NATIONALE AUSSÖHNUNG MIT ALLEN PARTEIEN AM TISCH – Impératif réconciliation: ramener tous les mouvements à la table de négociation

Mali: Für die nationale Aussöhnung muss man alle bewaffneten Bewegungen an den Verhandlungstisch bringen
Bamako (XINHUA) – 12. September 2013 | 11.09 Uhr
Der Koordinator der arabischen Bewegung Azawad (MAA), Mohamed Ould El Oumrany, sagte am Donnerstag bei einem Treffen in Bamako, für die nationale Aussöhnung sollten die Malier aufhören in den Rückspiegel zu schauen und alle bewaffneten Bewegungen an den Verhandlungstisch bringen, unabhängig vom Schaden, den sie der malischen Sache zugefügt haben, im Hinblick auf das am 18. Juni in Ouagadougou von allen Bewegungen unterzeichnete Abkommen, das die territoriale Integrität und Souveränität des Landes anerkannte.

Lesen Sie hier eine gute Zusammenfassung des letzten Eintrags zum Thema „Transition“ und des untenstehenden Xinhua-Artikels von der Deutschen Welle.
Malis steiniger Weg zur Demokratie
Deutsche Welle – 13.09.2013
Mali galt lange als Vorzeigeland in Westafrika. Doch ein Putsch und ein Bürgerkrieg ließen den Staat zusammenbrechen. Nun geht es darum, Frieden zu schaffen und die Wirtschaft wieder anzukurbeln.
Die nationale Aussöhnung hat sich Malis neuer Präsident Ibrahim Boubacar Keita auf die Fahnen geschrieben. Bereits bei seiner Vereidigung am 4. September nannte der neue malische Präsident die Versöhnung und die Lösung der Tuareg-Frage als oberste Priorität.

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Mali : Pour la réconciliation nationale, il faut ramener tous les mouvements armés à la table de négociation
BAMAKO (Xinhua) – 12 septembre 2013 | 23:09
Le coordinateur du Mouvement arabe de l’Azawad (MAA), Mohamed Ould El Oumrany, a affirmé jeudi lors d’une rencontre à Bamako que pour la réconciliation nationale, les maliens doivent arrêter de regarder dans le rétroviseur et ramener tous les mouvements armés à la table de négociation quel que soit le mal qu’ils font fait au Mali, vu que l’accord de Ouagadougou signé le 18 juin dernier par tous les mouvements, reconnaissant l’intégrité territoriale et la souveraineté du pays.
 BY SA ALFRED WEIDINGER. Touareg au Mali 2012

Foto (c) SA Alfred Weidinger: Touareg au Mali 2012

Mohamed Ould El Oumrany a fait cette déclaration répondant à une question sur les liens qui existent entre le MAA et le Mouvement national de libération de l’Azawad (MNLA).
Evoquant ces liens, El Oumrany a fait savoir qu’il s’agit d‘ abord des liens de territoires. “Nous vivons tous sur le même territoire. Ces liens facilitent les agressions, les pillages quand il y a désaccord et c’est ce qui est arrivé à In Khalil où des commerçants arabes ont été pillés par le MNLA (..). Nous demandons la réparation des dommages causés évolués à des milliards de FCFA“, a dit l’ancien diplomate malien.
Par ailleurs, en répondant à une question de savoir si le MNLA est habilité à parler au nom du MAA, El Oumrany a indiqué : “ seules les forces patriotiques de résistances peuvent parler au nom du MAA et vice-versa“.
© 2013 Xinhua
Viele Flüchtlinge aus dem Norden Malis haben im Nachbarland Burkina Faso Schutz gesucht
Foto (c) DW/Katrin Gänsler:Siehe Zoom: Viele Flüchtlinge aus dem Norden Malis haben im Nachbarland Burkina Faso Schutz gesucht

