SOLANGE ES LEBEN GIBT, GIBT ES HOFFNUNG: DIE SACHE MALIS – MALI KO – La Paix (avec/MIT commentaire)

– Kommentar zum Lied unter dem englischen Text –


Veröffentlicht am 17.01.2013
Als Antwort auf die Situation in Mali hat Fatoumata Diawara, bekannte malische Sängerin, die am Do, 07.02.13 um 20:00 Uhr im Großen Saal der Laeiszhalle Hamburg auftritt, über 40 bekannte malische Künstler zusammengetrommelt, um ein Musikvideo für den Frieden aufzunehmen.
Die Gruppe, die sich ‚Voices United for Mali‚ nennt, schließt unter vielen anderen Amadou und Mariam, Oumou Sangaré, Bassékou Kouyaté, Vieux Farka Touré, Djelimady Tounkara, Toumani Diabaté, Khaira Arby, Kasse Mady Diabaté, Baba Salah, Afel Bocoum, Tiken Jah, Amkoullel and Habib Koïté ein. Der Track heißt ‚Mali-ko‘ (Peace / La Paix) – eigentlich „Wegen Mali„.

Hier die deutsche Übersetzung von der Blogautorin, auf Grundlage der französischen Untertitel:

MALI KO (LA PAIX, DER FRIEDEN)

Ensemble :
Es ist Zeit, dass wir uns äußern,
Es ist Zeit, dass wir Künstler von unserem Mali sprechen.

Khaïra Arby (aus Timbuktu):
Malierinnen und Malier, lasst uns zusammenstehen!
(Wir wollen uns die Hände reichen!)
Unser Land wollte nie Krieg.
Malierinnen und Malier, lasst uns zusammenstehen!

Fatoumata Diawara (aus Bougouni) / Amkoullel (aus Mopti) :
Was passiert in Mali? Wollen wir uns wirklich gegenseitig töten?
Uns verraten? Zulassen, dass wir geteilt werden?
Vergessen wir nicht, dass wir alle Kinder desselben Vaterlandes,
derselben Mutter Afrika sind.
Wenn wir alle zusammenstehen,
Wird ganz Afrika stärker.

Doussou Bakayoko (aus Bougouni) :
Mali wird nie diesen Leuten gehören.
Dieses große Land wird nicht ihre Beute sein.

Kasse Mady Diabaté (aus Kita) :
Zeigen wir der Welt, dass Mali ein friedliches Land ist.
Wir sind alle Kinder derselben Mutter und desselben Vaters,
desselben Vaterlandes.

Sadio Sidibé (aus Wassoulou):
Mali, mein schönes Land,
Was ist aus dir geworden?

Baba Salah (aus Gao) :
Du warst die Sonne, die in der ganzen Welt schien.
Unser Mali,
trockne deine Tränen,
Wir lieben dich!!!

Ensemble :
Es ist Zeit, dass wir uns äußern,
Es ist Zeit, dass wir Künstler von unserem Mali sprechen.

Soumaïla Kanouté (aus Kayes):
Nie habe ich eine solch desolate Situation erlebt!
Sie wollen uns das Gesetz der Scharia aufzwingen.
Geht und sagt ihnen, dass Mali unteilbar ist!!

Master Soumy (aus Kayes) :
Neulich ist Mali zu einer politischen Zigarettenkippe geworden,
die man einfach wegwirft,
Wir alle weinen, wir alle sorgen uns.
Jeden Tag hören wir nur schlechte Nachrichten.
Wir müssen uns zusammenreißen, Volk von Mali,
oder wir werden zum Gespött der Welt.

M’baou Tounkara (aus Kita) :
Unser Mali ist ein Land warmer Gastfreundschaft,
der Krieg beraubt uns all unserer Werte.

Oumou Sangaré (Wassoulou) :
Hört mir zu!
Wir müssen jetzt aufpassen,
oder unsere Kinder werden sich morgen schämen.

Koko Dembélé (aus Mopti) :
Solange wir leben,
solange gibt es Hoffnung.
Kinder Malis, stehen wir auf!!!

