"ALLE IM NORDEN MALIS TRAGEN WAFFEN, SOGAR DIE KINDER" – "Tout le monde porte des armes au Nord, même les enfants"

Der Präsident der Vereinigung Conseil des Maliens de l‘ Extérieur d‘ Allemagne (CMEA), des Vereins der Malier in Deutschland, Dadji Touré, hat der österreichischen Tageszeitung DER STANDARD ein Interview gegeben, in dem er über seine riskante Reise durch sein Land, das er nicht wiedererkennt, berichtet.

Le président du Conseil des Maliens de l‘ Extérieur d‘ Allemagne (CMEA) dans une interview recueillie par le journal autrichien DER STANDARD.

Dadji Touré, président de l’Association des Maliens en Allemagne, sur son voyage périlleux à travers un pays qu’il ne reconnaît pas.

DER STANDARD – 14. September 2012, 10:19
Propos recueillis par Manuela Honsig-Erlenburg
Dadji Touré a voulu se convaincre de la situation dans son pays natal et a pris un avion pour la capitale, Bamako. Pendant deux semaines, le président de l’Association des Maliens en Allemagne a voyagé dans des conditions de sécurité difficiles dans tout le pays, a été arrêté, puis relâché.
Foto (c) Dadji TouréFoto (c) Dadji Touré
Lors de son voyage à travers le nord occupée du pays, il s’est entretenu avec les responsables des islamistes radicaux Ansar Dine, qui a de larges parties du Nord sous son contrôle, avec d’autres groupes islamistes radicaux, des groupes de résistance de la population, des anciens combattants du MNLA et des mercenaires de toute la région . Sa conclusion: Sans l’aide internationale le Mali est perdu. Sa crainte: Ansar Dine pourrait aussi s’étendre vers le sud.

LIRE PLUS DE LA TRADUCTION FRANCAISE, FOURNIE PAR WILFRIED HOFFER, SOUS L’ORIGINAL

Dadji Toure, Präsident des Vereins der Malier in Deutschland, über seine riskante Reise durch ein Land, das er nicht wiedererkennt

