Interview avec la star de foot ROMEO BOUKAR qui a fondé une association pour des expulsés arrivant á Bamako – Warum hat er ARACEM gegründet

-Texte français plus bas, en dessous de la photo-

Migrationskarte aus 2006Medico International ist eine humanitäre Organisation, die sich auch die Migration zum Thema gemacht hat.

A.R.A.C.E.M. ist eine malische Selbsthilfeorganisation von Ex-Flüchtlingen für Flüchtlinge.

medico Rundschreiben 02/2011

„Im Scheitern lag ein Anfang“

Warum der Fußballspieler Romeo Boukar aus Kamerun eine Initiative für abgeschobene Migranten in Mali gründete.

Auch wenn Migranten zumeist mit nicht mehr als sich selbst unterwegs sind, tragen sie doch eine ganze Welt in sich, die sich nicht nur aus der Erfahrung erlittener Ungerechtigkeit und Ausgrenzung zusammensetzt, sondern zugleich ihre Kämpfe um Anerkennung, Lebenssicherheit und Glück umfasst. Ein Interview mit Romeo Boukar, der nach seiner Abschiebung die Selbsthilfeorganisation ARACEM (Association des Refoulés d’Afrique Centrale au Mali) Bamako (Mali) gegründet hat.

Ein großes Problem der Migranten ist, dass sie oft im Transit stecken bleiben oder direkt abgewiesen werden und dies dann als individuelle, persönliche Schuld wahrnehmen. Kannst du ein Beispiel nennen?

Boukar: Diese Erfahrungen habe ich als Migrant selbst gemacht. Als ich vor fünf Jahren nach Mali kam war ich lustlos und hatte keinerlei Perspektive. Meine Versuche nach Europa zu migrieren, waren gescheitert und ich in suchte den Grund für die verweigerte Migration bei mir selbst. Erst durch die Arbeit mit ARACEM konnte ich meine Probleme in etwas Positives umwandeln. Dabei stellte ich fest, dass es nicht die einzelnen Europäer sind, die uns die Einreise verweigern, sondern die europäische Politik. In Zusammenarbeit mit europäischen Partner/innen versuchen wir bei ARACEM den anderen Migranten zu erklären, dass es nicht ihre eigene Schuld ist, die zum Scheitern ihrer Migrationsversuche führt, sondern die der europäischen Migrationspolitik.

Die Polizei soll gerade in jüngster Zeit massiv gegen Migranten vorgehen, auch in Mali.

Das kann ich bestätigen. Ich selbst wurde schon sechs Mal von der Polizei aufgehalten. Grundproblem ist aber vor allem die latente Fremdenfeindlichkeit. Immer, wenn sich an einem Ort mehrere Ausländer/innen versammeln, macht sich unter der einheimischen Bevölkerung Angst breit und die Polizei wird gerufen. Das liegt aber auch an den mangelnden Integrationsbemühungen gegenüber den Migranten.

Kannst du dir erklären, weshalb die Polizei so häufig und rabiat gegen Migranten vorgeht?

Gerade in letzter Zeit hat die Zahl der Migranten vor allem in den Städten sehr schnell und sehr stark zugenommen. Da werden bestehende Vorurteile und Ängste schnell größer und die Migranten noch stärker ausgegrenzt. Dann ist es einfacher, sie hinter Gitter zu bringen als sie zu integrieren, zumal sich die Polizist/innen durch Bestechungsgelder ein Zubrot verdienen können.

Welche Erfahrungen hast du selbst als Migrant gemacht bis du in Mali gelandet bist und die ARACEM gegründet hast?

Nachdem mein Vater ein Jahr zuvor gestorben war, habe ich 2004 die Schule aufgegeben und Kamerun mit meinem Bruder verlassen. Als professioneller Fußballer habe ich dann zunächst bei einem Erstligaverein in Benin gespielt. Über ein kurzes Engagement bei einer Fußballmannschaft in Niger kamen mein Bruder und ich schließlich nach Algerien. Dort ist uns dann die Idee gekommen, nach Europa auszuwandern. Deshalb sind wir nach Marokko gefahren und haben dort 2005 mit vielen anderen Migranten versucht, die spanische Exklave Melilla zu stürmen. Von den Verletzungen, die ich mir bei dieser Aktion an den Stahlzäunen zuzog, sind heute noch immer die Narben an Armen und Beinen zu sehen. Nach zwei Monaten im Gefängnis wurden mein Bruder Patrice und ich schließlich aus Marokko nach Mali abgeschoben und mit ein- bis zweitausend anderen Migranten an der Grenze ausgesetzt. Zu Fuß sind wir in kleinen Gruppen ins 265 Kilometer entfernte Kita gelaufen und von dort mit Lastwagen nach Gao gefahren. Von den 30 Personen unserer Gruppe, sind am Ende nur 17 angekommen. Die anderen haben wir entweder verloren oder sind gestorben.