Babani Koné (aus Ségou) :
Welche Zukunft kann es für die Frauen und Kinder in diesem Land geben?
Ich bin besorgt, ich fürchte mich.
Wir sind vom selben Blut, also lasst uns nicht von Krieg reden.

Afel Bocoum (aus Timbuktu) :
Der einzige Ausweg aus dieser Krise ist der Weg des Verstehens.

Iba One (aus Mopti) :
Wir wollen einig sein,
Einigkeit macht uns stark!
Hört auf mit den Meinungsverschiedenheiten.
Krieg war nie eine Lösung.

Tiken Jah (Elfenbeinküste/Bamako) :
Mali, alle zusammen,
Mali, unteilbar,
Mali, alle vereint,
Mali, unteilbar,
Frieden hat keinen Preis!!!

Fati Kouyaté (aus Kayes) :
Krieg weder Mann, noch Frau, noch Kind.
Das passt nicht zu uns!!!

Kisto Dem (aus Bamako) :
Wer hätte sich je so etwas in Mali vorstellen können?
Gerade wo die Malier an Stabilität dachten,
kamen andere mit dem Ziel, uns niederzuschmettern.
Im Norden hungern die Menschen,
unsere Frauen wurden zur Ware,
werden geschlagen und vergewaltigt.
Und andere denken nur an sich.

Mamadou Diabaté « 21 DG » (aus Kayes):
MALIBA, ganz großes Mali, wie es unsere Vorfahren immer genannt haben,
bleib nicht auf den Knien, erhebe dich
und kämpfe zur Ehre der Vorfahren.

Amadou und Mariam (aus Bougouni) :
Wenn wir zusammenstehen, wird Afrika stärker sein!
Wenn wir einig sind, haben wir Zukunft!

Ahmed Ag Kaedi (aus Kidal):
Mali unser großes Land,
das immer ein Land des Friedens und der Gastfreundschaft war,
lasst uns einig sein.
(Mali ist wie ein großer Baum,
in seinem Schatten ist Raum für uns alle.)

Oumou Sangaré (aus Wassoulou) :
Wir müssen aufpassen, dass wir unser Land nicht verlieren.
Ich wende mich an die Politiker, Ich rede zu Euch
an die militärischen Führer!!

Habib Koïté (aus Kayes) :
Malier, Einigkeit macht uns stark!!!
Wir wollen nicht, dass unser großes Land uns entgleitet!!!
Dieses Land der bedeutenden Menschen!!!

Djeneba Seck (aus Bamako) :
Malier, Malierinnen,
lasst uns zusammenkommen,
um unsere Stabilität wiederzufinden.

Vieux Farka Touré (aus Timbuktu):
Wacht auf! Wir sind vom selben Blut, reicht euch die Hände!!!

Mylmo (aus Nioro du Sahel) :
Wir genießen Achtung in der Welt,
warum zerreißen wir uns gegenseitig vor deren Augen?
Sundiata Keïta hat uns Werte vermacht,
geben wir sie nicht auf.

Amadou Bagayoko (aus Bougouni) :
Im gegenseitigen Verstehen kann unser Land sich entwickeln!!
Keiner kann uns destabilisieren, und unsere Kinder werden eine Zukunft haben.

Nahawa Doumbia (aus Bougouni) :
Wir wollen Frieden, Frieden.
Frieden in Mali!
Frieden in Afrika!
Frieden in der Welt!

Hier der englische Text mit Angabe der Künstler.

Ensemble: It’s time to speak up about Mali / Artists must speak up about what’s happening to Mali

Khaïra Harby (from Timbuktu): Men and women of Mali, let’s stand together, our country is not warlike

Fatoumata Diawara (from Bougouni): What’s happening in Mali? People are in conflict, betraying each other, the fighting doesn’t end / We’re all of the same blood, the same mother / Let’s stand together to make Africa stronger

Amkoullel (from Mopti): Let’s unite, Malians, and stand strong / Once we do, Maliba [greater Mali], nobody can touch you

Doussou Bakayoko (from Bougouni): Mali doesn’t belong to those people / The great fatherland will never crumble

Kasse Mady Diabaté (from Kita): Let’s show the whole world that Maliba is not a country of war / We all share the same father, the same mother

Sadio Sidibé (from Wassoulou): Mali, Maliba my beautiful country, what’s become of you?

