IN MALI DROHT EINE HUNGERSNOT – Au Mali, une famine est imminente

Version française en bas!

Erde auf Vier-Grad-Kurs

Nach der Klimakonferenz in Durban
Keine Entwarnung für die Menschen, denen der Klimawandel jetzt schon zunehmend die Ernten verdorren lässt oder von den Feldern spült: Zwar soll nun das Kyoto-Protokoll verlängert und ein neues, völkerrechtliches Abkommen verhandelt werden; die schwachen Klimaschutzzusagen – vor allem der Industrieländer – lassen aber eine globale Erwärmung von 4°C oder mehr befürchten. Dabei gelten schon +2°C als gerade noch beherrschbar.
Bei der finanziellen Unterstützung der armen Länder zur Bewältigung des Klimawandels gab es ebenfalls kaum Fortschritte.
Im November reiste eine Gruppe von Journalist/innen mit Oxfam Deutschland nach Mali, um sich ein Bild von den Folgen des Klimawandels zu machen, die dort bereits deutlich zu spüren sind.

© 2011 OXFAM

Das Video beschreibt diese Reise, ebenso wie der untenstehende Artikel.

Au Mali, une famine est imminente: Voyez une vidéo que OXFAM a produit en octobre après le voyage de journalistes au Mali qui ont visité le village de Bagnagafata, à 150 kms au nord-ouest de Bamako. Le vidéo est en allemand, mais l’article dont vous trouvez la tradition en bas après la petite photo reprend le même voyage et ce que les habitants du village leur ont dit. In Mali droht eine Hungersnot
Deutschlandradio Kultur – 10.12.2011
Folgen des Klimawandels
Von Michael Castritius


Hören Sie hier den Audiobeitrag.

Mali gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, aber zum globalen CO2-Ausstoß trägt es nur kaum bei. Die Menschen in Mali leiden unter klimatischen Veränderungen: „Es regnet von Jahr zu Jahr weniger.“ Nach der zu kurzen Regenzeit werden die Getreidevorräte schnell aufgebraucht sein.

Der Dorfälteste Birama Dembele weiß viel über das Klima im Süden Malis.

Auf Hundert schätzt er sein Alter. Demebele sitzt im Schatten eines gigantischen, weit ausladenden Palaverbaumes in der Mitte seines Dorfes Bagnagafata.

Ja, als Kind habe er miterlebt, wie dieser Bana-Baum gepflanzt wurde.
Heute ist er zentraler Treffpunkt der Ansiedlung. Drumherum gruppieren sich kleine, runde Lehmhütten mit spitzem Blätterdach zum Wohnen, noch kleinere zum Speichern von Getreide und Saatgut. Über globalen Klimawandel weiß der dürre Mann mit der ledernen Haut nichts, aber er beobachtet Veränderungen.

„Mein Leben lang habe ich es gemacht, wie es mein Vater sagte: Sieben Monate und sieben Tage nach der letzten Ernte musst du aussäen. Aber heute, wenn du dich daran hältst, bekommst du nichts mehr. Frühestens nach acht Monaten darfst du säen, weil der Regen so spät kommt. Ich bin nie zur Schule gegangen, verstehe das nicht, aber ich sehe: Alles hat sich verändert.“
Dabei liegt das Dorf von Birama Dembele im Süden Malis, Hunderte Kilometer von der Sahara und der darunterliegenden Sahelzone entfernt. Die Savanne hier, bestückt mit vereinzelten Bäumen, ist traditionell Agrarland. Barou Mamadou Coulibaly arbeitet für die Umweltorganisation „Stop Sahel“, die den Bauern hilft, mit den Veränderungen klarzukommen. Die Sahelzone, sagt er, habe sich in den letzten 10 Jahren bereits um 200 Kilometer nach Süden ausgebreitet.

„Es regnet von Jahr zu Jahr weniger. Und immer unregelmäßiger. Das heißt: Mal regnet es kaum, mal gibt es sintflutartige Niederschläge, die alles wegspülen. Durch den Klimawandel haben wir keine verlässlichen Vorhersagen mehr. Die Folgen: niedrigerer Ernteertrag und das Vieh verendet. Die Nahrungsmittelkrise, die wir sowieso schon hatten, verschärft sich enorm, die Leute essen immer schlechter.“

Zum Beispiel die Familie des Bauern Modibo Keita. Nur widerwillig führt er zu seinem Feld, auf dem die Hirse jetzt eigentlich in voller Pracht stehen sollte. Aber statt grüner Pflanzen knirschen vertrocknete Blätter und Halme unter den Füßen.