Malis steiniger Weg zur Demokratie

Deutsche Welle – 13.09.2013
Von Dirke Köpp
Mali galt lange als Vorzeigeland in Westafrika. Doch ein Putsch und ein Bürgerkrieg ließen den Staat zusammenbrechen. Nun geht es darum, Frieden zu schaffen und die Wirtschaft wieder anzukurbeln.
Die nationale Aussöhnung hat sich Malis neuer Präsident Ibrahim Boubacar Keita auf die Fahnen geschrieben. Bereits bei seiner Vereidigung am 4. September nannte der neue malische Präsident die Versöhnung und die Lösung der Tuareg-Frage als oberste Priorität. Tatsächlich gibt es nun erstmals einen Minister für die nationale Versöhnung und die Entwicklung Nordmalis. Und schon wenige Tage nach seinem Amtsantritt kündigte Ibrahim Boubacar Keita – der in Mali nur bei seinen Initialen IBK genannt wird – einen Dialog mit Vertretern des Nordens an, so wie im Friedensvertrag zwischen der malischen Übergangsregierung und Vertretern der Tuareg-Organisationen vereinbart.
Allerdings gibt es bislang weder ein Datum für die Gespräche, noch ist klar, wer von Seiten der vielen Gruppen im Norden daran teilnehmen soll. Das könnten durchaus auch nur die Tuareg-Rebellen sein – nach Meinung von Henner Papendieck eine mögliche Gefahr für den Erfolg der Verhandlungen. Der Mali-Experte hat viele Jahre das Nordmali-Programm der deutschen Organisation Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) geleitet, ist inzwischen freier entwicklungspolitischer Berater und hat die Malier im Sommer bei der Vorbereitung der Wahlen unterstützt. Dass die neue malische Regierung möglicherweise ausschließlich mit den Rebellen verhandeln wird, hält Papendieck für unzureichend: „Sie repräsentieren nicht die Bevölkerung, die betroffen ist. Erste Priorität müsste sein, die Bevölkerung aus den Flüchtlingslagern zurückzuholen, damit die Leute sich äußern können, was sie für die Zukunft wollen.“
Auch die Rebellen haben Vorbehalte
Papendieck hat sich intensiv mit den Problemen im Norden Malis auseinandergesetzt – mit den verschiedenen Tuareg-Aufständen und den Zielen der Tuareg-Bewegung MNLA, der Nationalen Bewegung für die Befreiung des Azawad. Azawad nennen die Tuareg die Region im Norden Malis, für deren Unabhängigkeit sie seit Jahrzehnten kämpfen. Die MNLA ist nach Ansicht Papendiecks nicht etwa eine in der Bevölkerung verankerte Bewegung, sondern eine Minderheit aus versprengten ehemaligen Armee-Angehörigen und wenigen Intellektuellen. Ähnlich verhalte es sich mit den islamistischen Kämpfern und Vertretern der arabischen Volksgruppe in Mali, die sich ebenfalls für die Unabhängigkeit des Azawad einsetzt. „Aus Sicht der Bevölkerung in Nordmali ist keine dieser bewaffneten Gruppen repräsentativ“, so Papendieck.
Von Seiten der MNLA wiederum gibt es Vorbehalte gegen die Gespräche mit der neuen malischen Regierung. „Wir haben nichts dagegen, dass sich auch andere Bewegungen, vor allem die Zivilgesellschaft, an den Gesprächen beteiligen“, sagt der MNLA-Sprecher Moussa Ag Assarid im Gespräch mit der DW. „Aber wir wollen nicht, dass sich die Vergangenheit wiederholt und man uns wieder die Dezentralisierung als die Lösung aller Probleme anbietet – wo wir doch schon 1992 einen besonderen Status für den Azawad erreicht hatten.“
Wieder bewaffnete Auseinandersetzungen
Dieses damals geschlossene Friedensabkommen war allerdings aus Sicht der Tuareg vom malischen Staat nur halbherzig umgesetzt worden, weshalb sie sich daraufhin den islamistischen Milizen überhaupt erst anschlossen. Hinzu kommt, dass die Gewalt im Norden nicht vollständig beendet ist: Am Mittwoch (11.09.2013) kam es wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen malischer Armee und Tuareg-Rebellen. Die MNLA wirft den Militärs vor, die Konfrontation an der Grenze zu Mauretanien begonnen zu haben. „Bamako respektiert den Waffenstillstand nicht“, kritisiert die Exil-Malierin Nina Wallet Intalou, die die MNLA in Mauretanien vertritt.
Ebenfalls in dieser Woche entdeckten französische Soldaten laut der französischen Nachrichtenagentur AFP im Norden Malis ein mit Sprengstoff gefülltes Fahrzeug. Keine guten Voraussetzungen für vertrauensvolle Gespräche.
Zerstörte Infrastruktur muss aufgebaut werden
Doch für den Frieden und die Wiedergeburt der Demokratie in Mali gibt es noch viele andere, nicht minder schwierige Voraussetzungen. Denn Wirtschaft und Infrastruktur liegen am Boden: Durch den Krieg wurden Straßen und öffentliche Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser im Norden Malis zerstört, viele Nordmalier sind außer Landes oder ohne Arbeit. Präsident Keita hat einen ersten Schritt dazu getan und den Wirtschaftsexperten Oumar Tatam Ly zum Premierminister ernannt.
Doch Mali-Experte Papendieck sieht auch weiterhin die internationale Gemeinschaft in der Pflicht: „Jetzt geht es darum, die Ärmel hochzukrempeln und zu sagen: Jetzt können wir das Problem wirklich lösen.“ Seiner Ansicht nach muss Mali für die nächsten fünf bis zehn Jahre ein Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit sein.“ Denn so lange werde es sicher dauern, bis Mali nach der 18 Monate langen Krise wirtschaftlich wieder so stark sei wie vor dem Putsch im Januar 2012.
© 2013 DW.DE

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