DER STANDARD – 14. September 2012, 10:19
Interview | Manuela Honsig-Erlenburg
Dadji Toure wollte sich selbst von der Lage in seinem Heimatland überzeugen und setzte sich ein ein Flugzeug in die Hauptstadt Bamako. Zwei Wochen lang reiste der Präsident der Vereinigung der Malier in Deutschland unter schwierigsten Sicherheitsbedingungen durch das ganze Land, wurde festgenommen und wieder freigelassen. Auf seiner Reise durch den besetzen Norden des Landes sprach er mit Funktionären der radikalen Islamistengruppe Ansar Dine, die weite Teile des Nordens unter ihrer Kontrolle hat, mit anderen radikalislamistischen Gruppen, Widerstandsgruppen aus der Bevölkerung, ehemaligen Kämpfern der Tuareggruppe MNLA und Söldnern aus der gesamten Region. Sein Fazit: Ohne internationale Hilfe ist Mali verloren. Seine Befürchtung: Ansar Dine könnte sich auch auf den Süden ausdehnen.
derStandard.at: Sie sind gerade aus Nordmali zurückgekommen. Wie ist die Situation vor Ort?
Toure: Es ist schlimmer, als ich vermutet hatte. Es herrscht Anarchie. Die Menschen haben Angst, alle tragen Waffen, sogar die Kinder. Es gibt keine Verwaltung, keine Schulen, kein geregeltes Leben mehr. Die Islamistenpolizei ist überall und sieht alles. Die Leute dürfen nicht mehr rauchen, Frauen dürfen nicht auf der Straße mit Männern sprechen und müssen Kopfbedeckungen tragen.
Ich habe mit dem „Polizeikommissar“ der Islamistengruppe in Gao gesprochen. Er sagte wörtlich zu mir: „Wir sind hier, um die Scharia einzuführen. Zuerst hier, dann in ganz Mali, später in ganz Afrika und irgendwann auf der ganzen Welt.“ Die Behörden Malis könnten ruhig aus dem Süden wieder zurückkommen. Solange sie dafür sorgten, dass die Scharia eingehalten wird, hätte er nichts dagegen.
Ich habe ihm gesagt, dass ich auch Muslim bin und meine Religion in Europa gleichberechtigt ausüben kann, genauso wie andere ihre Religion frei ausüben könnten. Wenn diese allerdings sehen würden, wie der Islam mit Waffengewalt verbreitet wird, würde das dem Islam sehr schaden. Er erzählte mir, dass es auch in ihrer Gruppierung Leute gebe, die keine Muslime sind, und er überlege, für sie Kirchen zu bauen.
derStandard.at: Das hat er gesagt?
Toure: Ja. Weil er mir auf das andere Thema nicht antworten wollte.
derStandard.at: Sie sind mit dieser Reise ein großes Risiko eingegangen.
Toure: Ja, diese Reise war für mich sehr gefährlich. Aber ich wollte mich mit eigenen Augen von der Lage in meinem Heimatland überzeugen, nicht von Medienberichten abhängig sein. Überall gab es Checkpoints. Wir waren zu dritt unterwegs und mit Foto- und Filmkameras ausgestattet, um Berichte zu machen. 15 Kilometer von Gao entfernt wurden wir festgenommen. In Gao sitzt die „Einheitsbewegung für den Dschihad im Westen Afrikas“. Ich wurde dreimal verhört. Was machst du hier? Warum bist du in Europa? Letztendlich konnte ich sie überzeugen, dass ich Malier bin und harmlos, und ich wurde freigelassen. Ich hatte großes Glück.
derStandard.at: Welche Rolle spielen die Tuareg-Rebellen noch, die die Abspaltung des Nordens gemeinsam mit den radikalislamistischen Gruppen erst bewirkt hatten. Danach haben sich die Islamisten gegen Sie gewandt und sie vertrieben.