Mickrig sind die Kolben, kleine, gelbe Hirsekörner tragen sie nur. Höchstens zwei Tonnen werde er in dieser Saison ernten können, statt der normalen acht Tonnen, schätzt Modibo Keita. Der 37-Jährige ist das Oberhaupt einer 80-köpfigen Großfamilie, darunter fast 50 Kinder.

Hirsefeld ohne Ertrag

Foto (c) aramata: Hirsefeld ohne Ertrag – champ de mil qui n’a pas donné

„Wir haben so hart gearbeitet, aber es kommt fast nichts dabei raus. Es hat viel zu spät und viel zu kurz geregnet. Angst macht mir das, nein, mehr als Angst: Ich bin sicher, dass wir im Frühjahr hungern müssen. Aber es ist Allahs Wille.“

Bauern wie Keita sind Jahr für Jahr abhängig von den Erträgen ihrer Felder. Reserven haben sie nicht. Mali gehört zu den zehn ärmsten Staaten der Welt. Zum globalen CO2-Ausstoß trägt das Land kaum bei, aber die Auswirkungen des Klimawandels sind schon jetzt existenziell. Und überall sichtbar: die 15-jährige Morissimo Diallo kann sich das Schulgeld nicht mehr leisten:

„Nach der 5. Klasse musste ich aufhören, die Ernte ist zu schlecht. Es ist hart, wenn ich morgens meine Freundinnen zu Schule gehen sehe, dann mache ich mir Sorgen um die Zukunft. Am liebsten würde ich weggehen, woanders Geld verdienen, aber ich weiß nicht wohin.“

Der Schulbesuch kostet rund 75 Eurocent im Monat. Zuviel für Morissimo. Der Klimawandel verdirbt schon jetzt ihre Zukunft. Die Regierung Malis hat einen 60-Punkte-Plan erarbeitet: Anpassung an den Klimawandel. Der könnte durch einen weltweiten Fond finanziert werden: Über 100 Milliarden Dollar pro Jahr soll dieser „Green Climate Fund“ einmal verfügen – aber erst ab 2020. Akut hilft das den Menschen in Mali nicht, nach der viel zu kurzen Regenzeit werden die Getreidevorräte in den kleinen Rundhütten schnell verbraucht sein, befürchtet Alamir Sinna Touré vom Umweltministerium.

„Die Gefahr ist sehr groß, dass es in den nächsten Monaten eine Hungersnot gibt, in ganz Mali, aber vor allem im Norden. Denn die Regenzeit war wirklich katastrophal: nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für das Vieh. Menschen und Tiere werden nach Süden ziehen, wo es noch etwas mehr Wasser gibt, und das wird Konflikte heraufbeschwören.“

Noch mehr Konflikte und eine aufziehende Hungersnot in Westafrika: Nicht Gott-gewollt, sondern Mensch-gemacht.
© 2011 Deutschlandfunk

Der Regen bleibt in Mali aus (picture alliance_dpa_Carola Frentzen)
Foto (c) dpa_Carola Frentzen :
Der Regen bleibt in Mali aus
– La pluie fait défaut au Mali

La famine imminente : Non voulue par Dieu, mais faite par l’homme.Le Mali est l’un des pays les plus pauvres dans le monde, mais il contribue à peine aux émissions mondiales de gaz carbonique. Les hommes au Mali souffrent des changements climatiques: « d’année en année, il pleut moins.“ Après la brève saison des pluies, les réserves de céréales seront épuisées sous peu.

L’ancien du village, Birama Dembélé, connaît bien le climat dans le sud du Mali.

Cent ans, c’est l’âge qu’il se donne. Dembélé est assis à l’ombre d’un arbre géant, l’arbre à palabres au milieu de son village Bagnagafata.

Oui, en tant qu’enfant, il était témoin quand cet arbre de bana a été planté.
Aujourd’hui, c’est le lieu de rencontre central pour le village. Autour de lui, des petites cases rondes en banco équipées d’un toit conique de paille sont groupées comme habitations, des plus petites comme greniers de stockage de céréales et de semences. Du changement climatique global, l’homme maigre à la peau ridée ne sait rien, mais il observe les changements dans ses environs.

