarity that exists within the population for the refugees. And the refugees fight back.

    Going beyond your own personal limits always also means getting to know yourself better.

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