Baba Salah (from Gao): You were the sun lighting the four corners of the world / Our Mali, dry your tears, we love you

Soumaila Kanouté (from Kayes): I’ve never seen such a shocking, catastrophic situation / They want to impose on us someone else’s clothing [a reference to sharia law] / Go tell them that Mali is indivisible, unchangeable

Master Soumy (from Kayes): Yesterday Mali was like a cigarette butt to be tossed away / We all cried, we all worried / Each day we watch shocking news, it’s unacceptable / We Malians must react or we’ll be the laughingstock of the world

M’baou Tounkara (from Kita): Mali used to be a sweet country / Since the conflict began, Malians have suffered so

Oumou Sangaré (from Wassoulou): Listen well! If we don’t get ready, our grandchildren will be ashamed tomorrow / They will suffer tomorrow

Koko Dembélé (from Mopti): As long as there’s life, there’s hope / Children of Mali, rise up!

Babani Koné (from Segou): […] What future will the women and children have in this country? I’m worried, afraid / Let’s not kill one another, we share the same blood

Afel Bocoum (from Timbuktu): The only way out of this crisis is the path of understanding

Iba One (from Mopti): Malians let’s unite, that’s how our country will advance / War cannot resolve anything […]

Tiken Jah (from Côte d’Ivoire): Mali all united, Mali indivisible / Peace is priceless

Fati Kouyaté (from Kayes): War doesn’t distinguish between men, women and children / War only knows regret / We are not accustomed to war

Kisto Dem (from Bamako):Who could have imagined our fatherland Mali turning out this way? Just when Malians were getting it together, others brought us war / In the north, the children are hungry and thirsty, our women have become chattel / Living under the rule of force / Now it’s just about survival

Mamadou Diabaté a.k.a. « 21 DG » (from Kayes): Maliba, as our ancestors called you, don’t stay on your knees, rise up and fight to honor your ancestors

Mariam Doumbia (from Bougouni): If we stand together, enemies can’t hurt us, other countries won’t laugh at us

Ahmed Ag Kaedi (from Kidal): Mali is like a great tree, there’s room for all of us in its shade

Oumou Sangaré: If we don’t get ready we’ll lose our country / If we don’t get it together we will live in shame / I’m talking to our politicians, to our soldiers

Habib Koité (from Kayes): Malians, unity makes us strong! / We can’t let our great land slip away from us / This land of great men

Djeneba Seck (from Bamako): Africa, Europe, Mali / Let’s unite, have mercy on one another, act in unison / That is what is best about Maliba

Vieux Farka Touré (from Timbuktu): Wake up! We’re one family, let’s stand together

Mylmo (from Nioro du Sahel): We’re so respected around the world, why fight amongst ourselves in front of everyone? / Sunjata Keita and our country’s heroes left us their values, we mustn’t abandon them

Amadou Bagayoko and Mariam Doumbia (from Bougouni): Let’s work together, war is bad, conflict is an ugly thing / If we stand together, life will be better, friendship will be better / Let’s help each other out

Nahawa Doumbia (from Bougouni): We want peace, peace / Peace in Mali / Peace in Africa / In the whole world, peace

Dies ist eine Übersetzung des amerikanischen Anthropologen Bruce Whitehouse:
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Dort finden Sie auch seinen Kommentar auf englisch. Die hier abgedruckte deutsche Übersetzung wurde von Herbert Querfurt gemacht. MALI-INFORMATIONEN dankt.