Was geschah dann nach deiner Ankunft in Gao?

In Gao angekommen, wurden wir alle von der Polizei registriert. Unsere Namen wurden auf Zettel geschrieben, mit einem Stempel versehen und für jeden kopiert. Mit diesen Behelfsausweisen sind wir weiter nach Bamako, wo wir, nach knapp zwei Monaten auf der Straße, ein verlassenes Haus gefunden haben, das sich bereits andere Migranten als Unterkunft genommen hatten. Auf einem Forum, das zum Gedenken der toten Migranten abgehalten wurde, habe ich viele Europäer getroffen, die mir empfahlen, eine Organisation zu gründen, die die Interessen der Migranten gebündelt vertritt. Zusammen mit Patrice habe ich schließlich 2006 ARACEM gegründet, die nach einigen formalen Querelen 2007 auch vom Staat als legale Organisation anerkannt wurde. Damals war ich 17. Seitdem widmen wir uns den Problemen von Migranten in und um Bamako. Das heißt, wir sorgen für Unterkunft, Ernährung und medizinische Versorgung. Nach sieben Monaten hatten wir bereits 1.300 Migranten betreut. Wir haben einen Ort geschaffen, an dem die Menschen aufgefangen werden können.
Das Interview führte Martin Glasenapp während des Weltsozialforums 2011 in Dakar, Senegal.

Fluchtursache Reichtum

Migration und Rohstoffhandel in Afrika

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Projektstichwort

Die Selbsthilfegruppe ARACEM kümmert sich in Bamako, der Hauptstadt Malis, um die zahlreichen Migranten aus den zentralafrikanischen Ländern, die oftmals auf dem Weg nach Nordafrika und dem Mittelmeer den Transitraum Mali durchqueren, oder die aus Europa abgeschoben wurden. Der Flughafen Bamako ist das Drehkreuz für fast alle, die aus dem frankophonen Europa nach Westafrika abgeschoben werden. Erschwerend für diese Unglücklichen kommt hinzu, dass nur wenige zentralafrikanische Länder (Kamerun, beide Kongos, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Gabun) in Bamako eine Botschaft unterhalten. Wer also mittellos nach Mali abgeschoben wurde, ist auf die Solidarität anderer angewiesen. Die ARACEM gründete sich auch in Reaktion auf die Geschehnisse in Ceuta und Melilla im Jahr 2006, wo bei einer Massenflucht nach Europa Hunderte Menschen verletzt wurden und Dutzende ums Leben kamen. Seitdem betreibt die ARACEM ihr Haus der Solidarität, in dem Migranten mit Lebensmitteln und dringend benötigten Medikamenten versorgt werden. Aktuell ist angesichts des Krieges in Libyen der Bedarf besonders hoch, mussten doch viele Migranten aus Zentralafrika fliehen und sitzen nun erneut in Bamako fest. medico unterstützt die ARACEM seit 2009 mit einem jährlichen Zuschuss zum Gesamtbudget – damit unser Partner ohne bürokratischen Aufwand da handeln kann, wo die Hilfe schnell gebraucht wird. Das Stichwort lautet: Migration.

Interessant: Kampagne von medico:

Die EU nennt es Rohstoffinitiative…

… wir nennen es Rohstoffraub


Das große geopolitische Spiel um den Zugriff auf strategisch wichtige Rohstoffe hat begonnen. Weltweit steigt die Nachfrage nach Rohstoffen; zu deren größten Konsumenten gehört Deutschland. Als Rohstoffimporteur und Exporteur von weiterverarbeiteten Produkten bezieht Deutschland Energierohstoffe, Metallrohstoffe und viele Industriemineralien aus mehr als 160 Ländern. Die Europäische Union (EU) fordert in ihrer neuen Rohstoffinitiative (2011) den schrankenlosen Zugang zu Rohstoffen und übt dabei massiven Druck auf die Exportländer aus. …

L’échec, père d’une nouvelle chance ? ARACEM à Bamako
Pourquoi la star de foot Romeo Boukar du Cameroun a fondé une association pour des expulsés au Mali.

Paru en allemand dans medico international rundschreiben 02/2011, p.20, traduction française par Reinhild Kim/ Mali-Informationen.

Même si les migrants sont très souvent en route avec rien qu’eux-mêmes, ils portent tout un monde en eux qui ne comprend que l’expérience des injustices dont ils ont souffert, mais à la fois leurs combats pour une reconnaissance, une vie sécurisée et le bonheur. Une interview avec Romeo Boukar, qui après son expulsion a fondé le groupe entraide ARACEM (Association des Refoulés d’Afrique Centrale au Mali).
C’est un grand problème des migrants qu’ils restent bloqués dans le transit ou bien qu’ils sont refoulés immédiatement, et qu’ils perçoivent ce fait comme leur propre faute. Peux-tu donner un exemple?