Toure: Zuallererst muss man einmal festhalten, dass es den Aufstand „der Tuareg“ als Gegenstück zu den Islamisten ja nicht gab. In der MNLA (Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad, Anm.) sind natürlich viele malische Tuareg, aber auch Leute aus Niger, Mauretanien, Nigeria etc. Der Chef der radikalislamistischen Ansar Dine, Iyad Ag Ghali, wiederum ist zum Beispiel selbst ein malischer Tuareg.
Auf meiner Reise habe ich einige Leute getroffen, die früher bei der MNLA gekämpft haben. In den Städten Diré und Goundam nahe Timbuktu sind zum Beispiel viele, die vorher für die MNLA gekämpft haben, zu Ansar Dine übergelaufen. Von dem erklärten Ziel, einen eigenen Staat namens Azawad zu gründen, war keine Spur mehr. Aber ich habe viele Spuren der Verwüstung der MNLA gesehen. Sie waren nicht zimperlich, haben getötet, vergewaltigt und zerstört.
derStandard.at: Wie schafft es Ansar Dine, diese Leute zum Überlaufen zu bringen?
Toure: Jeden Tag kommen neue „Rekruten“. Es wird ihnen auch Geld versprochen, aber die meisten kommen, weil sie überzeugt sind von der Sache. Sie machen das für Gott. Außerdem werden viele Kinder und Jugendliche rekrutiert, die auf der Straße leben. Ihnen werden Plätze in Koranschulen angeboten und damit Abhängigkeiten geschaffen.
derStandard.at: Wehrt sich die „normale Bevölkerung“, die nicht gewillt ist, die Region zu verlassen?
Toure: Es gibt Gruppen, örtliche Milizen, die Widerstand organisieren, militärischen wie zivilen. Sie warten dringend auf Hilfe aus Bamako. In der Zwischenzeit organisieren sie auch Schulunterricht für Kinder, bieten medizinische Hilfe an, kümmern sich um die Müllproblematik in den Städten. Sie versuchen, die Lage zumindest etwas zu verbessern, müssen sich aber nachts in Hinterhöfen treffen. 
derStandard.at: Warten sie umsonst auf Hilfe aus Bamako?
Toure: Ohne internationale Hilfe kann Mali nicht frei werden. Die radikalen Islamisten beginnen sich auch in ganz Mali auszubreiten. Bleibt die Situation, wie sie ist, wird das ein massives Problem für die gesamte Region. Ich habe unter den radikalen Islamisten in Timbuktu Leute aus dem Senegal getroffen, aus Burkina Faso, Niger, Mauretanien, Jemen und Pakistan. Die werden eines Tages zurückgehen und ihre Ideologien mitnehmen. Das malische Problem muss ein internationales Anliegen sein.
derStandard.at: Tut die internationale Gemeinschaft zu wenig?
Toure: Was ich nicht verstehen kann, ist zum Beispiel, dass die Verbrecher von MNLA mittlerweile zahlreich in Europa Aufnahme gefunden haben und dort frei herumlaufen. Diese Menschen haben getötet, vergewaltigt und zerstört. Vor drei Wochen haben MNLA-Mitglieder eine große Versammlung in Burkina Faso abgehalten. Angeblich wurde die Versammlung von der Schweiz finanziert, die sogar eine Delegation hinschickte. Manchmal können wir die Rolle, die die internationale Gemeinschaft in Afrika spielt, einfach nicht verstehen.
Dadji Toure ist Präsident der Vereinigung der Malier in Deutschland und lebt in der Nähe von Frankfurt am Main. Er stammt aus Mali und ist dort nahe der Hauptstadt Bamako aufgewachsen.
© 2012 Der Standard