„Toute ma vie, j’ai suivi les conseils de mon père .. Sept mois et sept jours après la dernière récolte, tu dois semer. Mais à l’heure actuelle, si vous faites comme ça, vous n’obtenez rien. C’est au bout de huit mois au plus tôt que vous pouvez semer parce que la pluie vient si tard. Je n’ai jamais été à l’école, je ne le comprends pas, mais je vois que tout a changé.“

Pourtant le village de Birama Dembélé se trouve dans le sud du Mali, des centaines de kilomètres du Sahara et du Sahel qui le longe en bas. La savane ici, où on trouve quelques arbres seulement, est une zone traditionnellement agricole. Barou Mamadou Coulibaly travaille pour l’ONG d’environnement „Stop Sahel“, qui aide les agriculteurs à faire face aux changements. La zone du Sahel, dit-il, s’est élargie dans les 10 dernières années de 200 kilomètres au sud.

.. „Il pleut chaque année moins, et de façon de plus en plus irrégulière. Des fois il pleut à peine, des fois il y a des pluies torrentielles qui balaient tout. A cause du changement climatique, nous n’avons plus de prévisions fiables. Les conséquences: la diminution des récoltes, et le bétail qui périt. La crise alimentaire que nous avions déjà, s’aggrave énormément, les gens mangent mal de plus en plus.“

Par exemple, la famille de l’agriculteur Modibo Keita. Hésitant, il nous amène à son champ, où le mil devrait être en gros épis. Mais au lieu de voir des plantes vertes, des feuilles et des tiges séchées grincent sous nos pieds.

Les épis sont chétifs, ce sont quelques graines de mil jaunes qu’ils portent. Pas plus de deux tonnes qu’il sera en mesure de récolter cette année, au lieu des huit tonnes en saison normale, selon les estimations de Modibo Keita. Cet homme de 37 ans est le chef d’une grande famille de 80 membres, dont près de 50 enfants.

«Nous avons travaillé si dur, mais il n’y a presque rien. La pluie est venue beaucoup trop tard et insuffisante. Ça me fait peur, non, plus que ça … Je suis sûr que nous allons souffrir de la faim au printemps. Mais c’est Allah qui le veut. “

Les agriculteurs comme les Keita dépendent de leurs champs. Ils n’ont pas de réserves. Le Mali est parmi les dix pays les plus pauvres dans le monde. Le pays contribue à peine aux émissions mondiales de gaz carbonique, mais les effets du changement climatique menacent déjà l’existence des ses habitants. C’est visible partout: Morissimo Diallo, 15 ans, ne peut plus payer les frais de scolarité:

«Après la cinquième année, j’ai dû arrêter, la récolte est trop mauvaise. C’est dur quand je vois mes amies partir à l’école le matin, alors je me fais de soucis quant à l’avenir. J’aimerais aller ailleurs pour gagner de l’argent, mais je ne sais pas où. “

Les frais de scolarité sont d’environ 75 centimes d’euro par mois. Trop pour Morissimo. Le changement climatique gâche déjà son avenir. Le gouvernement malien a élaboré un plan de 60 points: Adaptation au changement climatique. Ce plan pourrait être financé par un fonds mondial: ce „Fonds vert pour le climat“ devra disposer de plus de 100 milliards de dollars par an – mais seulement à partir de 2020. A l’heure actuelle, cela ne peut pas aider le peuple du Mali, après la saison des pluies trop courte, les stocks de céréales dans les petites cases rondes vont être consommés rapidement, craint Alamir Sinna Touré du ministère de l’Environnement.

«Le danger est très grand que dans les prochains mois, il y aura une famine dans tout le Mali, mais surtout dans le nord parce que les pluies étaient vraiment catastrophiques. Non seulement pour l’agriculture mais aussi pour le bétail. Les hommes et les animaux vont se déplacer vers le sud, où il y a un peu plus d’eau, et cela va provoquer des conflits. “

Augmentation de conflits et une famine imminente en Afrique de l’Ouest: Non voulue par Dieu, mais faite par l’homme.

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3 Gedanken zu “IN MALI DROHT EINE HUNGERSNOT – Au Mali, une famine est imminente

  1. Nicht Gott-gewollt, sondern Mensch-gemacht: also kann der Mensch auch Möglichkeiten finden, sie zu verhindern. Eine Frage des politischen Willens.

    Es gibt eine ganze Menge Ideen dazu: siehe den trackback im 2. Kommentar

    Versuchen kann man, in kleine Schritten zu arbeiten, Hilfe zur Selbsthilfe, wie es ganz viele NGO’s tun. Und die dann unterstützen, arbeitsmäßig oder finanziell.

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