Boucar: J’ai vécu ces expériences moi-même, migrant. Quand je suis arrivé au Mali il y a cinq ans, je n’avais aucune envie de faire quoi que ce soit et aucune perspective. Mes tentatives de partir en Europe s’étaient soldées en échec, et j’en cherchais les raisons dans ma personne. C’est le travail au sein de ARACEM qui a changé mes problèmes en quelque chose de positif. Alors j’ai constaté que ce n’est pas l’individu qui refuse notre immigration, mais la politique européenne.

En coopération avec des partenaires européens nous essayons d’expliquer aux autres migrants que l’échec de leurs tentatives de migration n’est pas leur faute, mais la faute à la politique d’immigration européenne

On dit que la police mène tout récemment des actions massives contre les migrants, au Mali aussi bien qu’ailleurs . Ca, je peux le confirmer. Moi-même j‚étais six fois déjà arrêté par la police.
Pourtant, le problème de base est avant tout le problème de la xénophobie latente.
Chaque fois quand il y a une rencontre de plusieurs étrangers au même endroit, la peur se répand parmi la population locale et on appelle la police. Il faut dire que c’est dû au fait qu’il y a un manque énorme d‘ efforts d’intégration en face des migrants.

 

Peux-tu expliquer pourquoi la police opère si souvent et violemment contre les migrants?
Dernièrement, le nombre des migrants surtout dans les villes a connu une augmentation très rapide et très forte. En l’occurrence, les préjugés et les craintes déjà existants se multiplient et les migrants sont encore plus isolés. Alors il paraît plus simple de les mettre en tôle que de les intégrer, d’autant plus que les policiers peuvent se procurer un revenu supplémentaire par des pots de vin.

 

Quelles expériences as-tu faites en tant que migrant avant de débarquer au Mali et de fonder l’ARACEM?

Après le décès de mon père en 2003, j’ai abandonné l’école en 2004 et quitté le Cameroun avec mon frère. Comme footballeur professionnel j’ai d‚abord joué dans un club de la première division au Bénin. Après un engagement de courte durée dans une

équipe de foot au Niger, mon frère et moi sont enfin venus en Algérie. Là on a eu l’idée d’émigrer vers l’Europe. Par conséquent
nous nous sommes rendus au Maroc, et en 2005 nous avons essayé avec beaucoup d’autres migrants de prendre d’assaut l’enclave espagnol de Melilla. On voit toujours sur mes bras et mes jambes les cicatrices des blessures que j’ai eues dû aux clôtures en acier. Après deux mois de prison, on a refoulé mon frère Patrice et moi depuis le Maroc en destination du Mali et exposé avec une à deux mille d’autres migrants à la frontière. Dans des petits groupes, on a fait les 265 kms jusqu’à Kita à pied, et de là-bas pris des camions pour aller à Gao (1400 km, ndlr). Sur les 30 personnes de notre groupe, il n’y a que 17 qui sont arrivés ? les autres on les a perdus ou ils sont décédés.

 

Qu’est-ce qui s’est passé ensuite après votre arrivée à Gao?
Arrivés à Gao, nous étions tous enregistrés par la police. Ils ont noté nos noms sur des bouts de papier, avec un cachet, et fait des copies pour chacun. Avec ces cartes d’identité provisoires, nous avons continué sur Bamako où, après presque deux mois sur la route, nous avons trouvé une maison abandonnée, que d’autres migrants avaient déjà pris pour logement. Pendant un forum tenu en souvenir des migrants décédés j’ai rencontré des Européens qui m’ont proposé de fonder une association pour regrouper et représenter les intérêts des migrants. Avec Patrice j’ai enfin fondé ARACEM en 2006. Après quelques hésitations de la part des autorités, elle a été reconnu en 2007 par l’Etat comme une organisation juridique. A l’époque j’avais 17 ans. Depuis ce jour-là, nous nous consacrons aux problèmes des migrants à l’intérieur et autour de Bamako. Cela signifie que nous fournissons des logements, nous nous occupons de la nourriture et de l’assistance médicale. Au bout de sept mois, nous avions déjà pris en charge 1300 migrants. Nous avons donc créé un lieu où les migrants trouvent une structure d’accueil.

L’interview a été réalisée par Martin Glasenapp
pendant le Forum Social Mondial
2011 à Dakar

=> VOIR LE SITE D’ARACEM

Lá, il faut regarder l’album des DIGNES VOYAGEURS! Pour voir qu’ils ont repris de l’espoir.
Schaut euch dort das Album der WÜRDIGEN REISENDEN an. Um zu sehen, dass sie neue Hoffnung geschöpft haben.

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