Für Außenstehende ist die Musik einer der bemerkenswertesten Aspekte malischen Lebens. Von den vielen schönen Dingen, war es die Musik, die mich als erstes begeisterte , als ich dort in den 90ern lebte….. Und es ist wahr, dass die Griots einen speziellen Platz in der malischen
Gesellschaft einnehmen.
Kaum 2 Wochen vor dem Beginn der französischen Intervention hat der Reggae-Sänger Tiken Jah Fakoly eine single herausgebracht, in der er die Malier aufforderte, sich gegen die Bedrohung durch die Rebellen zu verbünden.
Einige Tage später hat der Rapper Master Soumy ein ähnliches Lied herausgebracht mit dem Titel: „Morgen wird es Kampf geben..“
Kürzlich haben diese beiden Künstler es geschafft, mehrere bekannte malische Musiker unter dem Namen „Vereinte Stimmen für Mali“ zusammenzubringen, um das Lied „Mali-Ko“ aufzunehmen. Dies soll eine Antwort auf den Konflikt im Land sein. Diese Musiker kommen aus allen Teilen des Landes und singen (oder rappen) in vielen verschiedenen Stilen… Die Botschaft dieses Lieds ist weniger direkt als es zuerst erscheinen mag…

Das meiste wird in Bambara gesungen, aber Arby, Salah und Vieux Farka singen in Sonray, Diabaté in Soninké und Ag Kaedi in Tamaschek (der Toureg-Sprache)…..

Oberflächlich hört sich Mali-Ko wie ein Antikriegslied an. Die Texte wiederholen die Auffassung, dass alle Malier eine Familie sind, die gleiche Abstammung haben, dieselbe Mutter, denselben Vater. Verwandtschaft ist der stärkste Faktor, der das soziale Leben in Mali bestimmt, und rhetorische Appelle an Verwandtschaftsbeziehungen haben große Kraft, Konflikte zu beenden.
Aber dieses Lied hat auch eine Botschaft des Trotzes und der Herausforderung. Auch wenn einige Künstler den Krieg anprangern (als etwas, an das die Malier nicht gewohnt sind), mahnen andere ihr Publikum , Unterschiede beiseite zu schieben und für die Verteidigung des Vaterlands zu mobilisieren. Tiken Jah und Master Soumy fordern nicht alleine die Malier auf, sich auf Krieg vorzubereiten. Koné z. B. sagt, die Malier mögen zwar keinen Krieg, aber sie sind auch nicht unvorbereitet.
Kurz danach singt Oumou Sangaré : „Wenn wir nicht bereit sind, wird Maliba uns entgleiten.“ Ich vermute, dass sie diese Botschaft mehr an die noch immer gespaltene politische Klasse in Bamako richtet als an die Rebellen. Die Malier wollen die Welt wissen lassen, dass sie Krieg hassen, aber sich einem Gegner gegenüber sehen, der ihre Vorstellungen von Dialog und Kompromiss nicht teilt. Sie werden tun, was nötig ist, um ihr Land zu verteidigen.
Die Künstler verschiedener ethnischer und sprachlicher Herkunft in „Mali-Ko“ erinnnern mich an etwas, was ich an der malischen Gesellschaft lieben gelernt habe: Ihre lange Geschichte friedlicher Konfliktbeilegung und Harmonie zwischen den Volksgruppen. Jedoch ist die Abwesenheit der bekanntesten Tuareg-Künstler bei diesem Projekt bemerkenswert. Der einzige Sänger mit Tuaregherkunft is Achmed Ag Kaedi, Leadsänger der Gruppe Amanar. Ich frage mich, ob er nur dazu gedrängt wurde, weil die bekanntesten Tuaregkünstler wie Tinariwen , Tartit und Takamba Super Onze entweder für die separatistische Sache eintreten oder Mali aus Sicherheitsgründen verlassen mussten. Viele Tuareg, dieses Lied hören, werden sich dasselbe fragen…

Trotzdem, die wichtigste Botschaft der Künstler hinter „Mali-Ko“ ist, dass die Malier bereit sind und gegen die Bedrohung ankämpfen. Die Malischen Truppen, die noch unter einer Folge von Niederlagen leiden, werden das kaum zu hören brauchen. Mali ist ein Land, wo Worte Siege herbei beschwören können – selbst in der tiefsten Finsternis.
© 2013 Bruce Whitehouse

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