Dadji Touré, président de l’Association des Maliens en Allemagne, sur son voyage périlleux à travers un pays qu’il ne reconnaît pas.
DER STANDARD – 14. September 2012, 10:19
Propos recueillis par Manuela Honsig-Erlenburg
Dadji Touré a voulu se convaincre de la situation dans son pays natal et a pris un avion pour la capitale, Bamako. Pendant deux semaines, le président de l’Association des Maliens en Allemagne a voyagé dans des conditions de sécurité difficiles dans tout le pays, a été arrêté, puis relâché. Lors de son voyage à travers le nord occupée du pays, il s’est entretenu avec les responsables des islamistes radicaux Ansar Dine, qui a de larges parties du Nord sous son contrôle, avec d’autres groupes islamistes radicaux, des groupes de résistance de la population, des anciens combattants du MNLA et des mercenaires de toute la région . Sa conclusion: Sans l’aide internationale le Mali est perdu. Sa crainte: Ansar Dine pourrait aussi s’étendre vers le sud.

der Standard.at: Vous venez de rentrer du nord du Mali. Quelle est la situation sur le terrain?
Touré: C’est pire que ce que je l’avais prévu. L’anarchie règne. Les gens ont peur, tous portent des armes, même les enfants. Il n’y a pas d’administration, pas d’écoles, plus de vie régulière. La police islamistes est partout et voit tout. Les gens ne sont plus autorisés à fumer, les femmes ne sont pas autorisés à parler dans la rue avec les hommes et doivent couvrir la tête.
J’ai parlé avec le „commissaire de police“ du groupe islamiste à Gao. Il m’a dit littéralement: «Nous sommes ici pour installer la charia d’abord ici, puis au Mali, puis en Afrique et finalement dans le monde entier.“. Les autorités maliennes peuvent revenir tranquillement du sud à nouveau. Tant qu’ils assurent l’application de la charia, il n’aurait pas d’objection.
Je lui ai dit que je suis aussi un musulman et que je peux pratiquer ma religion dans l’Europe des droits égaux, ainsi que d’autres pourraient pratiquer librement leur religion. S’ils voyaient cependant comment l’islam se propage par la force des armes, cela nuira grandement à l’islam. Il m’a dit qu’il y avait aussi des gens de leur groupe qui ne sont pas musulman, et qu’il envisageait de construire des églises pour eux.
derStandard.at: Il a dit ça?
Touré: Oui. Parce qu’il ne voulait pas me répondre à ma question.
derStandard.at: Vous avez pris un gros risque avec ce voyage.
Touré: Oui, ce voyage a été très dangereux pour moi. Mais je voulais voir de mes propres yeux la situation dans mon pays, ne pas être dépendant de reportages dans les médias. Partout il y avait des points de contrôle. Nous étions à trois et équipés de caméras photo et vidéo afin de présenter des rapports. À 15 kilomètres de Gao nous avons été arrêtés. A Gao le „Mouvement pour l’unité pour le Jihad en Afrique de l’Ouest“ est installé. J’ai été interrogé à trois reprises. Que faites-vous ici? Pourquoi êtes-vous en Europe? En fin de compte, j’ai réussi à les convaincre que je suis Malien et innocent et j’ai été libéré. J’ai été très chanceux.
derStandard.at: Quel rôle jouent encore les rebelles touaregs qui avait provoqué la sécession du Nord, en collaboration avec les groupes radicaux islamistes. Ensuite, les islamistes se sont retournés contre eux, et les ont chassé .
Touré: Tout d’abord, vous devez retenir qu’il n’y a pas eu la rébellion „des Touaregs“ comme pendant aux islamistes. Dans le MNLA (Mouvement national pour la libération de l’Azawad) il y a bien sûr de nombreux Touaregs du Mali, mais aussi des gens du Niger, de la Mauritanie, du Nigeria, etc Le chef du radical Ansar Dine, Iyad Ag Ghali, à son tour, est lui-même un Malien touareg.
Sur mon voyage, j’ai rencontré des gens qui se sont battus plus tôt dans le MNLA. Dans les villes de Diré et Goundam près de Tombouctou, par exemple, beaucoup de ceux qui auparavant ont combattu pour le MNLA, ont fait défection à Ansar Dine. De l’objectif déclaré de former un État distinct appelé Azawad, plus aucune trace. Mais j’ai vu de nombreuses traces de la dévastation par le MNLA. Ils n’étaient pas hypersensibel, ont tué, violé et détruit.
derStandard.at: Comment ça Ansar Dine pour amener ces gens à défecter?
Touré: Tous les jours de nouvelles «recrues» arrivent. Il leurs est également promis de l’argent, mais la plupart viennent ici parce qu’ils croient en la cause. Ils le font pour Dieu. En outre, de nombreux enfants et adolescents sont recrutés qui vivent dans la rue. On leurs offre des places dans les madrassas et a ainsi on crée des dépendances.
derStandard.at: Est-ce que les «gens ordinaires» qui ne sont pas prêt à quitter la région s’opposent?
Touré: Il ya des groupes, des milices locales, qui organisent la résistance, à la fois militaire et civile. Ils attendent urgemment de l’aide de Bamako. Entretemps, ils organisent aussi l’enseignement pour les enfants, offrent une assistance médicale, prennent soin du problème des ordures dans les villes. Ils essaient d’améliorer la situation au moins un peu, mais ils sont obligés de se rencontret la nuit dans les cours arrières.
derStandard.at: Attendent-ils en vain l’aide de Bamako?
Touré: Sans une mobilisation internationale Mali ne peut pas devenir libre. Les islamistes radicaux commencent à se répandre dans tout le Mali. Si la situation reste telle qu’elle est, ça deviendra un problème majeur pour toute la région. J’ai rencontré parmi des islamistes radicaux des hommes du Sénégal, du Burkina Faso, du Niger, de la Mauritanie, du Yémen et du Pakistan. Ils retournerons un jour et prendront leurs idéologies avec eux. Le problème malienne doit être une préoccupation internationale.
derStandard.at: Est-ce que la communauté internationale n’entreprend pas assez?
Touré: Ce que je ne comprends pas, par exemple, que nombreux criminels du MNLA sont maintenant accueilli en Europe et s’y promener librement. Ces gens ont tué, violé et détruit. Il y a trois semaines des membres du MNLA ont tenu une grande réunion au Burkina Faso. Selon certaines sources, la réunion a été financée par la Suisse, qui a même envoyé une délégation. Parfois, nous pouvons ne comprenons le rôle que joue la communauté internationale en Afrique.

Dadji Touré est le président de l’Association des Maliens en Allemagne et vit près de Francfort. Il vient du Mali et a grandi là-bas, près de la capitale, Bamako.

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